Nachwahl in Kanada: Carney sichert seiner Regierung die absolute Mehrheit

Der kanadische Premierminister Mark Carney hat seiner liberalen Regierung bei Nachwahlen eine absolute Mehrheit im Parlament gesichert. Seine liberale Partei gewann mehrere Wahlkreise in Ontario und stellt damit drei neue Abgeordnete. Zudem waren in den vergangenen Monaten bereits mehrere Abgeordnete aus der Opposition in die Regierungsfraktion gewechselt. Damit dürften baldige Neuwahlen abgewendet sein.

Kanadischen Medien zufolge gewann die liberale Regierungspartei alle drei Wahlbezirke: Dem kanadischen Rundfunk CBC zufolge holten die liberalen Kandidaten Doly Begum in Scarborough Southwest, Danielle Martin in University-Rosedale und Tatiana Auguste in Terrebonne jeweils ihren Wahlbezirk. Demnach kommt die Regierungspartei damit auf 174 von 343 Sitzen.

Zuvor waren bereits mehrere Abgeordnete im Parlament zu Carney Regierungsfraktion gewechselt. Am Mittwoch etwa schloss sich die langjährige konservative Politikerin Marilyn Gladu der liberalen Partei an. Sie argumentierte, dass es einen „ernstzunehmenden Anführer“ angesichts der großen Herausforderungen der aktuellen Zeit brauche. Carney hatte unter anderem Erhöhungen der
Militärausgaben angekündigt, da sich Kanada in
Sicherheitsfragen nicht länger auf die USA verlassen
könne. Zudem bemüht er
sich um Handelsabkommen mit Ländern in Europa
und Asien.

Carney verspricht gute Zusammenarbeit

Carney gratulierte auf X den drei neu gewählten liberalen Abgeordneten. Die Wähler hätten „ihr Vertrauen in den Plan unserer neuen Regierung gesetzt“, schrieb er demnach „Wir nehmen diese Unterstützung mit Demut, Entschlossenheit und einem klaren Verständnis dafür an, was dieser Moment erfordert.“ Er versprach, weiterhin kooperativ mit den anderen Parteien zusammenzuarbeiten.

Der konservative Oppositionsführer Pierre Poilievre kritisierte auf X, die Liberalen hätten ihre Mehrheit durch „Hinterzimmerdeals“ erreicht. Die Liberalen hätten ihre Wähler „verraten“. Bisher war Carneys Regierung ohne absolute Mehrheit im Parlament auf die Zustimmung der Konservativen angewiesen gewesen. Damit hatte sie in vielen Fragen auf die Forderungen der Partei eingehen müssen. Das dürfte sich mit der Nachwahl ändern.

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