Kiew gibt Druschba-Pipeline unbewohnt: Blockierter Milliarden-Kredit zum Besten von die Ukraine steht wohl vor dem Durchbruch

Kiew gibt Druschba-Pipeline freiBlockierter Milliarden-Kredit für die Ukraine steht wohl vor dem Durchbruch

21.04.2026, 20:04 Uhr

EU-Außenbeauftragte Kallas erwartet „eine positive Entscheidung zum 90-Milliarden-Euro-Darlehen in den nächsten 24 Stunden“. (Foto: AP)

Wegen eines Streits um die beschädigte Druschba-Pipeline blockiert Ungarn monatelang einen 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an die Ukraine. Nun ist Ungarns russlandfreundlicher Premier Orban abgewählt, Kiew meldet die Reparatur der Leitung – und dem Darlehen dürfte kaum noch etwas im Weg stehen.

Angesichts der von der Ukraine verkündeten Reparatur der Druschba-Pipeline für russisches Öl nach Europa dringt die EU auf eine schnelle Freigabe der von Ungarn blockierten Ukraine-Hilfen. „Ich erwarte eine positive Entscheidung zum 90-Milliarden-Euro-Darlehen in den nächsten 24 Stunden“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg. Bundesaußenminister Johann Wadephul forderte Ungarn auf, die „ungebührlichen Blockaden“ gegen die Ukraine-Unterstützung „schnellstmöglich“ zu beenden.

Der 90-Milliarden-Kredit für die Ukraine dürfe „nicht erst nach dem Regierungswechsel“ in Budapest freigegeben werden, mahnte Wadephul, sondern „sehr schnell“. Die abgewählte Regierung des prorussischen und EU-kritischen Ministerpräsidenten Viktor Orban bleibt voraussichtlich noch bis mindestens Anfang Mai im Amt. Orbans Regierung blockiert seit Dezember die Auszahlung des Kredits an die Ukraine. Auch die Verabschiedung eines 20. Sanktionspakets gegen Russland scheiterte bisher unter anderem an Ungarns Veto.

Als Grund für die Blockadehaltung führte Orban den Streit um die durch die Ukraine verlaufende Druschba-Pipeline an, durch die normalerweise russisches Öl nach Ungarn und in die Slowakei fließt. Ukrainischen Angaben zufolge wurde die Leitung bei einem russischen Angriff im Januar beschädigt, die Lieferungen wurden gestoppt.

Selenskyj: Druschba kann wieder in Betrieb genommen werden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete nun, die russischen Öllieferungen durch die Pipeline könnten wieder aufgenommen werden. Die Ukraine habe die Reparaturarbeiten abgeschlossen, erklärte er in Online-Netzwerken. EU-Ratspräsident Antonio Costa begrüßte auf X Selenskyjs Ankündigung: „Vielen Dank, Herr Präsident Selenskyj, dass Sie wie vereinbart die ‚Druschba‘-Pipeline repariert und ihren Betrieb wiederhergestellt haben.“

Die zyprische EU-Ratspräsidentschaft hat für Mittwoch eine Abstimmung der EU-Länder über den Ukraine-Kredit auf die Agenda gesetzt. Um die für die Auszahlung notwendige Anpassung des EU-Haushalts zu beschließen, müssen alle 27 Mitgliedstaaten zustimmen.

Ursprünglich sollten die ersten Mittel schon im April an Kiew ausgezahlt werden. Die Ukraine ist nach mehr als vier Jahren Krieg gegen Russland dringend auf das Geld aus der EU angewiesen. Die Ukraine „braucht diesen Kredit wirklich“, sagte Kallas. Das Darlehen sei auch „ein Zeichen“ dafür, dass Russland im Krieg nicht länger aushalten könne als die Ukraine, sagte sie.

Wadephul forderte, neben der gemeinsamen Hilfe auf EU-Ebene müssten die Mitgliedstaaten auch „die bilaterale Unterstützung für die Ukraine hochfahren“. Auch das 20. Sanktionspaket gegen Russland müsse nun „so schnell wie möglich verabschiedet werden“.

Quelle: ntv.de, uzh/AFP

Source: n-tv.de