US-Vizepräsident Vance ist Donald Trump zufolge auf dem Weg nach Islamabad. Die US-Navy hat einen iranischen Frachter im Golf von Oman geentert. Irans Militär wirft den USA „bewaffnete Seepiraterie“ vor. Mehr im Liveticker.
Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Mittlerweile gilt eine Waffenruhe. Die Blockade der Straße von Hormus wurde wieder aufgenommen.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
16:02 Uhr – Vance offenbar auf dem Weg nach Pakistan
Entgegen früheren Äußerungen von US-Präsident Donald Trump wird Vizepräsident J.D. Vance nun doch in einigen Stunden in Islamabad landen, um die Verhandlungen mit dem Iran fortzusetzen. Das sagt Trump der „New York Post“ und wideruft damit frühere Aussagen. Vance wird von einer Delegation begleitet, der auch Trumps Gesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner angehören. Trump sagt dem Blatt, er sei bereit zu einem Treffen mit den iranischen Anführern, falls es Fortschritte in den Verhandlungen gebe.
15:39 Uhr – Israel und Libanon setzen diese Woche Gespräche in Washington fort
Die zweite Verhandlungsrunde zwischen Israel und dem Libanon findet israelischen Medienberichten zufolge in dieser Woche in Washington statt. Es sind die ersten Gespräche der beiden Länder seit dem Inkrafttreten einer zehntägigen Feuerpause.
14:43 Uhr – Libanon: Israel sprengt nach Waffenruhe Häuser in 39 Dörfern
Israelische Streitkräfte haben nach Angaben eines libanesischen Politikers seit der Waffenruhe in der vergangenen Woche in 39 Dörfern im Südlibanon Zerstörungen unterschiedlichen Ausmaßes angerichtet. Ali Hassan Chalil, ein hochrangiger Berater von Parlamentspräsident Nabih Berri, sagt, die israelischen Truppen hätten zivile Wohnhäuser gesprengt. Dies sei ein Kriegsverbrechen. Das israelische Militär erklärt, es gehe gegen die Infrastruktur der Hisbollah im Süden vor.
13:58 Uhr – Israel wirft Iran versuchten Anschlag auf Pipeline in Aserbaidschan vor
Israelische Geheimdienste haben nach eigenen Angaben ein iranisches Netzwerk aufgedeckt, das Anschläge auf eine Ölpipeline sowie auf israelische und jüdische Ziele in Aserbaidschan plante. Wie Mossad und Schin Bet mitteilen, vereiteln aserbaidschanische Behörden die Pläne der iranischen Revolutionsgarden und nahmen die Mitglieder der Zelle fest. Dabei stellten sie unter anderem Sprengstoffdrohnen sicher. Eine Stellungnahme des iranischen Außenministeriums liegt nicht vor.
13:02 Uhr – Verkehr in Straße von Hormus steht praktisch still
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus steht fast vollständig still. In den vergangenen zwölf Stunden hat es lediglich drei Durchfahrten gegeben, wie Schifffahrtsdaten zeigen. Der mit britischen Sanktionen belegte Öltanker „Nero“ habe den Golf verlassen und die Meerenge passiert. Dies geht aus Satellitenanalysen der Spezialfirma SynMax und Tracking-Daten der Plattform Kpler hervor. Zudem seien ein Chemikalientanker und ein Flüssiggastanker in den Golf eingefahren.
11:12 Uhr – Sicherheitskreise: Trump prüft Pakistans Rat zu Iran-Gesprächen
Im Ringen um eine Fortsetzung der US-iranischen Friedensverhandlungen will US-Präsident Donald Trump Sicherheitskreisen zufolge Ratschläge des Vermittlers Pakistan prüfen. Der pakistanische Armeechef Asim Munir habe Trump in einem Telefonat gesagt, dass die US-Blockade der Straße von Hormus ein Hindernis für die Gespräche sei, erklärt ein pakistanischer Insider. Trump habe zugesagt, diese Einschätzung zu berücksichtigen.
10:52 Uhr – Iran: Noch keine Entscheidung über Teilnahme an Verhandlungen mit den USA getroffen
Der Iran hat nach Angaben seines Außenministeriums noch keine Entscheidung über eine Teilnahme an weiteren Friedensverhandlungen mit den USA in Pakistan getroffen. „Wir haben keine Pläne für eine zweite Verhandlungsrunde, aber es wurde diesbezüglich noch nichts entschieden“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, vor Pressevertretern. Zuvor hatte es Meldungen darüber gegeben, der Iran habe eine zweite Gesprächsrunde abgesagt.
10:41 Uhr – Iranisches Militär begründet Zurückhaltung bei US-Zugriff auf Schiff
Das iranische Militär liefert eine Begründung für sein Nichteingreifen bei der Beschlagnahmung eines unter iranischer Flagge fahrenden Tankers im Golf von Oman. Das zentrale Hauptquartier „Chatam Al-Anbija“ erklärt, es habe von einem Angriff auf die US-Marines abgesehen, die das Schiff enterten, weil sich Familienangehörige der Schiffsbesatzung an Bord der „Touska“ befunden hätten. Um deren Leben zu schützen, das zu jeder Zeit in Gefahr gewesen sei, seien die Reaktionsmöglichkeiten eingeschränkt gewesen.
09:25 Uhr – Iran meldet mehr als 3300 Todesopfer seit Kriegsbeginn
Im Krieg mit Israel und den USA sind im Iran nach offiziellen Angaben mehr als 3300 Menschen getötet worden. Der Chef der iranischen Organisation für Rechtsmedizin, Abbas Masdschedi, spricht von mindestens 3375 Todesopfern. Die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan und andere iranische Medien zitierten ihn damit, dass nur noch vier der Toten nicht identifiziert seien.
08:32 Uhr – Iran lässt zwei Männer nach Spionagevorwürfen hinrichten
Irans Justiz hat zwei Männer nach Spionagevorwürfen hinrichten lassen. Die Exekution erfolgte im Morgengrauen, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete. Ein Revolutionsgericht in der Großstadt Karadsch bei Teheran hatte das Urteil gesprochen.
Irans Justiz warf den beiden Männern vor, für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad spioniert zu haben. Wann sie festgenommen wurden und wann das Urteil fiel, bleibt unklar.
04:24 Uhr – Frau wegen Waffenschmuggels im Auftrag des Iran festgenommen
Am internationalen Flughafen von Los Angeles ist eine iranische Staatsbürgerin nach US-Behördenangaben wegen des Vorwurfs festgenommen worden, im Auftrag des Iran Waffen in den Sudan geschmuggelt zu haben. Die 44-jährige Schanim M. wird beschuldigt, „den Verkauf von Drohnen, Bomben, Zündern und Millionen Schuss Munition vermittelt zu haben, die im Iran hergestellt und in den Sudan verkauft wurden“, erklärte US-Staatsanwalt Bill Essayli am Sonntag im Onlinedienst X.
Die mutmaßliche Waffenschmugglerin, die in Woodland Hills lebt, einem Vorort von Los Angeles, wurde den Behörden zufolge am Samstag festgenommen. Im Fall einer Verurteilung muss sie mit einer Höchststrafe von 20 Jahren in einem Bundesgefängnis rechnen. M. sei „eine iranische Staatsangehörige, die 2016 eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung in den USA erhalten“ habe, erklärte Essayli.
03:32 Uhr – Goldpreis gibt nach
Der Goldpreis ist um mehr als ein Prozent gefallen, belastet durch einen festeren Dollar und die Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Eine Feinunze verbilligte sich auf 4762,09 Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem 13. April. Der stärkere Dollar macht das Edelmetall für Anleger außerhalb des Dollar-Raums teurer. Hintergrund der Nervosität ist die Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs durch die USA, woraufhin Teheran mit Vergeltung drohte und eine neue Verhandlungsrunde ablehnte. Die Spannungen trieben die Ölpreise an und ließen Inflationssorgen wieder aufleben.
01:37 Uhr – Iran kündigt schnelle Reaktion auf US-Beschlagnahmung von Frachter an
Irans Militär hat den USA nach dem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Arabischen Meer „bewaffnete Seepiraterie“ vorgeworfen. „Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran werden bald zurückschlagen und Vergeltungsmaßnahmen gegen diesen Akt bewaffneter Piraterie und gegen die amerikanische Armee ergreifen“, erklärte der Sprecher des iranischen Generalstabs am Montag im Onlinedienst Telegram. Er warf den USA vor, den bis Mittwoch laufenden Waffenstillstand verletzt zu haben.
00:21 Uhr – Ölpreise ziehen kräftig an
Die erneute Schließung der Straße von Hormus treibt die Ölpreise um mehr als sieben Prozent in die Höhe. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 7,26 Prozent auf 96,94 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI steigt um 7,24 Prozent auf 89,92 Dollar. Die USA und der Iran werfen sich gegenseitig vor, durch Angriffe auf Schiffe gegen eine Waffenruhe verstoßen zu haben. Am Freitag waren die Ölpreise noch um mehr als neun Prozent gefallen.
00:13 Uhr – Iran wirft USA Bruch der Feuerpause vor
Der Iran wirft den USA die Verletzung der Waffenruhe durch den Beschuss eines iranischen Handelsschiffes im Golf von Oman vor. Das oberste gemeinsame Militärkommando kündigt Vergeltung für die „Piraterie“ an, wie staatliche Medien berichten. Das Schiff sei auf dem Weg von China in den Iran gewesen. Nach dem US-Angriff hätten iranische Streitkräfte einige amerikanische Kriegsschiffe mit Drohnen attackiert.
Sonntag, 19. April
23:03 Uhr – Peseschkian beklagt US-Schikane in Pakistan
Irans Präsident Massud Peseschkian beklagt in einem Telefonat mit Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif provokante Handlungen der USA. Während bisheriger Verhandlungen und der aktuellen Waffenruhe habe Washington sein Land schikaniert und sich unangemessen verhalten, sagte Peseschkian nach einem Bericht der mit der iranischen Justiz verbundenen Nachrichtenagentur Misan in dem Gespräch. Die Aktionen hätten das Misstrauen der iranischen Verantwortlichen vertieft.
22:39 Uhr – Iran sagt neue Friedensgespräche mit den USA ab
Der Iran hat eine geplante neue Runde von Friedensgesprächen mit den USA abgesagt. Dies meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna, wenige Stunden nachdem US-Präsident Donald Trump die Entsendung von Unterhändlern nach Pakistan angekündigt hatte. „Der Iran begründete sein Fernbleiben von der zweiten Gesprächsrunde mit den überzogenen Forderungen Washingtons, unrealistischen Erwartungen, ständigen Kurswechseln, widersprüchlichen Aussagen und der anhaltenden Seeblockade, die er als Bruch des Waffenstillstands betrachtet“, meldete IRNA.
21:31 Uhr – USA beschlagnahmen laut Trump Frachter unter iranischer Flagge im Golf von Oman
Die USA haben in der Nähe der Straße von Hormus ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff beschlagnahmt. Das erklärte Donald Trump auf seiner Plattform „Truth Social“. Das Schiff „Touska“ habe versucht, die US-Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen. „Es ist nicht gut ausgegangen für sie“, schreib Trump. Der US-Zerstörer USS Spruance habe das Schiff im Golf von Oman abgefangen. Weil die Besatzung nicht gestoppt habe, habe die Navy „ein Loch in den Maschinenraum“ gesprengt und das Schiff geentert. Die „Touska“ unterliege Sanktionen des US-Finanzministeriums.
20:47 Uhr – Lula prangert „Wahnsinn“ des Iran-Krieges an
Bei der Eröffnung der Hannover-Messe hat Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als „Wahnsinn“ angeprangert. In seiner Eröffnungsrede äußerte Lula scharfe Kritik an den weltweiten Rüstungsausgaben. Es sei im 21. Jahrhundert nicht hinnehmbar, so der 80-jährige, dass Hunger, Analphabetismus und fehlender Zugang zu Elektrizität für Milliarden Menschen weiter ungelöst blieben, während zugleich 2,7 Billionen US-Dollar für Kriege ausgegeben würden.
19:49 Uhr – „Wall Street Journal“: Berater schlossen Trump von Krisensitzung aus
Bei der Rettungsmission zweier US-Soldaten im Iran ist Donald Trump laut einem Medienbericht von seinen eigenen Beratern bewusst nicht vollständig eingeweiht worden. Seine Mitarbeiter hätten den Republikaner von einer entsprechenden Krisensitzung ferngehalten, weil seine Ungeduld nicht hilfreich gewesen sei, berichtete das „Wall Street Journal“.
Der Präsident habe „stundenlang“ seine Berater angeschrien, als er vom Abschuss des US-Kampfjets erfahren habe, heißt es in dem Artikel. Grund ist, die Erinnerung an die Geiselkrise von 1979. Damals hielten Iraner 52 Diplomaten der USA 444 Tage als Geiseln, um die Auslieferung des abgesetzten und geflüchteten Schah zu erzwingen. US-Präsident Jimmy Carter verlor auch wegen dieser Geiselnahme die Wahl 1980.
Anfang April war ein US-Kampfjet abgeschossen worden. Der Pilot der F-15E war vergleichsweise schnell danach gerettet worden. Das zweite Besatzungsmitglied war anschließend laut Trump in einer „der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des Militärs in der Geschichte der USA“ gerettet worden.
19:12 Uhr – Deutsche Marine bereitet Einsatz in Straße von Hormus vor
Die Deutsche Marine bereitet sich bereits konkret auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vor. „Wir planen das. Wir spielen das durch – auch mit Blick auf mögliche Partner und wie kann sich eine solche Operation zusammensetzen“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Er würde seinen Job als Verteidigungsminister nicht richtig machen, wenn man nicht längst konkret in diese Planungen eingestiegen wäre.
Man befinde sich aber noch im Planungsstadium, betonte der SPD-Politiker. Voraussetzung für einen solchen Einsatz wäre auch zunächst ein anhaltender Waffenstillstand in der Region, ein völkerrechtliches Dach und ein Mandat des Deutschen Bundestags. „Da sind wir ja noch lange nicht.“
Pistorius wies auf die Kompetenzen der Deutschen Marine beim Minenräumen hin. „Wir sind innerhalb der Nato mit unseren Minenräumfähigkeiten traditionell Führungs- und Anlehnungsnation für andere und müssen und werden deshalb natürlich eine Rolle spielen, wenn die übrigen Bedingungen erfüllt sind.“
AP/AFP/Reuters/dpa/ceb/krö/doli/sebe/jmr
Source: welt.de