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US-Präsident Trump hat im Streit rund um den Iran-Krieg erneut Papst Leo XIV. kritisiert. Nach Angaben des US-Militärs ist der Handel Irans durch die Straße von Hormus seit mehr als 36 Stunden erfolgreich blockiert.
Iran hat einem Zeitungsbericht zufolge einen chinesischen Spionagesatelliten erworben und damit während des Krieges im Nahen Osten US-Militärstützpunkte in der Region ins Visier genommen.
Die Zeitung Financial Times berichtete unter Berufung auf durchgestochene iranische Militärdokumente, die Luft- und Raumfahrtkräfte der Iranischen Revolutionsgarde hätten den Satelliten TEE-01B Ende 2024 übernommen. Dieser sei von dem chinesischen Unternehmen Earth Eye gebaut und ins All gebracht worden. Die iranischen Kommandeure hätten mit dem Satelliten US-Militäranlagen beobachtet. Die Zeitung berief sich dabei auf mit Zeitangaben versehene Koordinatenlisten, Satellitenbilder und Orbitalanalysen.
Der Iran-Krieg hat die Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft laut dem Münchner Ifo-Institut spürbar erhöht. Im März fiel es 78,6 Prozent der Firmen schwer oder eher schwer, ihre zukünftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen, wie aus der aktuellen Ifo-Konjunkturumfrage hervorgeht. Im Februar waren es noch 75,4 Prozent. Damit erreichte der Indikator für wirtschaftliche Unsicherheit den höchsten Wert seit Februar 2024.
Vor allem in energieintensiven Industrien sei die Unsicherheit hoch: In der Chemiebranche liege sie bei rund 95 Prozent, bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren bei 93,9 Prozent.
Rund sechs Wochen nach der Versenkung eines iranischen Kriegsschiff durch einen US-Angriff hat Sri Lanka 238 seither in dem Land gestrandete iranische Marinesoldaten in deren Heimat zurückgebracht. 32 von der versenkten „IRIS Dena“ gerettete iranische Seeleute sowie 206 Besatzungsmitglieder der „IRIS Buschehr“ seien mit einem Charterflug nach Iran zurückgekehrt, sagte Verteidigungs-Staatssekretär Aruna Jayasekara am Mittwoch.
Die „IRIS Dena“ war Anfang März zu Beginn des Iran-Kriegs durch einen Torpedo-Treffer eines US-U-Boots vor Sri Lanka versenkt worden. 104 Besatzungsmitglieder wurden nach iranischen Angaben bei dem Angriff getötet. Nach dem Angriff hatte die „IRIS Buschehr“ Zuflucht in einem srilankischen Hafen gesucht. Sie ankert weiterhin vor der Nordostküste des Landes.
Der Iran-Krieg treibt die Treibstoffpreise in die Höhe und setzt Fluggesellschaften weltweit unter Druck – auch in Australien. Mehrere Airlines wollen als Reaktion Verbindungen im Inland reduzieren oder streichen und Flüge bündeln. Nach Qantas und Jetstar kündigte jetzt auch Virgin Australia Maßnahmen an. Die zweitgrößte Fluggesellschaft des Landes betonte, sie rechne im zweiten Halbjahr mit zusätzlichen Kerosinkosten von 30 bis 40 Millionen australischen Dollar (18 bis 24 Millionen Euro).
Qantas steht deutlich stärker unter Druck: Der Konzern erwartet für das zweite Halbjahr einen Anstieg seiner Treibstoffkosten um bis zu 800 Millionen australischen Dollar (484 Millionen Euro), wie aus einer Mitteilung des Konzerns hervorgeht.
Im Streit mit Papst Leo XIV. um dessen Appell für ein Ende der verschiedenen Kriege auf der Welt hat US-Präsident Donald Trump noch einmal nachgelegt. „Kann bitte jemand Papst Leo sagen, dass Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42.000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat?“, schrieb Trump am späten Dienstagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. Es sei „absolut inakzeptabel“, dass Iran über eine Atombombe verfüge.
Papst Leo XIV. hatte am Samstag in Rom bei einem Friedensgebet im Petersdom mit eindringlichen Worten ein Ende von Kriegen gefordert. Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltenden Papstes vor allem mit Blick auf den Iran-Krieg verschärft. Die harschen Drohungen Trumps gegen Iran verurteilte Leo.
Das US-Militär nach eigenen Angaben seine Sperre für die Schifffahrt in der Straße von Hormus erfolgreich umgesetzt. „Die Blockade iranischer Häfen ist vollständig ausgeführt worden“, teilte der Kommandeur des US-Regionalkommandos CENTCOM, Admiral Brad Cooper, auf der Online-Plattform X mit. In weniger als 36 Stunden seit Beginn der Blockade hätten US-Streitkräfte den Handel in Iran und aus Iran über das Meer vollständig zum Erliegen gebracht, hieß es weiter.
Parallel erklärte CENTCOM in einem weiteren X-Beitrag, dass Zerstörer mit Lenkflugkörpern der Marine an der Blockade-Mission beteiligt seien. „Die Blockade wird unvoreingenommen gegen Schiffe aller Nationen durchgesetzt, die in die Küstengebiete oder Häfen Irans einlaufen oder diese verlassen“, hieß es darin.
US-Vizepräsident JD Vance gibt sich zuversichtlich über den Verlauf der Verhandlungen zur Beendigung des Iran-Krieges. Es gebe zwar viel Misstrauen zwischen Washington und Teheran, das nicht über Nacht gelöst werden könne, sagte Vance. Die iranischen Unterhändler wollten jedoch eine Einigung erzielen. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl, was unsere Position angeht“, so der Vizepräsident.
Die ersten offiziellen bilateralen Gespräche zwischen Israel und dem Libanon sind in der Nacht ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Bei dem von US-Außenminister Marco Rubio in Washington ausgerichteten Treffen prallten die gegensätzlichen Interessen der beiden Nachbarstaaten aufeinander.
Während die libanesische Seite bislang auf eine Waffenruhe pochte, schloss Israel dies bisher aus und forderte die Entwaffnung der pro-iranischen Hisbollah-Miliz. In einer Erklärung des US-Außenministeriums nach dem rund zweistündigen Treffen in Washington war von „konstruktiven Gesprächen“ und einem „historischen Meilenstein“ die Rede.
Die am Montag in Kraft getretene Teilblockade der Straße von Hormus ist aus Sicht der USA „erfolgreich“. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten haben israelische und libanesische Vertreter auf politischer Ebene direkt miteinander gesprochen.
Source: tagesschau.de