Inoffizielle Quellen ratifizieren: Kasachstan: Russland könnte Öltransport nachher Schwedt stellen

Inoffizielle Quellen bestätigenKasachstan: Russland könnte Öltransport nach Schwedt einstellen

22.04.2026, 13:14 Uhr

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Für die Raffinerie in Schwedt braucht es gegebenenfalls Ersatzlieferungen. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Zeichen verdichten sich: Russland wird offenbar ab Mai kein kasachisches Öl mehr in Richtung Deutschland weiterleiten. Das legen Aussagen des kasachischen Energieministers nahe. Für die PCK Raffinerie in Schwedt könnte das erhebliche Auswirkungen haben.

Kasachstan hat unter Verweis auf inoffizielle Quellen bestätigt, dass der Transport von Öl aus Kasachstan über Russland und die Druschba-Pipeline nach Deutschland ab Mai in Gefahr ist. Eine offizielle Erklärung Russlands gebe es nicht, sagte der Energieminister des zentralasiatischen Landes, Jerlan Akkenschenow am Rande eines Umweltforums in der Hauptstadt Astana. „Aber nach inoffiziellen Quellen wissen wir, dass das wahr ist.“ Russland habe den Transit von Öl aus Kasachstan über die Pipeline Druschba und weiter zum Werk Schwedt in Brandenburg mit null eingeplant.

Inoffiziell habe Russland dies damit erklärt, dass die technischen Möglichkeiten für den Transport von Öl aus Kasachstan nicht gegeben seien. Akkenschenow mutmaßte, dass das mit jüngsten Angriffen auf die russische Infrastruktur zusammenhänge. Er verwies auf Gespräche mit „Kollegen“, wonach der Transit kasachischen Öls wieder aufgenommen werde, sobald die Frage der technischen Machbarkeit geklärt sei. Kasachstan plane nicht, die Ölförderung zu verringern. Es gebe Möglichkeiten, diese Menge über andere Routen umzuverteilen.

Die unter Treuhand stehende deutsche Tochter der russischen Rosneft hat offenbar eine Benachrichtigung über ihre kasachischen Partner bekommen, dass es ab Mai Schwierigkeiten beim Transport von Öl aus Kasachstan über die Druschba-Pipeline geben soll. Ein Sprecher von Rosneft Deutschland hatte am Dienstag gesagt: „Wir müssen prüfen, wie wir gegebenenfalls Ersatzlieferungen sicherstellen können, damit die PCK weiterhin voll produzieren kann.“ Es sei keine unlösbare Situation für die PCK eingetreten. „Wir sind dabei, die Auswirkungen genau zu prüfen“, so der Sprecher von Rosneft Deutschland, Burkhard Woelki.

Der Kreml kommentierte den kolportierten Transitstopp der Druschba-Pipeline zunächst nicht. Er wisse nichts davon, dazu müsse sich die Presse an die betroffenen Konzerne wenden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Die Ölraffinerie PCK im Nordosten Brandenburgs bezieht kein russisches Öl mehr, erhält aber über die Druschba-Pipeline, die durch Russland verläuft, Öl aus Kasachstan. Dieses Öl ist wichtig, um die Auslastung der Raffinerie hochzuhalten. Der Großteil des Rohöls kommt derweil über eine Pipeline von Rostock nach Schwedt. Auch aus Danzig in Polen bezieht das Werk Öl.

Quelle: ntv.de, lme/dpa

Source: n-tv.de