Nur gut ein Fünftel der Haushalte in Deutschland verfügt einer Umfrage zufolge nach eigener Einschätzung noch über genügend Rücklagen, um steigende Lebenshaltungskosten abzufedern. Bei 22 Prozent sei dies der Fall, heißt es in einer Umfrage für die Auskunftei Schufa. 36 Prozent fürchten demnach, dass die finanziellen Polster
nicht ausreichen. 16 Prozent haben ihre Rücklagen bereits
aufgebraucht, 22 Prozent haben keine gehabt – zusammengerechnet bedeutet das, dass mehr als ein Drittel keine finanziellen Reserven hat.
Die Sorgen vor weiteren Preisanstiegen ist angesichts des jüngsten Ölpreisschocks demnach groß. Mit 77 Prozent haben mehr als drei Viertel der Verbraucherinnen und Verbraucher Angst, dass Preise allgemein anziehen. 76 Prozent fürchten, dass Strom und Sprit noch teurer werden.
Inflationsrate stieg nach Kriegsbeginn deutlich
Durch den Irankrieg hat sich das Leben in Deutschland sprunghaft verteuert. Durch deutlich gestiegene Energiepreise stieg die Inflationsrate im März mit 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024. Im Februar hatte die Teuerungsrate dagegen 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.
Insbesondere Energie verteuerte sich kräftig: Die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe lagen im März um 7,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats – für Kraftstoffe und Heizöl mussten die Menschen deutlich mehr zahlen. Die Bundesregierung verkündete deshalb als Entlastungsmaßnahme am Montag, die Steuern auf Diesel und Benzin für zwei Monate um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter zu senken.
»Die Menschen bekommen die Krise über höhere Preise direkt beim Einkaufen und Tanken zu spüren – vor allem die unteren Einkommensgruppen haben keine Rücklagen mehr, um dies abzufedern«, sagte die Schufa-Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz zu den Ergebnissen der Umfrage. Die Schufa führt regelmäßig Verbraucherumfragen durch. Für die jüngste Auflage ließ die Auskunftei zunächst Ende Februar 1.000 Menschen befragen, nach Beginn des Irankriegs wurde die Befragung im März wiederholt.