Deutsche Gasförderung: Frack, baby, frack!

Die britische Labour-Partei ist der deutschen Sozialdemokratie vielleicht nicht in den Umfragen voraus. Aber dafür in der Selbsthinterfragung. Für die Regierung in London erscheint zumindest gerade das Ende eines Dogmas in der Energiepolitik erreicht.

Bisher hatte sie die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder in der Nordsee kategorisch ausgeschlossen. Nun sagt die Finanzministerin Rachel Reeves, das Anbohren von Feldern vor der Küste Schottlands sei der »schnellste Weg«, die Versorgung des Landes zu verbessern. Sie regt an, nicht nur bereits lizenzierte Felder weiter auszubeuten als bisher geplant. Sie schließt auch nicht aus, neue Vorkommen zu erschließen. Gegen beides hatte sich vor allem der Umweltminister Ed Miliband immer wieder heftig gewehrt. Das Ziel der CO₂-Neutralität sei wichtiger als die vermutlich geringen Preissenkungen, die eine zusätzliche Fossilen-Förderung bringen würde. Schließlich würden Öl und Gas global gehandelt, die Auswirkungen einer erhöhten britischen Produktion wären daher minimal.

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