Deutsche Demokratische Republik-Geschichte: Die Badewanne dieser Kumpel

Mitte der 1970er-Jahre wurde für die Arbeiter der SDAG Wismut das Ferienheim „Roter Oktober“ errichtet.Foto: Historische Gesellschaft Zinnowitz

Fragt man in Zinnowitz nach dem Hotel Baltic, heißt es: „Der große Kasten am Ende der Promenade. Sie können ihn nicht verfehlen.“ Und tatsächlich lässt er sich nicht übersehen, der Kasten, der in der DDR „Roter Oktober“ hieß und heute die größte Ferien- und Wellnessanlage der Insel Usedom ist. Die Fassade – gar nicht rot, sondern blau – präsentiert sich mit unzähligen Fenstern, die das Meer hinter den Kiefern auf den Dünen spiegeln. Erbaut wurde der „Rote Oktober“ in den Siebzigerjahren als Ferienheim für die Kumpel aus den Uranbergwerken der DDR.


„Der große Kasten am Ende der Promenade. Sie können ihn nicht verfehlen.“


Zinnowitz ist ein malerischer Ort an der Ostseeküste. Dass er einmal eng mit dem geheimen Atomprogramm der Sowjetunion verknüpft war, scheint heute kaum noch vorstellbar. Es gibt wohl nur wenige Orte, an denen sich die widersprüchlichen Geschichten der Wendezeit so eindrücklich erzählen lassen wie am Beispiel von Zinnowitz. Sie handeln von Aufbruch und Abbruch, von Nostalgie und Trauma, von der Gleichzeitigkeit von Verlust und Gewinn, von Unrecht und Schuldfragen.

Nach der Wende wurde es in „Hotel Baltic“ umbenannt – heute ist es eines der größten Hotels auf der Insel Usedom.

„Man hatte ein Rundum-sorglos-Paket“, erinnert sich der 84 Jahre alte Bernd Freyer heute am Telefon, wenn er an den Badeort denkt. „Im ‚Roten Oktober‘ gab es eine herrliche Bar, es wurde getanzt, und es gab eine Schwimmhalle mit Meerwasser und Gegenstromanlage. Das war in der DDR ein Highlight.“ Von 1966 bis 1991 war Freyer in verschiedenen Funktionen für die SDAG Wismut tätig, etwa als Abteilungsleiter in der Generaldirektion, ab 1989 dann als stellvertretender Generaldirektor.

Zinnowitz – das war in der DDR der wichtigste Ferienort für die Arbeiter der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft, der SDAG Wismut. Ihr Name, abgeleitet von einem Schwermetall mit rötlich-silbrig-weißem Glanz, diente als Tarnung für den Uranabbau im Erzgebirge für die sowjetische Atomindustrie. Im atomaren Rüstungswettlauf gegen die USA lieferte die Wismut von 1946 bis 1990 bis zu 230.000 Tonnen Uran in die Sowjetunion. Mit den acht Standorten der Wismut in Thüringen und Sachsen war die DDR der größte Uranproduzent Europas – und einer der größten der Welt.

Nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Bergbauunternehmens berichteten deutsche Medien zu Beginn der Neunzigerjahre vor allem über die massiven Umwelt- und Gesundheitsschäden, die die Wismut hinterlassen hatte: etwa 3700 Hektar radioaktiv kontaminierte Halden, giftiges Grubenwasser, Radonemissionen. Die Sanierungsarbeiten wurden nach dem Ende der DDR an die von der Bundesregierung gegründete Wismut GmbH übergeben – ein Langzeitprojekt. Bis heute ist das abfließende Grubenwasser von stillgelegten Schächten mit Giftstoffen kontaminiert. Die Kosten der Sanierung werden laut Bundeswirtschaftsministerium bis 2050 etwa neun Milliarden Euro betragen.

Nach 1989 wurden auch die gesundheitlichen Folgen für die Bergleute öffentlich: Insbesondere zu Beginn des Uranbergbaus waren die Arbeiter unter Tage hohen Mengen an Radon ausgesetzt. Viele von ihnen starben an Lungenkrebs oder litten an Silikose, der sogenannten Quarzstaublunge. Laut der 2023 veröffentlichten Wismut-Studie, einer der weltweit größten Kohortenstudien zu Bergarbeitern, die beruflich Radon ausgesetzt waren, wurden bis 1990 etwa 5500 Lungenkrebserkrankungen und rund 14.500 Silikoseerkrankungen bei Wismut-Beschäftigten als Berufskrankheit anerkannt. Und noch heute, Jahrzehnte nach Ende des Abbaus, sterben ehemalige Arbeiter durch die Folgen der Radonbelastung an Lungenkrebs, wie das Bundesamt für Strahlenschutz auf seiner Website schreibt.

Angesichts der hohen gesundheitlichen Risiken und zum Ausgleich für den harten Arbeitsalltag schickte die Gewerkschaftsorganisation die Wismut-Bergarbeiter zur Erholung und zum Amüsement an die Ostseeküste – etwa nach Zinnowitz. Der Ort galt als „Badewanne der Kumpel“. Dort konnten sich die Wismut-Arbeiter im Sommer gemeinsam mit ihren Familien erholen und ihre strapazierten Lungen mit Meeresluft füllen.

Die Ferienschecks, die von der Betriebsgewerkschaftsleitung vergeben wurden, seien hart umkämpft gewesen, erzählt der ehemalige Abteilungsleiter Freyer heute. „Das war dann der Sechser im Lotto.“ Freyer selbst habe zwei- oder dreimal seine Ferien in Zinnowitz verbracht. Die Arbeiter unter Tage erhielten bevorzugt einen solchen Scheck für die Ostseeküste. Die Jahre bei der SDAG Wismut beschreibt Freyer noch heute als „wunderschöne Zeit“ – die Wismut habe für ein sehr gutes Betriebsklima gesorgt. Auch die Mentalität der Bergarbeiter habe dabei eine Rolle gespielt. „Es gab diese Verbundenheit der Arbeiter, weil man unter Tage aufeinander angewiesen war.“


„Es gab diese Verbundenheit der Arbeiter, weil man unter Tage aufeinander angewiesen war.“

BERND FREYER, ehemaliger Abteilungsleiter bei der SDAG Wismut


Von jener Verbundenheit berichten im Rückblick viele Wismut-Arbeiter und -Arbeiterinnen. In den absoluten Hochzeiten zählte das Unternehmen etwa 133.000 Beschäftigte. Die Historikerin Astrid Mignon Kirchhof hat im Rahmen des Zeitzeugenprojekts „Wismut-Erbe“ der Sächsischen Akademie der Wissenschaft mit fünfzig von ihnen gesprochen. Viele von ihnen identifizierten sich noch heute stark mit der Wismut, berichtet Kirchhof, und das, obwohl das letzte Uranbergwerk mit bergmännischer Förderung schon im März 1991 in Schlema stillgelegt wurde. „Für viele waren der Bergbau und die Wismut ein Lebenswerk“, sagt sie.

Oft hätten sich die ehemaligen Angestellten in der medialen Darstellung der Wismut nicht wiedergefunden, empfanden die Berichterstattung nach der Wende als zu einseitig: „Es gab in den Gesprächen häufig Entlastungs- und Entschuldigungsstrategien.“ Einer ihrer ersten Interviewpartner hatte eine Krebserkrankung überwunden. Doch statt der SDAG Wismut, die ihn der Strahlung ausgesetzt hatte, die Schuld an seiner Krankheit zu geben, habe er entgegnet: „Wenn man viel raucht und säuft, braucht man sich nicht wundern, dass man Krebs bekommt.“

Die Historikerin und ihr Team sprachen sowohl mit sowjetischen als auch mit deutschen Mitarbeitern – mit Männern und Frauen. Denn bis in die Siebzigerjahre waren auch Bergarbeiterinnen unter Tage beschäftigt. Nachdem die Untertagearbeit von Frauen dann durch eine Gesetzesänderung verboten worden war, waren sie als Ingenieurinnen, Ärztinnen, Kindergärtnerinnen oder Laborantinnen für die Wismut tätig; arbeiteten im Rettungswesen, in der Verwaltung oder in der Gastronomie.


„Die Wismut-Beschäftigten hatten große Privilegien gegenüber vielen anderen DDR-Bürgern.“

ASTRID MIGNON KIRCHHOF, Historikerin


„Wismut war ein Imperium“, sagt die Historikerin rückblickend. Das Unternehmen hatte eine weitverzweigte Infrastruktur mit Kinos und Theatern, Kindergärten und Krankenhäusern, die in der Regel besser und moderner ausgestattet waren als im Rest der DDR. „Die Wismut-Beschäftigten hatten große Privilegien gegenüber vielen anderen DDR-Bürgern“, sagt Kirchhof. Insbesondere die Bergarbeiter unter Tage verdienten ein hohes Gehalt, erhielten Prämien, darunter Westprodukte, es gab Schnaps- und Zigarettenzuschüsse, eine gute Gesundheitsvorsorge, Kur- und Urlaubsansprüche.

Schlendert man heute die Strandpromenade entlang mit ihrer Bäderarchitektur aus dem 19. Jahrhundert, erinnert kaum etwas an die Zeit vor der Wende – außer der monumentalen Ruine in Bahnhofsnähe. Seit den frühen Neunzigerjahren steht dieses denkmalgeschützte Gebäude im sozialistisch-klassizistischen Stil leer. Eigentlich sollen darin Luxuswohnungen entstehen, doch seit Jahren kommt das Projekt nur schleppend voran. Mit einem Theater- und Kinosaal für mehr als tausend Zuschauer, einem Tanzcafé, einer Bibliothek und einem Speiseraum mit angeschlossener Großküche sollte das Kulturhaus zu Wismut-Zeiten für die Kumpel ein Ort der Unterhaltung sein.

In Zinnowitz erinnert kaum etwas an die Zeit vor der Wende . . .

. . . außer der monumentalen Ruine in Bahnhofsnähe. Seit den frühen Neunzigerjahren steht das Kulturhaus in Zinnowitz leer.

Ute Spohler erinnert sich sehr genau an Zinnowitz vor der Wende. „Wir waren der Erholungsort der Bergleute“, erzählt die Vorsitzende der Historischen Gesellschaft Zinnowitz. Von den Schattenseiten des Unternehmens war damals dort nichts zu sehen. „Die Wismut war für mich Kulturhaus, ‚Roter Oktober‘, Schwimmhalle. Und ein hervorragendes Freizeit- und Betreuungssystem, von dem wir als Einheimische profitieren konnten“, sagt sie. Bei der Wismut gearbeitet hat Spohler selbst nie – aber ins Kulturhaus sei sie oft gegangen: „Da haben sie die schönsten Künstler der DDR eingekauft – und die Eintrittskarten waren sehr günstig, eine Mark oder zwei.“

Mit ihren Ferienschecks seien die Kumpel mit ihren Familien für vierzehn Tage nach Zinnowitz gekommen, wohnten etwa im damaligen „Ernst-Thälmann-Heim“, im „Glück auf!“ oder eben im „Roten Oktober“. Spohler und die Historische Gesellschaft Zinnowitz sammeln und dokumentieren alles, was sie zu der Verbindung zwischen Badeort und Uranbergbau finden können. Die Ingenieurin für Schiffsanlagenbau lebt seit ihrer Kindheit in Zinnowitz, wo sie heute das Heimat- und Eisenbahnmuseum leitet. Geboren wurde Spohler zu einer Zeit, als in Zinnowitz und in den Nachbarorten die „Aktion Rose“ begonnen hatte – eine staatlich organisierte Enteignungs- und Verhaftungswelle im Auftrag der SED-Führung an der DDR-Ostseeküste. Im Februar 1953 stürmten etwa vierhundert bewaffnete Volkspolizisten in privat betriebene Hotels und Pensionen. Die Besitzer wurden durchsucht und enteignet, einige von ihnen wurden unter fadenscheinigen Gründen verhaftet, etwa wenn bei den Razzien ein Paket Westkaffee gefunden wurde.

Über die „Aktion Rose” sei in der DDR nicht gesprochen worden, sagt Spohler. „Man kannte den Namen, aber man wusste nicht, was genau passiert war.“ Nach der Wiedervereinigung haben sie und die Historische Gesellschaft herausgefunden, dass in Zinnowitz fast vierzig Objekte auf diese Weise enteignet und an die Gemeinde übertragen wurden. Diese wurden dann von der SDAG Wismut oder anderen Interessenten gepachtet. Anders als das Hauptferienheim „Roter Oktober“. Der gigantische Urlauberkomplex wurde von der Wismut neu errichtet und auf die Bedürfnisse der Bergleute zugeschnitten. Drei Jahre dauerten die Bauarbeiten – 1977 wurde das Hotel eingeweiht. Bis zu 950 Wismut-Arbeiter und ihre Familien sollten dort gleichzeitig ihre Ferien verbringen können.

Auch der Maler und Musiker Reinhard Meyer ist in Zinnowitz tief verwurzelt. Seit fünfzig Jahren lebt er in dem Ort, geboren wurde der heute Vierundsiebzigjährige in der Nachbarstadt Wolgast. Vor der Wende arbeitete er als Berufsmusiker für die Wismut. Fünf Tage die Woche machte er als Schlagzeuger Musik für die Kumpel, im ehemaligen Kulturhaus oder in der Tanzbar des „Roten Oktober“. „Es war eigentlich jeden Tag Programm, auch im Winter für die Kurgäste“, erzählt er im Wintergarten des Usedomer Kunsthauses, während er sich über ein Fotoalbum mit Bildern aus Zinnowitz vor und nach der Wende beugt.

Das Kunsthaus ist eine Gründerzeitvilla, die Meyer nach der Wiedervereinigung mit seiner Frau Brigitte gekauft hat. Seit 2002 finden dort regelmäßig Ausstellungen statt. Das Ehepaar hat Teile seines Wohnhauses ausgebaut, als Treffpunkt für Liebhaber zeitgenössischer Kunst aus ganz Deutschland. Und immer mittwochs macht die Familie Meyer Livemusik für Gäste und Einheimische. Auf den Tischen stehen schon Bier, Wein und Sekt bereit, die Stühle sind aufgereiht vor einer Bühne mit Instrumenten.

In der DDR konnte Meyer seine Leidenschaft als Maler nicht offen ausleben. Der Künstler wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu drei Jahren und drei Monaten politischer Haft verurteilt, er durfte weder studieren noch in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen werden – was eine Voraussetzung dafür gewesen wäre, offiziell als Maler arbeiten zu dürfen. Über das Erlebte, die Verschleppung und Zwangsarbeit unter anderem in das berüchtigte Lager X in Berlin-Hohenschönhausen, dem Strafgefangenenlager, das die Stasi in der DDR betrieben hat, möchte Meyer nicht sprechen. Zu traumatisch seien die Erinnerungen. Nach seiner Haft malte Meyer im Verborgenen, er bekam weder Aufträge noch durfte er seine Werke ausstellen. Das änderte sich erst nach der Wende.

Mit dem Ende der Wismut wurde auch deren Feriendienst aufgelöst. Mitarbeiter wurden entlassen und alle Hotels, Gaststätten, Sport- und Kultureinrichtungen ab Dezember 1990 geschlossen. Das größte Feriendomizil der Wismut, der „Rote Oktober“, sollte von nun an „Hotel Baltic“ heißen. Doch ehe es wiederbelebt werden konnte, vergingen Jahre, die mit Widerständen und großen Verwerfungen im Ort verbunden waren. Hans Dornbusch, ein Kaufmann aus dem Westen, bewarb sich um den Kauf des Hotels – die Zinnowitzer Gemeinde war dagegen. Im Ort wurde gestritten und diskutiert, erinnert sich Ute Spohler. „Plötzlich konnte ja jeder seine Meinung äußern, und die hat man dann auch kundgetan.”

Da das Gebäude auf ehemaligem preußischem Besitz steht, übernahm die Treuhand die Kaufverhandlungen, Dornbusch konnte sich als Käufer durchsetzen. „Dann gingen die Probleme erst richtig los“, berichtet Spohler. Sechs Brandanschläge gab es auf das Hotel und einen Mordfall, nichts davon wurde je aufgeklärt. „Die Leute haben sich einen Wachschutz angeschafft. Sie liefen mit großen Hunden um die Hotels. Das war plötzlich alles schrecklich.”

Zinnowitz sei in der Nachwendezeit wie ausgetauscht gewesen, berichtet auch der Künstler Reinhard Meyer. Der Badeort erlebte einen fundamentalen Wandel. Nach dem Ende der SDAG Wismut kamen die Arbeiter nicht mehr, die Zinnowitz im Sommer wie im Winter mit Leben gefüllt hatten. Ferienobjekte standen plötzlich leer, und die Arbeitslosigkeit stieg. Viele verließen den Ort für immer. Meyer und seine Frau Brigitte jedoch blieben. „Wir hatten ja alles hier”, sagt Meyer. Für das Künstlerpaar brachte die Wende viel Gutes – unter anderem Arbeit.

Reinhard Meyer läuft durch die Gänge vom heutigen Hotel Baltic. Er und seine Frau hatten freie Hand, um sich der künstlerischen Umgestaltung des ehemaligen „Roten Oktober“ bis ins Detail anzunehmen.

Der neue Besitzer des Hotels beauftrage Brigitte und Reinhard Meyer mit der künstlerischen Umgestaltung des Hotels. In den Siebzigerjahren hatte ein Kollektiv unter der Leitung des Usedomer Malers Manfred Kandt die Ausgestaltung übernommen – das gesamte Gebäude war voller sozialistischer Kunstwerke, die motivisch eng mit der Oktoberrevolution und dem Uranbergbau verbunden waren. Meyer und seine Frau hatten freie Hand, um die Bilder des untergegangenen Systems zu überschreiben. Sie gestalteten die neue Einrichtung des ehemaligen „Roten Oktober“ bis ins Detail mit helleren maritimen Motiven: von den Fenstern in der Bar über die Gemälde in den langen Gängen des Hotels bis zum Salzstreuer auf den Tischen des Speisesaals. „In einem Winter, als die Tage vor Weihnachten eng wurden, malten wir die ganze Nacht durch“, erzählt Meyer, während er durch das Fotoalbum mit Bildern aus jener Zeit blättert. „Eine Zeit des Aufbruchs“, sagt er und zeigt auf eine Aufnahme seiner Frau, die auf einem Gerüst vor einem riesigen Wandgemälde steht, den Pinsel ansetzend.

Bühnenbild eines Neuanfangs – wohin verschieben sich die Geschichten, wenn Altes übermalt wird? Läuft man die Strandpromenade heute entlang, sind vor einigen der noblen Gebäude Informationstafeln angebracht, die über die Geschichte aufklären. Sie erinnern nüchtern an die „Aktion Rose“ oder an die Zeit der Wismut. Nicht alle Hotelbesitzer haben sich an dem historischen Projekt beteiligt, mancher wollte die Geschichte der Wismut auch einfach hinter sich lassen. Ute Spohler ist die Archivarin der Erinnerungen. In Ordnern hat sie alles abgeheftet – bis hin zu den Speiseplänen vom Roten Oktober. Oft noch kommen Kumpel oder ihre Kinder ins Museum, um sich an die Ferien zu erinnern, die schönen Ferien vom Uran.

Dieser Text ist Teil des Abschlussprojekts des Volontärsjahrgangs 2024-2026 zum Thema „Schuld?“.

Source: faz.net