Deutsch-ukrainische Regierungskonsultationen in Berlin

Stand: 14.04.2026 • 09:28 Uhr

Es ist ein Treffen auf höchster Ebene: In Berlin empfängt Kanzler Merz heute den ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Auch mehrere Minister sind bei den deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen dabei.

Erstmals seit 2004 finden heute deutsch-ukrainische Regierungskonsultationen statt. Dazu reist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Berlin. Wie die Bundesregierung mitteilte, ist auch ein Treffen mit Kanzler Friedrich Merz geplant.

Verteidigungsminister Boris Pistorius trifft außerdem seinen Amtskollegen Mychajlo Fedorow. Themen der Konsultationen sollen die sicherheitspolitische Lage, die NATO und die weitere Unterstützung für die Ukraine sein.

Die Konsultationen waren im Mai letzten Jahres angekündigt worden. Aus Sicherheitsgründen ließ die Bundesregierung jedoch den genauen Zeitpunkt des Besuchs bis zuletzt offen.

Deutschland ist wichtiger Unterstützer

Deutschland ist der zweitgrößte Unterstützer des Landes nach den USA. Seit Kriegsbeginn 2022 unterstützte Deutschland die Ukraine mit fast 100 Milliarden Euro.

Trotzdem braucht das Land weitere Hilfen. Merz hatte sich zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass ein bisher durch Ungarn blockierter Milliardenkredit für die Ukraine nun rasch freigegeben werden könne. 60 der 90 Milliarden sollen laut Kiew in die Armee investiert werden, um deren Kampftüchtigkeit in den Jahren 2026 und 2027 zu gewährleisten.

Selenskyj sucht nach neuen Partnern

Selenskyj war zuletzt auf der Suche nach neuen internationalen Partnern: Unter anderem reiste er in die Golfstaaten und bot dort Hilfe im Abwehrkampf gegen iranische Drohnen an. Die Ukraine hat bei der Abwehr russischer Luftangriffe Techniken entwickelt, die nun auch im Ausland angewendet werden könnten.

Auch mit der Türkei will die Ukraine enger kooperieren. „Wir haben neue Schritte bei der Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich vereinbart“, teilte Selenskyj nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan Anfang April mit.

Kein Fortschritt bei Friedensgesprächen

Die Friedensgespräche für die Ukraine sind zuletzt ins Stocken geraten: Trotz US-amerikanischer Vermittlungsbemühungen haben sich Moskau und Kiew bisher nicht auf ein Kriegsende einigen können.

Mit Informationen von Georg Schwarte, ARD-Hauptstadtstudio

Source: tagesschau.de