In der Theorie klingt vieles gut, was sich in der Praxis erst noch beweisen muss. Wenn sich leer stehende Büros leicht in benötigten Wohnraum verwandeln ließen, wäre das meist schon geschehen. Auf noch mehr überflüssige Gewerberäume hofft jedoch Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD): Mit einem neuen Förderprogramm zahlt die Bundesregierung von Juli an bis zu 30.000 Euro Zuschuss für eine Wohneinheit, die aus einem Büro oder anderen Gewerbeimmobilien entstanden ist.
Ob das den Mehraufwand für einen solchen Umbau ausgleicht? Gewerbliche Gebäude sind selten für Wohnstandards ausgelegt: Oft ist die Deckenhöhe niedriger, Brandschutz und Schallschutz sind ein Thema, sanitäre Anlagen und Wasserleitungen müssen aufwendig eingebaut werden.
In den größten Städten Deutschlands stehen zwar rund acht bis zehn Prozent der Büroflächen leer, aber das sind eher qualitativ schlechtere und ältere Gebäude mit Sanierungsbedarf in schlechterer Lage. In der Regel liegen Büromieten zudem oberhalb von Wohnungsmieten. Für wen sich trotzdem schon bisher ein Umbau gelohnt hat, der bekommt künftig Staatsgeld dazu – offenbar selbst in Regionen mit genügend Wohnraum.
Besser wäre es, wenn Kommunen und Verwaltungen solche Umbauten unterstützen und schneller genehmigen. Das hilft Eigentümern, die aus Büros Wohnungen machen wollen. Auch ist zu überlegen, ob sich die Wohnstandards für umgebaute Gewerbehäuser senken lassen, damit mehr günstiger Wohnraum entsteht.