Amazon: Amazon fährt Investitionen in Deutschland hoch

Seit 2010 seien Investitionen in Höhe von mehr als 90 Mrd. Euro gestemmt worden. Zu den geplanten Ausgaben für 2025 und 2026 wollte sich Deutschlandchef
nicht konkret äußern, sagte aber: „Wir werden weiter sehr, sehr stark investieren.“
Ausbau von Same Day Delivery
„Wir müssen nah beim Kunden sein“, sagt der Manager, dessen Firma verstärkt auch auf die taggleiche Lieferung (Same Day Delivery) setzt. Manche Produkte können am Nachmittag bestellt werden und sind noch am Abend desselben Tages beim Kunden.
Darüber hinaus betreibt Amazon Entwicklungsstandorte, an denen an Verbesserung der Dienstleistungen getüftelt wird. Am Aachener Standort arbeiten Entwickler daran, dass der Sprachassistent Alexa besser wird.
Cloud-Investitionen und KI-Offensive in Deutschland
„Unter anderem geht es um Sprachverständnis – dass Alexa Sächsisch genauso gut versteht wie Bayerisch und Norddeutsch“, erklärt Amazon-Deutschlandchef Bräuniger. Die Cloud-Sparte des US-Konzerns, Amazon Web Service (AWS), hat bis 2026 Investitionen über 8,8 Mrd. Euro in ihre Infrastruktur in der Region Frankfurt angekündigt. Das Beispiel AWS verdeutlicht das wachsende Interesse des US-Konzerns in Deutschland, wo es im Zeitraum 2014 bis 2023 9,6 Mrd. Euro in Rechenkapazitäten und andere Bereiche investierte. Nun wird ein ähnlich hoher Betrag nicht mehr in zehn Jahren ausgegeben, sondern in nur drei Jahren.
Im Visier des Kartellamts
Amazon ist mit großem Abstand Marktführer in Deutschland. Zu den deutlich kleineren Konkurrenten gehört der Hamburger Online-Händler und Marktplatzbetreiber Otto.de. Schätzungsweise 60% des Online-Handels in Deutschland entfallen auf den US-Riesen.
Die Marktmacht ist so groß, dass Deutschlands oberste Wettbewerbshüter Amazon kritisch beäugen und schon mehrere Verfahren eingeleitet haben – das Bundeskartellamt misst der Firma eine „überragende“ marktübergreifende Bedeutung für den Wettbewerb bei.
Fokus auf Künstliche Intelligenz
Für Amazon werden Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) immer wichtiger. So können Verbraucher sich Produktrezensionen anderer Käufer zusammenfassen lassen oder nach einem speziellen Thema fragen. In den USA stellte das Unternehmen kürzlich einen KI-Assistenten für Unternehmen vor, die ihre Waren über Amazon – also den Amazon-Marktplatz – verkaufen.
Das KI-Tool soll den Unternehmern die Arbeit erleichtern und etwa selbstständig Ware nachbestellen, wenn sie in einem Amazon-Lager allmählich zur Neige geht. Außerdem kann der KI-Assistent Werbemaßnahmen für Produkte einleiten sowie Befehle zur Lagerung oder Preisänderung erteilen. Der Unternehmer kann dabei entscheiden, wie viel Autonomie der KI-Assistent bekommt. In Deutschland soll das KI-Tool in den nächsten Monaten herauskommen.