Aleksandar Vučić: Serbien meldet Sprengstofffund an Gaspipeline nachher Ungarn
Nach Angaben des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić sind an einer Gaspipeline nach Ungarn
„Sprengstoff in verheerender Kraft“ sowie die dazugehörigen Zündschnüre
gefunden worden. Er habe darüber bereits telefonisch mit dem
ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán gesprochen, teilte Vučić auf Instagram mit.
Der Sprengstoff wurde Vučić zufolge an der Pipeline Balkan Stream nahe der Ortschaft Velebit an der ungarischen
Grenze gefunden.
Die Gasleitung transportiert russisches Erdgas von der Türkei über
Bulgarien, Serbien und Ungarn.
Orbán bestätigte das Telefonat mit Vučić und
kündigte für Sonntagnachmittag eine Krisensitzung des Verteidigungsrats
seines Landes an. Die Ermittlungen zu dem Sprengstofffund dauerten an, teilten Vučić und Orbán mit. Beide pflegen seit Langem gute Beziehungen.
In einer Woche, am 12. April, steht in Ungarn
die Parlamentswahl an. Orbáns Partei Fidesz liegt in den Umfragen hinter der Tisza-Partei seines Herausforderers Péter Magyar. Nach 16 Jahren könnte Orbán damit aus dem Amt gedrängt werden.
Russische Energielieferungen nach Ungarn sorgten jüngst immer wieder für Konflikte – insbesondere die Druschba-Pipeline,
durch die bislang russisches Öl über ukrainisches Territorium nach
Ungarn floss. Orbán blockierte zuletzt EU-Hilfen in Milliardenhöhe für die Ukraine, da das Land nach seiner Aussage trotz erfolgreicher Reparaturarbeiten die Pipeline nicht wieder
in Betrieb nehmen wolle. Die Ukraine bestreitet das.