„Aggressive Gewaltlosigkeit“ – Aktivistenboot rammt gezielt Krillfang-Schiff
Ein Schiff für den Fang von Krustentieren ist in der Antarktis unterwegs, plötzlich kommt es zur Kollision. Das norwegische Unternehmen erhebt schwere Vorwürfe gegen Aktivisten.
Ein Boot von Aktivisten ist in der Antarktis mit einem Schiff für den Fang von Krustentieren kollidiert. Das betroffene norwegische Unternehmen Aker QRILL Co. leitete ein Video an die Nachrichtenagentur AP von dem Vorfall vom Dienstag weiter.
Zu sehen ist, wie die „M/V Bandero“, die von der Captain Paul Watson Foundation betrieben wird, auf das Heck des Fischfang-Schiffes zufährt und dieses an der linken Seite trifft. Die Aker QRILL Co., der das Schiff „Antarctic Sea“ gehört, sprach von einem „absichtlichen Angriff“, der die Schiffsbesatzung gefährdet habe.
Zudem hätte die Kollision eine Katastrophe in einem empfindlichen Umfeld verursachen können, hieß es am Mittwoch. Die „M/V Bandero“ habe beinahe einen Dieseltank auf der „Antarctic Sea“ erfasst. Das Unternehmen kündigte rechtliche Schritte an.
„Wenn die Stahlplatten (…) gerissen wären, hätte das zu einem Auslaufen der Flüssigkeit führen können. Es war wohl reines Glück, dass nicht noch größerer Schaden entstanden ist“, sagte Aker-CEO Webjørn Barstad gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Das Schiff war zum Fang von antarktischem Krill in dem südlichen Meer unterwegs. Dabei handelt es sich um garnelenähnliche Krustentiere, von denen sich Wale ernähren und die eine wichtige Rolle beim Kampf gegen die Erderwärmung spielen.
Krill ist auch als Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln, Fischmehl und anderen Produkten begehrt. Die Captain Paul Watson Foundation reagierte zunächst nicht auf eine Kommentaranfrage der AP.
In einer Pressemitteilung bezeichnete die vom Anti-Walfang-Aktivisten Paul Watson gegründete Organisation ihre Aktion aber als „aggressive Gewaltlosigkeit“. Der Besatzung der „M/V Bandero“ sei es gelungen, durch eine fünfstündige „direkte Intervention“ gegen zwei Schiffe im Besitz des Unternehmens Aker QRILL Co. den Krill-Fang zu unterbrechen. Watson selbst befand sich nicht an Bord des Aktivistenboots.
„Die Crew der Captain Paul Watson Foundation unter der Leitung von Kampagnenleiterin Lamya Essemlali an Bord des Schiffes Bandero führte eine direkte Intervention gegen einen industriellen Krillfischer der Firma Aker Qrill durch“, heißt es in einer Pressemitteilung der Paul Watson Foundation.
Über fünf Stunden lang habe die Bandero die Krillfischerei zweier Industrieschiffe gestört, um deren Aktivitäten zu unterbinden. „Die Captain Paul Watson Foundation behinderte dabei deren ökologisch schädliche Aktivitäten, um die wichtigste Nahrungsquelle der Antarktis zu schützen.“
AP/saha
Source: welt.de