Agenda Order: Sneaker-Business: Ikonen statt Hypes

Funktion trifft Style: Adidas Originals und Schuhdesigner Mr. Bailey zeigen mit dem Adizero Aruku Yagi, wie das zusammenpasst.
Händler setzen verstärkt auf Kuration und Klassiker. Das Rezept, um im zunehmend selektiven Markt zu bestehen?
Sportmarke
Das ist der erste Schuh von Nike Skims
Mit dem Nike Skims Rift feiert das Shapewear-Label von TV-Reality-Star Kim Kardashian Footwear-Premiere. Das Modell ist zunächst jedoch nicht überall zu haben.
Modern Classics und Post-Sneaker-Trends
Gefragt sind Sneaker mit starker Markenidentität, modischer Relevanz und überzeugendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Entscheidend sind Stil, Authentizität und Alltagstauglichkeit. „Diese Modelle vereinen Retro-Ästhetik, hohen Tragekomfort und kulturelle Aufladung“, sagt Kirsty Keoghan, Senior Director of European Fashion bei Ebay. Keoghan erwartet eine stärkere Integration von High-End- und Designersneakern in den Alltag. Hochwertige Materialien wie (Velours-)Leder stehen dabei zunehmend im Fokus, stehen für Langlebigkeit und Qualität.
Auch Running-Silhouetten liegen weiterhin stark im Trend, da sie Funktionalität mit Lifestyle verbinden und auf den von einem Großteil der Kundschaft gewünschten Bequemlichkeitsaspekt einzahlen.
„Die Konsumlandschaft hat sich stark verändert. Kundinnen und Kunden suchen vor allem Modelle, die ein Lifestyle-Statement setzen. Sneaker begleiten uns heute im Alltag, in der Freizeit, zu kulturellen Events und bei der Arbeit. Die Nachfrage nach vielseitigen Lifestyle-Sneakern sei daher aktuell am höchsten, lautet der Tenor der Händler. Wo keine Sneaker mehr gefragt sind, setzen Retailer auf Timberland und Dr. Martens.
Fashion Nerd
Sneaker trifft Loafer
Warum sich für ein Modell entscheiden, obwohl man beide haben kann? Wenn zwei Klassiker fusionieren, wird ein Schuh draus.
Omnichannel als Erfolgsfaktor
Die Herausforderungen für Sneaker-Händler sind nach wie vor groß. Unterschiedliche Kaufpräferenzen und Zielgruppen-Anforderungen machen die Sortimentsplanung komplex. Lagerbestände müssen effizient gesteuert werden, um Engpässe und Überbestände zu vermeiden. Kunden in dem Segment haben sich mittlerweile an Rabattierungen gewöhnt. Retouren bleiben zudem ein wirtschaftliches Risiko.
„Die Verunsicherung der Kunden ist ein Thema, deshalb ist es besonders wichtig, ihnen echte Erlebnisse zu bieten“, sagt Mischa Krewer vom Sneaker-Store 43einhalb. Der Retailer wird von The Platform Group übernommen, die TextilWirtschaft berichtete. Das Closing ist für Ende des Monats geplant. Man freue sich, künftig gemeinsam das Umsatzvolumen profitabel auszubauen, ließ Krewer sich anlässlich der Übernahme zitieren. Man werde die Potenziale im Bereich Marketing, Software und Plattformen gemeinsam realisieren. CRM steht dabei oben auf der Agenda. „Wir investieren in CRM und personalisierte Ansprache, um den Kundinnen und Kunden mehr zu bieten als nur einen Warenkorb.“
Händler kombinieren Online-Shops mit Social Media-Plattformen wie Instagram als Verkaufsplattform und stationären Flächen, um Kunden dort abzuholen, wo sie aktiv sind. Pop-ups, lokale Kooperationen und Kunden-Events machen Marken und Launches neuer Modelle erlebbarer. Es ist längst keine Kür mehr, es ist Pflicht. Eine Aufgabe, die – wie die jüngsten Übernahmen von Asphaltgold und nun 43einhalb zeigen – offensichtlich immer schwerer allein zu schultern ist.