Ärzte fordern Nachbesserungen im Rahmen elektronischer Patientenakte
Vor einem Jahr wurde die elektronische Patientenakte eingeführt. Heute wollen Verbraucherschützer eine Bilanz ziehen. Die Hausärzte äußern Kritik an der Umsetzung und fordern Nachbesserungen.
Die Hausärzte ziehen eine kritische Bilanz der Anfang 2025 eingeführten elektronischen Patientenakten (ePA). Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Beier, hält eine Weiterentwicklung für dringend nötig. Während die ePA in anderen Ländern schon funktioniere, scheitere sie in Deutschland nach wir vor an der konkreten Umsetzung, sagte Baier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Die Akte sei nur eingeschränkt praxistauglich. Derzeit sei die ePA vor allem „eine unsortierte PDF-Sammlung, mit der Praxen im Alltag nur wenig anfangen können“, sagte Baier weiter. Mühsam müssten sich die Ärzte durch unzählige Dokumente arbeiten, es fehle eine Volltextsuche.
IT-Probleme und „absurd komplizierte“ Registrierung
Ein Problem sei auch, dass es bei der Infrastruktur, mit der sie betrieben wird, immer wieder zu massiven Störungen und Ausfällen komme.
Außerdem sei der Registrierungsprozess „absurd kompliziert“, so Baier. Deshalb hätten sich die allerwenigsten Patientinnen und Patienten ihre ePA einmal angeschaut. Laut einer Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums nutzen die Akte bisher nur 4 der 74 Millionen gesetzlich Versicherten.
Seit 1. Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte einzustellen. Die E-Akte kann Patienten ein Leben lang begleiten und soll auch zu besseren Behandlungen beitragen.
Source: tagesschau.de