Abschied vom Münchner „Tatort“-Team: Hoffnung gen ein Wiedersehen

Das Finale des Münchner „Tatort“-Duos hat Fans zu Tränen gerührt – und die Hoffnung auf ein Wiedersehen geweckt.
Es war der Krimiabend, auf den Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer gewartet und den sie gleichermaßen gefürchtet hatten. Ostermontag, 21:45 Uhr: Miroslav Nemec (71) und Udo Wachtveitl (67) verabschiedeten sich nach 35 Jahren und 100 Folgen als Münchner „Tatort„-Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr. Und das Ende, das die ARD bis zur letzten Sekunde unter Verschluss gehalten hatte, erleichterte, rührte und begeisterte die Fans.
Denn was viele befürchtet hatten, trat nicht ein: Batic und Leitmayr sterben nicht. Der Zweiteiler „Unvergänglich“, inszeniert von Sven Bohse, hielt bis zuletzt die Spannung aufrecht. Leitmayr traf eine Kugel, Blut floss, auch Batic schwebte kurz in Lebensgefahr. Am Ende war es ausgerechnet der junge Kollege Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer, 32), der den Täter ausschaltete und damit die beiden Veteranen rettete. Was dann folgte, ein echter Schlusspunkt ohne Pathos. Der Platters-Oldie „Only You“ erklang, die Kamera zeigte Batic und Leitmayr in Kroatien am Meer – in der Tasche steckte bereits eine Visitenkarte: „Unvergänglich – Privatdetektei Batic & Leitmayr“.
Begeisterung und Rührung im Netz
Auf Instagram überschlugen sich die Reaktionen. Unter dem offiziellen „Tatort“-Account schrieb eine Nutzerin: „Ich verneige mich vor Batic und Leitmayr. Vielen Dank für über drei Jahrzehnte ‚Tatort‘-Unterhaltungsgarantie. Ihr wart immer meine Lieblingskommissare. Wir sind zusammen grau geworden.“ Eine andere Kommentatorin fasste es knapper zusammen: „Hach, war das schön – mit ‚Only You‘ und dem Rückblick. Batic und Leitmayr 35 Jahre jünger. Beide haben Federn gelassen, aber immerhin überlebt. So muss das!“
Auf der Instagram-Seite „Wie war der Tatort“ häuften sich ähnliche Stimmen. „Der Carlo zum Schluss und ein so tolles Ende – ich weine und freu mich gleichzeitig so für beide!“, kommentierte jemand den Auftritt des früheren langjährigen und bei den Fans sehr beliebten Assistenten Carlo Menzinger (Michael Fitz, 67). Oder: „Der Fall war anstrengend, konnte dem nicht ganz folgen. Aber das Ende war großartig. Und Ludwig am Ende auch dabei…“ – auch der Dackel, der im Laufe eines früheren Ermittlungsfalls das Herz von Leitmayr erobert hatte, durfte noch einmal kurz ins Bild.
„Die meisten Berufsleben enden ja einfach damit, dass man in Rente geht“
Die Schauspieler selbst hatten für dieses Ende aktiv gekämpft. Nemec erklärte der „Bild“-Zeitung: „Udo und ich wollten in unseren Rollen nie sterben – nicht, damit wir weitermachen können, sondern weil wir beide positiv zum Leben stehen.“
Wachtveitl ergänzte, die dramatischen Tode anderer „Tatort“-Figuren seien „gelegentlich eine Überhöhung der eigenen Bedeutung“ gewesen. „Die meisten Berufsleben enden ja einfach damit, dass man in Rente geht“, so Wachtveitl. „Und das tun Batic und Leitmayr jetzt auch.“
Hoffnung auf ein Wiedersehen
Schon kurz nach der Ausstrahlung kursierten auf Instagram Spekulationen über eine Fortsetzung – als Privatdetektiv-Duo, als Spin-off, als Gastauftritt im Kroatien-Krimi. „Was für ein tolles Ende! Vielleicht gibt’s wirklich ein Wiedersehen als kleine Reihe mit den Privatermittlern“, wünschte sich ein Fan, ein anderer antwortete prompt: „Ich dachte direkt an einen Gastauftritt im ‚Kroatien-Krimi‘ – das würde doch passen.“ Wie es mit den beiden weitergeht, ist offen. In der ARD-Mediathek gibt es für Fans neben vielen alten Fällen immerhin auch noch die Doku „Batic und Leitmayr – Die Zwei vom Tatort sagen Servus“.
Mit dem Abschied von Batic und Leitmayr endet in München eine Ära. Doch der BR setzt beim „Tatort“ nicht auf einen harten Neuanfang: Kalli Hammermann, seit 2014 dabei, soll als vertraute Figur den Übergang prägen. Auch sein neuer Kollege Nikola Buvak (Carlo Ljubek, 49) war bereits im Abschiedskrimi als Chef einer SEK-Einheit zu sehen. Der erste gemeinsame Fall des neuen Teams trägt den Arbeitstitel „Zwischenwelten“ und beginnt mit einem Mordfall in Neuperlach…
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Source: stern.de