Putin-Rede und Uniper-Verstaatlichung: Gas-Preis steigt
Gas auf einem Herd: Spannungen lassen Gaspreis wieder steigen
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Angelika Warmuth/ dpa
Der Preis für europäisches Erdgas ist angesichts neuer Spannungen zwischen Russland und dem Westen wieder gestiegen. Am Mittwochvormittag erhöhte sich der Preis des Terminkontrakts TTF für niederländisches Erdgas um rund neun Prozent bis auf etwa 213 Euro je Megawattstunde. Der TTF-Kontrakt gilt als Richtschnur für das europäische Preisniveau. Seit Mitte September war der Preis tendenziell gefallen, allerdings von einem hohen Niveau aus. Am Mittag gab der Preis wieder etwas nach und notierte bei 208 Euro.
Auslöser für den Preisanstieg könnte die Ausrufung der Teilmobilmachung durch Russlands Präsident Wladimir Putin wegen des Ukrainekriegs sein. Eine Rolle dürfte aber auch die Nachricht spielen, dass die Bundesregierung den unter der Gaskrise leidenden Energiekonzern Uniper weitgehend verstaatlichen will.
Trotzdem erscheint die Unsicherheit an den Märkten in Bezug auf Energieversorgung weit geringer als zu anderen Zeitpunkten in diesem Jahr. So ist der Preis auf seinem aktuellen Niveau weit niedriger als direkt nach Ausbruch des Ukrainekriegs. Anfang März hatte er einen Spitzenwert über der Marke von 300 Euro erreicht. Auch vor rund zwei Wochen war der Gaspreis wegen des Lieferstopps über die wichtige Pipeline Nord Stream 1 in Richtung 300 Euro geschnellt. Derzeit sind die Gasspeicher in Deutschland schon zu rund 90 Prozent gefüllt.
Die Ölpreise reagierten auf die Ankündigung der Teilmobilmachung in Russland ebenfalls mit einem Preisanstieg. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 92,76 Dollar und damit 2,14 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 2,12 auf 86,06 Dollar.
Unterdessen bot Mexiko Deutschland eine engere Kooperation beim Flüssiggas an. Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador habe ihm eine intensivere Zusammenarbeit angeboten, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Gesprächen in Mexiko-Stadt.