An den Börsengeschichten von Hermès und Kering darf gezweifelt werden

Zu Recht. Wer einzig an die langen Wartezeiten für eine Birkin-Bag denkt, wenn er den Namen Hermès hört, übersieht, wie groß das Unternehmen inzwischen geworden ist. Sein Umsatz hat sich in der Dekade bis 2025 von unter 5 Mrd. Euro auf 16 Mrd. Euro erhöht. Hermès hat heute in China nicht nur Läden in Peking und Shanghai, sondern auch in B- und C-Städten wie Changsha und Kunming.

Ist das Knappheits-Modell von Hermès weiter skalierbar?

Mehr als die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet Hermès nicht mit 10.000 Euro teuren Taschen, sondern mit Bekleidung, Schals, Düften, Uhren und anderen Produkten. Wie die Analysten von BofA Securities zeigen, korreliert das Nicht-Lederwaren-Angebot von Hermès stark mit den Zyklen des Luxusmarkts. In Boom-Zeiten geht es nach oben, in Krisen nach unten. Sollte der Nicht-Lederwaren-Anteil künftig steigen, weil das Lederwaren-Angebot limitiert wird, würden die Aufs und Abs also prägnanter ausfallen.

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Genau diese Schwankungen will der neue Kering-CEO de Meo verringern. Der ehemalige Automanager legte auf dem Kapitalmarkt in Florenz dar, wie er Gucci, die wichtigste Marke der Gruppe, zum Strahlen bringen und gleichzeitig die Bedeutung des Kreativdirektors eingrenzen will, um nicht wieder einen Einbruch wie nach den Abgängen von Tom Ford und Alessandro Michele zu riskieren. „Mehr Wow, aber weniger Drama“, lautet das Motto.