Buckelwal soll mit Lastkahn transportiert werden – Neue Details zur Tierärztin im Koma

Ein neuer Rettungsplan soll den vor Poel gestrandeten Buckelwal endlich in die Freiheit führen. Der Präsident des Nabu sieht das Tier indes „in der Falle“. Zudem werden neue Details zur im Koma liegenden Tierärztin öffentlich.

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Wie soll es mit dem vor Poel gestrandeten Buckelwal weitergehen? Den Wal mit Luftkissen anzuheben und mithilfe von Pontons und einer Plane abzutransportieren, komme jedenfalls nicht infrage, hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwochabend gesagt.

Nach Informationen der „Bild“ haben die Wal-Retter ihr Konzept nun grundlegend überarbeitet. Das Tier soll nun mit einer sogenannten Schute in Richtung offene See gezogen werden. Bei einer Schute handelt es sich um einen flutbaren Lastkahn ohne eigenen Antrieb.

Verfolgen Sie die Wal-Rettung im Livestream

Der Vorteil: Die Schute kann mit Wasser gefüllt werden, sodass das Tier vollständig im Wasser bleibt, sich zugleich aber nicht unkontrolliert bewegen kann. Das soll einen stabileren und sichereren Transport ermöglichen als das bisher geplante System. Dem Bericht nach sei das Konzept Backhaus bereits vorgestellt worden, Einwände habe es demnach nicht gegeben. Noch heute könnte ein neuer Rettungsversuch starten.

Der neue Plan trifft auf eine weiterhin angespannte Lage vor Ort

Der Buckelwal liegt weiterhin in der freigespülten Kuhle am Ende der Kirchsee. Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei beobachteten das Tier in der Nacht durchgehend. „Wir waren die ganze Nacht vor Ort. Er war nicht so aktiv“, sagte ein Sprecher am Morgen.

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Auf Livestreams war zu sehen, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger nur gelegentlich leicht bewegt. Sein Atem war an der typischen Wasserfontäne regelmäßig zu erkennen. Parallel dazu arbeiten Helfer und Behörden unter Hochdruck an weiteren Anpassungen des Rettungsplans, die sowohl fachlich abgestimmt als auch am Verhalten des Tieres ausgerichtet sein sollen.

Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger äußerte sich skeptisch zu den laufenden Rettungsversuchen. „Die Situation bedeutet für den Wal wahrscheinlich enormen Stress“, sagte er „t-online“.

Zu dem Tier selbst sagte er, der Buckelwal habe sich „in eine Falle begeben, weil er sich weit von seinen eigentlichen Lebensräumen entfernt hat“. Der Fall könne Deutschland nach Einschätzung Krügers noch lange beschäftigen, weil Wale „wochen- und monatelang“ ohne Futter auskommen könnten.

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Tierärztin im Koma – Zustand weiter kritisch

Für zusätzliche Belastung sorgt die Lage im Team. Die leitende Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert liegt weiterhin im Koma. Zudem gibt es neue Details: Mitinitiatorin Karin Walter-Mommert sagte dem NDR, Bahr-van Gemmert sei wegen Kreislaufproblemen und Anzeichen eines Schlaganfalls in die Klinik eingeliefert worden. Die Situation bleibe jedoch ernst: Die Ärztin musste notoperiert werden und ist weiterhin nicht außer Lebensgefahr. Auch eine aus Hawaii eingeflogene Tierärztin war abgereist. Medienberichten zufolge soll es Differenzen gegeben haben.

Laut „Bild“ sollte eine neue Tierärztin aus Hessen übernehmen. Sie selbst sagte, sie habe zwar wenig Erfahrung mit Walen, dafür aber umfassende Kenntnisse im Umgang mit Medikamenten – und keine Scheu vor der Behandlung des Tieres.

Die Belastung für die Beteiligten bleibt hoch. Unterstützer sprechen von erschöpften Helfern, die seit Tagen kaum schlafen. Aufgeben will die Initiative dennoch nicht.

kaha

Source: welt.de