Gesundheitspolitik: Es ist doch genug Geld da

Auf den ersten Blick kam die Kritik der SPD überraschend. Nachdem Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) angekündigt hatte, Gutverdiener bei der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung stärker zu belasten, ließ der Widerstand der Sozialdemokraten nicht lange auf sich warten.
Steht die SPD jetzt an der Seite der Gutverdiener? Ganz so einfach ist es nicht. Die Sozialdemokraten haben einen Punkt, wenn sie die Frage aufbringen, ob es nötig ist, noch mehr Geld ins System der Kassen zu pumpen.
Eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt
Denn Deutschland hat schon jetzt eines der teuersten Gesundheitssysteme auf der Welt. Bei der Zahl der Erkrankungen oder der Lebenserwartung ist die Bundesrepublik allerdings nicht spitze. Mehr Geld garantiert nur dann gute Ergebnisse, wenn es gut verteilt wird.
An den Strukturen des Gesundheitssystems gibt es seit Jahren Kritik. Der Dualismus von gesetzlichen und privaten Kassen steht dabei genauso im Mittelpunkt wie die grundlegende Architektur des Systems, in dem Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte nebeneinander existieren.
An Vorschlägen, wie man das vorhandene Geld besser verteilen kann, mangelt es nicht. Viele Fachleute monieren, dass zu wenig auf Prävention gesetzt werde. Und dass jeder Patient sich nach eigenem Ermessen einen Facharzttermin organisieren kann, ergibt auch nicht immer Sinn. Denn für die Frage, ob eine fachärztliche Untersuchung notwendig ist, gibt es schon einen Experten: den Hausarzt.
Source: faz.net