Friedensappell: Papst Leo XIV. verurteilt jede Form welcher Kriegstreiberei

Papst Leo XIV. hat angesichts laufender Kriege und weiterer gewaltvoller Konflikte weltweit jede Form von Kriegstreiberei
verurteilt. »Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen zerstört und von
Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten«, sagte
das Oberhaupt der katholischen Kirche während seiner Afrikareise bei einem
Besuch in Kamerun.

Der Papst verwies auf jahrzehntelang anhaltende Folgen von gewaltsamen Konflikten: »Die Kriegsherren tun so, als ob sie nicht
wüssten, dass ein Augenblick genügt, um zu zerstören, dass aber oft ein
ganzes Leben nicht ausreicht, um wiederaufzubauen«, sagte er. Für Tod und Verwüstung würden »Milliarden Dollar verbraucht«.

Trump erneuert Kritik an Leo XIV.

Konkreter wurde der Papst bei seinem Appell nicht und führte nicht aus, welche Länder oder Politiker er mit dieser Aussage meint. Die Aussagen fallen jedoch vor dem Hintergrund eines Streits zwischen dem Oberhaupt der katholischen Kirche und der US-Regierung. Zuletzt war der Papst, nachdem er vermehrt zu Frieden aufgerufen hatte, von US-Präsident Donald Trump hart kritisiert worden. Leo XIV., der erste US-Amerikaner
als Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken, machte jedoch deutlich,
dass er sich aus dem Weißen Haus nicht einschüchtern lassen wolle.

Trump verteidigte derweil seine Kritik am Papst. »Ich muss tun, was richtig ist – der Papst muss das verstehen«, sagte Trump. Weiter teilte er mit, dass er nichts gegen den Papst habe. Er sei »sicher ein großartiger Kerl«. Allerdings halte er den Papst im Hinblick auf geopolitische Fragen für naiv. 

Zuvor hatte Trump dem Papst in einem Post in den sozialen Medien vorgeworfen, nicht genug gegen Kriminalität zu tun und mit der politischen Linken zu sympathisieren. Der Papst hingegen hatte Trumps Drohung, die iranische Zivilisation zu »vernichten«, zuletzt als »wahrlich inakzeptabel« kritisiert.

Papst verurteilt Missbrauch von Religion

Neben Trump hatte der Papst zuletzt auch den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kritisiert. Dieser verglich bei einer Pressekonferenz im Pentagon kritische Journalisten mit den Feinden des christlichen Heilsbringers Jesus, den Pharisäern. Wie diese trachteten ⁠die Medien danach, ihn zu zerstören, sagte Hegseth. Er beziehe sich dabei auf die »etablierte, Trump hassende Presse«. Weiter sprach er davon, dass die verhärteten Herzen ⁠der Journalisten nur darauf ausgerichtet seien, alles Negative zu suchen und gute Taten anzufechten. Der aus Chicago stammende Papst schrieb dazu auf X: »Wehe denen, die die Religion ⁠und den Namen Gottes für ihre eigenen militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke manipulieren und das Heilige ‌in Dunkelheit und Schmutz ziehen.«

Beide US-Politiker, Hegseth und Trump, nutzen im Zusammenhang mit dem Irankrieg zunehmend christliche Rhetorik. Die Rettung der im Iran abgeschossenen US-Piloten bezeichneten beide beispielsweise als Wunder. ‌Hegseth hatte zudem im vergangenen Monat bei einem Gottesdienst dafür gebetet, dass die Truppen »überwältigende Gewalt gegen diejenigen ausüben können, die ⁠keine Gnade verdienen«. 

US-Bürger zweifeln an Trumps Glaube

In den USA zweifeln unterdessen immer mehr Bürger und Bürgerinnen an der Religiosität ihres Präsidenten. In einer Umfrage, die kurz vor Trumps verbalen Attacken gegen Papst Leo XIV durchgeführt wurde, gaben 70 Prozent an, sie hielten Trump für nicht besonders oder überhaupt nicht religiös. Gerade einmal fünf Prozent stuften den Präsidenten nach Angaben des Washingtoner Pew Research Centers als »sehr religiös« ein. 24 Prozent fanden, Trump sei »einigermaßen religiös«. 

Auch seine Unterstützer zweifeln an seinem Glauben: Nur acht Prozent der Republikaner und fünf Prozent der weißen Evangelikalen gaben an, Trump für sehr religiös zu halten. Der US-Präsident hatte zuletzt mit einem auf sozialen Medien verbreiteten Bild provoziert, in dem er selbst als Jesus Christus dargestellt war.