Papst Leo XIV. will gen erster Afrikareise Zeichen setzen
Heute bricht Papst Leo XIV. zu seiner ersten Afrikareise auf. Binnen zehn Tagen will er vier Länder bereisen. In Algerien war vor ihm noch kein Pontifex, in Kamerun nimmt er an einem Friedenstreffen teil.
Noch nie zuvor hat ein Papst Algerien besucht. Die Reise in das flächenmäßig größte Land Afrikas hat für Papst Leo XIV. auch eine persönliche Bedeutung. Denn von hier stammt Augustinus von Hippo.
Papst Leo ist bereits mit 14 Jahren in das Augustiner-Knabenseminar in Chicago eingetreten und gehört dem Augustinerorden an.
Reise als Zeichen des christlich-muslimischen Dialogs
„Die Reise dieses Papstes ist kein einfacher Pastoralbesuch“, sagt der algerische Regisseur Rachid Benhadj. „Es ist eine historische und spirituelle Geste von großer Bedeutung, die eines Papstes, eines Augustiners, der beschließt, genau in das Land zu gehen, in dem Augustinus geboren wurde.“
Benhadj hat sich für ein Filmprojekt intensiv mit Augustinus von Hippo auseinandergesetzt: „In Algerien gründete Augustinus die erste christliche Mönchsgemeinschaft und verwandelte das Haus seines Vaters in einen Ort des Gemeinschaftslebens und der spirituellen Forschung.“ Man könne also sagen, dass „das erste Kloster der Geschichte“ das Haus des Vaters des Heiligen Augustinus gewesen sei, meint Benhadj.
Eine Tatsache, die im Westen oft vergessen werde, aber selbst in Algerien seien sich viele nicht der historischen Bedeutung bewusst. Denn lediglich 0,2 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken, der Islam ist Staatsreligion. Von daher steht die Reise vor allem auch als Zeichen des christlich-muslimischen Dialogs.
Papst besucht umkämpfte Region in Kamerun
Von Algerien wird Papst Leo weiter nach Kamerun reisen. Dort will er in Bamenda, im Norden des Landes, an einem Friedenstreffen teilnehmen. Seit etwa zehn Jahren schwelt ein Konflikt zwischen dem englischsprachigen Norden des Landes und der frankophonen Zentralregierung in der Hauptstadt Yaoundé.
Für Paul Beitzer vom katholischen Entwicklungshilfswerk Misereor durchaus überraschend, dass Papst Leo dorthin reist, da es in der Region immer wieder zu Kämpfen zwischen Separatisten und dem kamerunischen Militär kommt: „Das ist auf jeden Fall ein sehr deutliches und starkes Signal, dass eben auch Bamenda ausgewählt wurde.“ Das habe jetzt schon positive Auswirkungen, meint Beitzer: „Zum Beispiel wurden die Straßen, die nach Bamenda führen, jetzt wieder instand gesetzt und modernisiert. Der Flughafen der Stadt, der jahrelang nach 2016 geschlossen war, hat jetzt auch wieder seine Türen geöffnet, um eben auch den Flug des Papstes nach Bamenda zu ermöglichen.“
Reise auch nach Angola und Äquatorialguinea
Am sechsten Tag der Reise geht es nach Angola. Das Land ist geprägt von Demonstrationen und Streiks gegen Regierungschef João Lourenço. Die Hälfte der rund 38 Millionen Einwohner gilt als arm, obwohl Angola reich an Rohstoffen wie Erdöl und Diamanten ist. Der Papstbesuch soll ein Schlaglicht auf die soziale Situation im Land werfen.
Die letzte Station dieser Afrikareise führt Papst Leo nach Äquatorialguinea: gerade einmal 1,6 Millionen Einwohner, davon sind aber rund 75 Prozent katholisch. Der Pontifex will unter anderem ein Gefängnis besuchen und mit Strafgefangenen sprechen. Das kleine Land in Zentralafrika wird seit 1979 autoritär von Teodoro Obian Nguema Mbasogo regiert, der viele Grundrechte stark eingeschränkt hat.
Source: tagesschau.de
