Verhandlungen zum Irankrieg: USA verfertigen Gespräche mit Iran ohne Einigung
Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem
Iran sind in der Nacht ohne Einigung geendet. Die Delegation kehre in die USA zurück, sagte US-Vizepräsident JD Vance nach mehr als 20-stündigen Gesprächen
mit Vertretern des Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.
„Die schlechte
Nachricht ist, dass wir keine Einigung erzielt haben, und ich
denke, das ist für den Iran eine viel schlechtere Nachricht als
für die USA“, sagte Vance auf einer Pressekonferenz. Die Führung in Teheran habe die
US-Bedingungen nicht akzeptiert, zu denen der Verzicht auf den
Bau von Atomwaffen gehört.
Der Iran warf den USA vor, die Gespräche mit „unzumutbaren Forderungen“ zum Scheitern gebracht zu haben. Auch die Öffnung der seit Wochen vom Iran blockierten Straße von Hormus war nach Angaben iranischer Staatsmedien ein Hauptstreitpunkt.
Die iranische Seite hätte sich entschieden, die Bedingungen der USA nicht zu akzeptieren, sagte
Vance. „Wir haben sehr deutlich gemacht, wo unsere
roten Linien liegen.“ Die US-Delegation hätte auch gesagt, in
welchen Punkten sie bereit sei, dem Iran entgegenzukommen. Es sei aber nicht ersichtlich gewesen, dass sich der Iran
grundlegend dazu verpflichten wolle, langfristig keine Atomwaffen zu
entwickeln, sagte Vance. „Wir hoffen,
dass wir es noch sehen werden.“
Die US-Delegation lasse einen Vorschlag für den Iran zurück, der ein endgültiges
Angebot darstelle, sagte Vance weiter. Während der Verhandlungen habe er mehrfach mit US-Präsident Donald Trump telefoniert, sagte der US-Vizepräsident. Kurz nach der Presseerklärung reiste Vance dann mit der US-Regierungsmaschine Air Force Two aus Pakistan ab.
Iran meldete „intensive Verhandlungen“
Irans Außenamtssprecher Ismail
Baghai zufolge sprachen die Unterhändler über das iranische Atomprogramm und die Straße von Hormus, außerdem über Kriegsreparationen, die Aufhebung von
Sanktionen sowie ein Ende des Krieges in der Region. Bis tief in die Nacht hinein hätten „intensive Verhandlungen“ stattgefunden. Dabei seien „zahlreiche Nachrichten und Texte“ zwischen den beiden Seiten
ausgetauscht worden, schrieb Baghai in den frühen Morgenstunden auf X.
Zunächst hatte es von iranischer Seite geheißen, es werde am Sonntag weiter verhandelt. Der Erfolg des diplomatischen Prozesses hänge
aber „von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab,
von überzogenen und unzulässigen Forderungen abzusehen und die legitimen
Rechte und Interessen des Irans anzuerkennen“, schrieb Baghai weiter.
Iranische Medien berichten über große Differenzen
Iranische Medien hatten zuvor über große
Differenzen bei den Verhandlungen mit den USA berichtet. Die
Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars schrieben von „überzogenen
Forderungen“ der US-Seite, wobei die Straße von Hormus als
zentraler Streitpunkt genannt wurde. Das habe den Fortschritt der Verhandlungen aus iranischer Sicht behindert.
Es waren die ranghöchsten Gespräche zwischen den USA und dem
Iran seit der Islamischen Revolution von 1979 und die ersten
offiziellen direkten Verhandlungen zwischen beiden Seiten seit
2015. Damals war das internationale Atomabkommen geschlossen
worden, das verhindern sollte, dass der Iran eine Atombombe
entwickelt. Die USA stiegen jedoch 2018 während Trumps erster
Amtszeit aus dem Abkommen aus, und der Iran sah sich nicht mehr
an dessen Auflagen gebunden.
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