USA und Iran erzielen keine Einigung – Friedensgespräche vertagt
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben nach Angaben von US-Vizepräsident J.D. Vance kein Ergebnis gebracht. Die Gespräche sollen am Sonntag fortgesetzt werden. Israel teilt mit, Irans Atomprogramm zerstört zu haben. Mehr im Liveticker.
Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nahmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockierten weitgehend die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Nun einigten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
03:30 Uhr – US-Vizepräsident bestätigt: Keine Einigung erzielt
Bei den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran ist nach Angaben von US-Vizepräsident J.D. Vance keine Einigung erzielt worden. So habe es vom Iran keine Zusage für einen Verzicht auf Atomwaffen gegeben, sagte Vance. Zuvor hatten bereits mehrere Medien berichtet, dass beide Seiten ihre Differenzen in der jüngsten Runde nicht beilegen konnten.
03:01 Uhr – Iran fordert bei Verhandlungen Abkehr von Maximalforderungen
Der Erfolg der Gespräche hängt nach Angaben des iranischen Außenministeriums von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab. Diese müsse von „unrechtmäßigen Maximalforderungen“ absehen und die Rechte des Iran akzeptieren, teilt das Ministerium mit. In den vergangenen 24 Stunden seien die Hauptthemen der Verhandlungen erörtert worden, darunter die Straße von Hormus, die Atomfrage, Reparationszahlungen, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein vollständiges Ende des Krieges gegen den Iran und in der Region.
00:52 Uhr – USA und Iran offenbar ohne Einigung – Fortsetzung am Sonntag
Eine weitere Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran in Islamabad endet Medienberichten zufolge ohne Einigung. Es bestehen weiterhin ernsthafte Meinungsverschiedenheiten zwischen den Delegationen, meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eigene Reporter. Auch die Agentur Fars schreibt, dass beide Seiten ihre Differenzen in der jüngsten Runde nicht beilegen konnten. Die Verhandlungen sollen am Sonntag fortgesetzt werden, berichtet ein Reporter des iranischen Staatsfernsehens aus der pakistanischen Hauptstadt.
00:45 Uhr – Erneut Demo in Tel Aviv
In Tel Aviv protestierten am Samstag erneut hunderte Kriegsgegner gegen Netanjahu. Sie riefen unter anderem „Nein zu endlosen Kriegen, nein zu einer Regierung des Todes“.
00:32 Uhr – Netanjahu: Haben Irans Atom- und Raketenprogramm zerstört
Israel und die USA haben nach Worten des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu bei ihren Angriffen auf den Iran das Atom- und Raketenprogramm des Landes zerstört. „Es ist uns gelungen, Irans Atomprogramm und sein Raketenprogramm zu zerschlagen“, sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache. Der Iran verfüge inzwischen über „keine funktionierende Urananreicherungsanlage“ mehr.
Außerdem seien die meisten iranischen Raketenproduktionsstätten zerstört worden, sagte Netanjahu weiter. „Sie haben noch Raketen, sie haben noch Lager, aber das schrumpft.“
Samstag, 11. April
23:22 Uhr – Iran: Werden „starke Antwort“ auf Kriegsschiff-Durchfahrten in Hormus geben
Die iranischen Revolutionsgarden werden von iranischen Medien mit den Worten zitiert, es sei nur nicht-militärischen Schiffen erlaubt, die Straße von Hormus zu durchfahren. Die Erlaubnis gelte zudem nur unter spezifischen Bedingungen. Auf jeden Versuch, die Wasserstraße mit einem Kriegsschiff zu durchfahren, werde der Iran eine „starke Antwort“ geben.
23:19 Uhr – Trump: China wird große Probleme bekommen, wenn es Waffen an den Iran liefert
US-Präsident Trump äußert sich vor Reportern und sagt, der Iran lasse sich möglicherweise auf einen Deal ein, möglicherweise aber auch nicht. Unabhängig davon, was passiere, würden die USA aber gewinnen. Die USA seien in sehr tiefgehenden Verhandlungen mit dem Iran, fügt er hinzu. Für ihn mache es aber keinen Unterschied, ob es einen Deal mit dem Iran gebe. Mit Blick auf China sagt Trump, das Land werde große Probleme bekommen, wenn es Waffen an den Iran liefere.
23:13 Uhr – USA-Iran-Gespräche dauern an – Ringen bis in die Nacht
Die Gespräche zwischen dem Iran und den USA dauern in Pakistan auch nach Mitternacht (Ortszeit) an. Mehr als acht Stunden nach Auftakt der Gespräche kamen die Verhandlungsführer am Austragungsort in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu einem weiteren direkten Treffen zusammen, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete. Es sei die „letzte Gelegenheit“, einen gemeinsamen Rahmen mit den Amerikanern zu finden, hieß es.
23:02 Uhr – Katar will Schifffahrtsaktivitäten wieder aufnehmen
Katar will seine Seeschifffahrtsaktivitäten in vollem Umfang wieder aufnehmen. Ab diesem Sonntag solle von 6 bis 18 Uhr wieder regulärer Betrieb gelten, teilte das Verkehrsministerium mit. Der Beschluss soll demnach auf „alle Kategorien von Schiffen und Transportmitteln auf See“ ausgeweitet werden.
Das Ministerium forderte die Betreiber in einer Mitteilung zudem auf, die Sicherheitsprotokolle einzuhalten. Zunächst war unklar, ob die Entscheidung bedeutet, dass katarische Schiffe die Straße von Hormus wieder passieren dürfen, die bis Samstag faktisch weiter geschlossen war.
22:18 Uhr – Teheran dementiert Durchfahrt von US-Kriegsschiffen durch Straße von Hormus
Der Iran dementiert Angaben des US-Militärs, wonach am Samstag zwei US-Kriegsschiffe die Straße von Hormus durchquerten. Die entsprechenden Angaben des für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom würden „scharf zurückgewiesen“, erklärte der iranische Armeesprecher Ebrahim Zolfaghari am Samstagabend nach Angaben des Staatsfernsehens. „Die Entscheidung über die Durchfahrt von welchem Schiff auch immer liegt bei den Streitkräften der Islamischen Republik des Irans“, betonte er.
22:13 Uhr – Netanjahu: Wollen echtes Friedensabkommen mit dem Libanon
Israel strebt nach den Worten des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ein „echtes Friedensabkommen“ mit dem Libanon an. Dieses solle „über Generationen halten“, sagte er in einer Videobotschaft mit Blick auf anstehende Verhandlungen in Washington am Dienstag. Ein solcher Ausgang der Gespräche gilt allerdings als ungewiss.
Netanjahu bekräftigte gleichzeitig, Israel kämpfe weiter gegen die libanesische Hisbollah-Miliz, bis die Sicherheit der Ortschaften im Norden Israels gewährleistet sei. Seit Wiederaufflammen des Konflikts Anfang März habe Israel mehrere Hundert Hisbollah-Kämpfer getötet.
„Als Ergebnis der Stärke, die wir demonstriert haben, hat sich der Libanon innerhalb des vergangenen Monats mehrmals an uns gewandt“, sagte Netanjahu. Anliegen sei dabei gewesen, „direkte Friedensgespräche aufzunehmen“. Er habe dies gebilligt, unter zwei Bedingungen: die Entwaffnung der Hisbollah und die Vereinbarung eines echten Friedensabkommens, das Bestand haben werde. Auch weitere Länder innerhalb und außerhalb der Region hätten sich an Israel gewandt, „weil sie unsere Stärke sehen“.
21:30 Uhr – US-Kreise: Gespräche mit Iran und Pakistan dauern an
Die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran unter Beteiligung Pakistans dauern laut US-Regierungskreisen an. Am späten Samstagabend (Ortszeit) liefen die Verhandlungen noch, wie ein ranghohes Mitglied des Weißen Hauses mitreisenden Reportern in Islamabad mitteilte.
Die US-Delegation in Islamabad wird von Vizepräsident J.D. Vance geleitet, die Iranische von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf. Sie sollen erörtern, wie die Waffenruhe vorangebracht werden kann, die durch tiefe Differenzen und unverminderte Kämpfe im Libanon brüchig geworden ist.
21:13 Uhr – Iranische Medien: USA stellen bei Verhandlungen „inakzeptable Forderungen“
Bei den direkten Gesprächen zwischen Vertretern Washingtons und Teherans über ein Ende des Krieges haben die USA nach Angaben Iranischer Medien „inakzeptable Forderungen“ gestellt. „Die USA stellen exzessive Forderungen bezüglich der Straße von Hormus und haben auch in mehreren anderen Fragen inakzeptable Forderungen gestellt“, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Auch die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von „exzessiven Forderungen“ der USA, vor allem zur Straße von Hormus.
20:02 Uhr – Iranisches TV: Nächste Gesprächsrunde noch Samstagabend
Das Iranische Staatsfernsehen berichtet, eine dritte Zusammenkunft zu den Verhandlungen mit den USA in Islamabad werde es noch am Samstagabend geben.
19:06 Uhr – Zwei US-Kriegsschiffe haben Straße von Hormus durchfahren
Das US-Militär teilt mit, zwei seiner Kriegsschiffe hätten die Straße von Hormus durchfahren. Das sei Teil des Vorhabens, mit der Minenräumung in der Passage zu beginnen, erklärt das US-Zentralkommando Centcom auf X. Die beiden Kriegsschiffe USS Frank E. Peterson (DDG 121) und USS Michael Murphy (DDG 112) seien Teil einer „umfassenderen Mission, die sicherstellen soll, dass die Straße vollständig von den zuvor von den Iranischen Revolutionsgarden verlegten Seeminen befreit wird“.
„Heute haben wir mit der Einrichtung einer neuen Passage begonnen und werden diesen sicheren Weg bald mit der Schifffahrtsindustrie teilen, um den freien Warenverkehr zu fördern“, sagte Admiral Brad Cooper, Kommandeur des Centcom. US-Präsident Trump hatte zuvor erklärt, sein Land habe mit dem „Prozess zur Freigabe der Straße von Hormus“ begonnen.
19:02 Uhr – Verhandlungen Iran/USA beim Thema Straße von Hormus in der Sackgasse
Die „Financial Times“ berichtet, die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA seien bei der Frage der Straße von Hormus in eine Sackgasse geraten.
18:50 Uhr – Irans Marine warnt US-Kriegsschiff wegen Straße von Hormus
Irans Marine warnt mit Beginn der Friedensverhandlungen ein US-Kriegsschiff vor einer Durchquerung der Straße von Hormus. Die Streitkräfte der Islamischen Republik beobachteten den US-Zerstörer genau, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. Sollte das Schiff seinen Kurs fortsetzen, drohe ein Angriff.
17:59 Uhr – Weißes Haus: USA und Iran sprechen direkt miteinander
Bei den Friedensverhandlungen in Islamabad sprechen nach Angaben des Weißen Hauses die USA und der Iran direkt miteinander, unter Anwesenheit von Vertretern Pakistans. Ein hochrangiger Regierungsbeamter des Weißen Hauses bestätigte ein trilaterales Treffen an diesem Samstag. Zuvor hatte es bereits aus pakistanischen Sicherheitskreisen geheißen, dass es direkte Gespräche gebe.
Die von Pakistan vermittelte Verhandlungsrunde ist laut „New York Times“ das hochrangigste direkte Treffen zwischen US-amerikanischen und Iranischen Beamten seit der Islamischen Revolution im Iran 1979. Nach dieser hatten sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern dauerhaft stark verschlechtert.
dpa/AFP/AP/Reuters/ceb/saha/mol/jmr
Source: welt.de