Abwehrsysteme oben Drittländer : Bericht: China bereitet Waffenlieferungen an den Iran vor

Abwehrsysteme über Drittländer Bericht: China bereitet Waffenlieferungen an den Iran vor

11.04.2026, 11:18 Uhr

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Die tragbaren Luftabwehrsysteme vom Typ FIM-92 Stinger, bekannt als Manpads, sollen während des gesamten fünfwöchigen Krieges eine Bedrohung für tieffliegende US-Militärflugzeuge dargestellt haben. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ist fragil. In Pakistan laufen Gespräche über eine Beendigung des Krieges. Im Hintergrund scheint China laut einem Bericht das Waffenarsenal des Iran wieder auffüllen zu wollen. Dies wäre ein Widerspruch zur offiziellen Haltung Pekings.

China bereitet einem Medienbericht zufolge die Lieferung von Luftabwehrsystemen an den Iran vor. Darauf deuteten Einschätzungen der US-Geheimdienste hin, berichtet der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf drei Insider. Demnach plane China innerhalb der nächsten Wochen die Lieferung von schultergestützten Flugabwehrraketen, sogenannten Manpads. Es gebe zudem Anzeichen dafür, dass China versuche, die Lieferungen über Drittländer zu leiten, um ihre Herkunft zu verschleiern.

Angesichts der Erklärung Pekings, China habe maßgeblich zur Vermittlung des Waffenstillstandsabkommens beigetragen, wäre dies ein provokativer Schritt, schreibt CNN. US-Präsident Donald Trump wird Anfang nächsten Monats zu Gesprächen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping nach China reisen.

Zudem würden die Geheimdiensterkenntnisse unterstreichen, wie der Iran die Waffenruhe möglicherweise als Gelegenheit nutzt, um mithilfe ausländischer Partner bestimmte Waffensysteme wieder aufzufüllen. Die Manpads sollen während des gesamten fünfwöchigen Krieges eine asymmetrische Bedrohung für tieffliegende US-Militärflugzeuge dargestellt haben. Diese Systeme könnten dies laut CNN auch wieder tun, falls der Waffenstillstand scheitert.

China dementiert entschieden

Jedoch bestreitet Peking die Lieferung von Waffen. „China hat niemals Waffen an irgendeine Konfliktpartei geliefert“, wird ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington von dem US-Sender zitiert. Die fraglichen Informationen seien unwahr, heißt es.

Indes laufen in Islamabad die Gespräche zwischen den USA und Iran über die Beendigung des Krieges. Am Morgen ist die US-Delegation in der pakistanischen Hauptstadt eingetroffen. Zwei US-Regierungsmaschinen mit US-Vizepräsident JD Vance sowie dem Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner landeten auf dem Luftwaffenstützpunkt Nur Khan. Die Vertreter des Irans unter Leitung von Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf waren schon am Freitag angekommen.

Die Feuerpause wurde mithilfe der Vermittlung von Pakistan erreicht, auch China soll mitgewirkt haben. Anfang der Woche hatte ein Sprecher der chinesischen Botschaft laut CNN mitgeteilt, dass Peking seit Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran „daran gearbeitet habe, einen Waffenstillstand und ein Ende des Konflikts herbeizuführen“.

Auch US-Präsident Trump sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP, er glaube, die chinesische Regierung habe den Iran zu einer Einigung für eine Waffenruhe gedrängt. „Wenn das zutrifft, wäre es ein bedeutender diplomatischer Erfolg für Peking“, sagte die China-Expertin Eva Seiwert vom Mercator Institut für Chinastudien (Merics) auf ntv.de-Anfrage. Der Expertin zufolge war Peking bereits lange in der Diplomatie rund um den Krieg zwischen den USA und dem Iran involviert. „China agierte vor allem im Hintergrund“, so Seiwert. 

Ob die Gespräche in Islamabad nun zu einem raschen Erfolg führen, ist offen. Denn der Iran knüpfte den Beginn der Verhandlungen an Zusagen für eine Waffenruhe auch für den Libanon und für die Aufhebung von Sanktionen. Der Krieg hat sich im Nahen Osten ausgeweitet, Tausenden Menschen das Leben gekostet, Millionen vertrieben und wirkt sich erheblich auf die Ölpreise und damit die Weltwirtschaft aus. Derweil beschießen sich das israelische Militär und die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon weiter gegenseitig.

Quelle: ntv.de, gut/rts

Source: n-tv.de