James Mountbatten-Windsor: Ist dasjenige Großbritanniens begehrtester Junggeselle?
James Mountbatten-Windsor, der Neffe von König Charles, wuchs fernab der Öffentlichkeit auf. Doch die Royals brauchen Unterstützung und da kommt der 18-Jährige gerade recht.
Er erinnert ein bisschen an den frühen Justin Bieber. Mit dieser Frisur, die aussieht, als sei Sturm und der puste ihm die Strähnen von hinten nach vorn. Jungs in seinem Alter tragen die Haare so und setzen dazu einen lässigen Blick auf, doch der liegt James Mountbatten-Windsor nicht ganz so. Er schaute eher schüchtern zu Boden, als er am vergangenen Wochenende zum Ostergottesdienst in der Kapelle von Schloss Windsor erschien. Wo er aber ziemlich auffiel.
Denn James Mountbatten-Windsor ist jetzt 18 und überragt seinen Vater Prinz Edward, den Bruder von König Charles, locker um einen Kopf, wie plötzlich alle bemerkten. Außerdem fehlten einige der Royals: James’ Mutter Sophie, die Herzogin von Edinburgh, war ein wenig „under the weather“, wie die Briten sagen: Sie fühlte sich nicht. Seine Schwester Louise hatte keine Zeit, weil sie sich derzeit auf ihr Studium konzentriert.
Und auch die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie blieben dem Gottesdienst fern. Sie meiden die Öffentlichkeit, seit ihr Vater Andrew wegen seiner Epstein-Verbindungen verhaftet wurde (vermutlich möchten die Windsors derzeit auch mit niemandem gesehen werden, der an Andrew erinnert). Darum ist frischer Wind willkommen – James Mountbatten-Windsor etwa, den die „Daily Mail“ sogleich zu „Großbritanniens begehrtestem Junggesellen“ kürte.
Familienausflug: James als Elfjähriger bei einem Zoobesuch mit seinen Eltern und seiner Schwester Louise © empics / Picture Alliance
Nun geht ein Junge nicht automatisch auf Brautschau, nur weil er volljährig geworden ist. Aber solange Prinz George – der Zweite in der Thronfolge – nicht im heiratsfähigen Alter ist, muss die britische Knallpresse schauen, was die anderen machen. James Mountbatten-Windsor ist zwar nur der 16. in der Thronfolge, macht aber einen sehr vernünftigen Eindruck: Er fiel bisher durch keinerlei Windsor-Schrullen auf, seine Eltern erzogen ihn relativ normal; fernab der Öffentlichkeit, weshalb James in den Medien bisher eher als „verstecktes Mitglied der Königsfamilie“ galt.
Oft verpasste er Anlässe, bei denen die Windsors zusammenkamen, weil ihm die Schule wichtiger war. Nun aber lief er mit ihnen zur Kirche und plauderte mit seinem Vater und der Frau, die bei diesen Anlässen am meisten fotografiert wird: Prinzessin Kate.
Seine Eltern stehen bei den Royals jetzt in der ersten Reihe
Schon nach seinem 18. Geburtstag im Dezember gab es Spekulationen über James’ Zukunft. Seine Eltern Prinz Edward und Herzogin Sophie sind in den vergangenen Jahren wichtige Stützen des Königshauses geworden: Sie füllten die Lücken, die durch die Abgänge von Harry und Meghan und die Verbannung von Andrew entstanden sind. Sophie war die engste Vertraute der Queen, telefonierte täglich mit ihr. Und sie war die Lieblingsschwiegertochter von Prinz Philip, der sich immer gewünscht hatte, sie möge mehr in der Öffentlichkeit beachtet werden. Dort stehen sie und Edward nun ganz vorn: Mit Charles und Camilla, William und Kate repräsentieren sie die Windsors.
So wie Edward der jüngste Bruder von Charles ist, ist James der jüngste Cousin von William. Die royalen Experten sind sich sicher, dass, wenn William König wird, er auf Edwards Kinder setzt, wenn es darum geht, repräsentative Pflichten zu übernehmen. William könne die Stärken der Monarchie kaum „besser ausbauen als mit der Energie junger Menschen, denen von Geburt an Werte wie Gemeinwohl und Pflichtbewusstsein vermittelt wurden“, schrieb Richard Eden, der Kolumnist der „Daily Mail“.
Die Hände als Fernglas: Klein-James 2013 auf dem Balkon des Buckingham Palastes bei der Geburtstagsparade der Queen © Chris Jackson / Getty Images
Dabei wuchsen James und seine Schwester ohne den Titel „Königliche Hoheit“ auf, das wollten ihre Eltern so. „Sie werden später einmal arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Wenn sie einen möglichst normalen Start ins Leben hatten, wird ihnen das hoffentlich zugutekommen“, sagte Herzogin Sophie einmal.
James’ Kindheit war geprägt von Angeln auf dem Land, Übernachtungen bei Freunden und einem Schulweg, den er wie jedes andere Kind zu Fuß ging. Das einzig unnormale in seinem Leben sei gewesen, „dass er Großeltern hat, die in einem Schloss wohnen“, so Herzogin Sophie. Da James auf dem Familiensitz Bagshot Park in der Nähe von Schloss Windsor aufwuchs, besuchten er und seine Schwester häufig die Queen und Prinz Philip. Er teilte mit seinen Großeltern die Leidenschaft fürs Fliegenfischen, der er regelmäßig während der Sommerferien auf Schloss Balmoral nachging. Auch soll er ein begabter Griller sein und sich gern an den Familien-Barbecues beteiligen.
Diesen Sommer wird James seine Schulzeit am Radley College in Oxfordshire mit dem Abitur abschließen. Ob er seiner Schwester dann zum Studium an die Universität St. Andrews folgen wird? „Bei James bin ich mir da nicht so sicher“, hat Herzogin Sophie einmal gesagt. Vielleicht macht er auch eine Ausbildung. Oder entdeckt das Händeschütteln des Volkes für sich. Mal sehen, was die Windsors mit ihm vorhaben.
Source: stern.de