Batteriehersteller im Norden: Staat sichert 153 Millionen Euro aus Northvolt-Insolvenz

Batteriehersteller im NordenStaat sichert 153 Millionen Euro aus Northvolt-Insolvenz

10.04.2026, 14:10 Uhr

Eine-Informationstafel-steht-vor-der-Baustelle-der-geplanten-Batteriefabrik-Northvolt
Die Northvolt-Insolvenz ist immerhin kein kompletter Reinfall für den Steuerzahler. (Foto: picture alliance/dpa)

Northvolt galt als große Hoffnung der Autobranche in Europa. Um sicherzustellen, dass deutsche Hersteller mit Batterien versorgt werden, übernimmt der Staat 2020 eine Garantie in dreistelliger Millionenhöhe – doch das Unternehmen geht pleite. Jetzt gibt es gute Nachrichten für die Steuerzahler.

Die Pleite des schwedischen Batterieherstellers Northvolt kostet die deutschen Steuerzahler etwas weniger Geld als bislang angenommen. Im Zuge der geplanten Übernahme der deutschen Tochter durch Lyten haben Bund und Land 153 Millionen Euro an Steuergeld gesichert.

Das Geld wurde bereits zurückgezahlt, wie das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte. Die Mittel gehen jeweils zur Hälfte an den Bund und das Land Schleswig-Holstein. Absehbar werden im Rahmen einer sogenannten solventen Liquidation der „Northvolt Drei Projektgesellschaft“ in der Nähe des schleswig-holsteinischen Ortes Heide im Sommer weitere bis zu 69 Millionen Euro an die staatliche Förderbank KfW zurückfließen. Zuvor muss erst eine emissionsrechtliche Genehmigung des nördlichsten Bundeslandes für die Baustelle rechtskräftig werden.

„Für das Bundeswirtschaftsministerium und das Land Schleswig-Holstein hatte die Sicherung und Rückführung nicht verwendeter Steuergelder von Anfang an höchste Priorität. Damit wird ein Teil der eingesetzten Steuergelder gesichert“, hieß es aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Northvolt wollte im Norden eine Gigafabrik mit rund 3000 Arbeitsplätzen errichten und hatte dafür von der KfW eine Wandelanleihe über 600 Millionen Euro erhalten. Bund und Land bürgten jeweils zur Hälfte. Rund 330 Millionen Euro davon wurden verbaut oder für Käufe von Land und Maschinen eingesetzt. Auf dem Sperrkonto liegen zudem noch knapp 50 Millionen Euro, die nach dpa-Informationen allerdings bereits vorgesehen sind, um eine Insolvenz der deutschen Tochter von Northvolt zu verhindern.

Northvolt galt als große Hoffnung der Autobranche

Der Bund nutzte für die deutsche Northvolt-Tochter Restrukturierungsverfahren unterhalb der Insolvenzschwelle (Starug). Denn Northvolt Drei, wie das Projekt bei Heide heißt, war im Gegensatz zur schwedischen Muttergesellschaft nicht insolvent. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums ist der Restrukturierungsplan gerichtlich in letzter Instanz bestätigt.

Darüber hinaus könnte durch die geplante Übernahme von Northvolt Drei durch das US-Unternehmen Lyten weiteres Geld in zweistelliger Millionenhöhe an Bund und Land fließen. Lyten will nach der schwedischen Muttergesellschaft auch die deutsche Northvolt-Tochter übernehmen. Die Gespräche mit dem Bund und der KfW dauern an.

Nach einem Treffen mit der schleswig-holsteinischen Landesregierung hatte Lyten-Chef Dan Cook angekündigt, zunächst mit rund 1000 Arbeitsplätzen auf dem Gelände bei Heide zu planen. Dort plant das Unternehmen demnach die Produktion von Batterien für ein breites Anwendungsspektrum, darunter Verteidigung, stationäre Energiespeicherung, Mobilität und Elektrofahrzeuge.

Northvolt galt als Hersteller von Batterien für E-Autos lange Zeit als große Hoffnung der europäischen Automobilbranche. Die Schweden expandierten, mussten jedoch immer wieder neue Rückschläge wie den Rückzug eines Milliardenauftrags für Batteriezellen durch den Autobauer BMW verkraften und mit immer größer werdenden Schulden ringen. Wegen anhaltender Finanzierungsprobleme hatte Northvolt Mitte März Insolvenzantrag für den Betrieb in Schweden gestellt.

Quelle: ntv.de, André Klohn und Andreas Hoenig, dpa

Source: n-tv.de