Ursula Erbers Abschied von „Dahoam is Dahoam“: „Lansing trauert mit Pauken und Trompeten“






Nach knapp 20 Jahren verabschiedet sich Ursula Erber aus Lansing. Ihre „Dahoam is Dahoam“-Kollegen widmen ihr liebevolle Worte.

Am 7. April wird es „Ganz staad“ in Lansing. „Dahoam is Dahoam“-Urgestein Ursula Erber (92) wird zum letzten Mal in der beliebten BR-Serie zu sehen sein. Nach fast 20 Jahren in der Rolle der Theresa „Theres“ Brunner, die von einigen Figuren und eingefleischten Fans liebevoll Uri genannt wird, zieht die 92-Jährige einen Schlusstrich.



Auf eigenen Wunsch stirbt Erbers Figur den Serientod, was nicht nur für traurige Szenen in der Serie, sondern auch für emotionale Momente am Set sorgte. Die „Dahoam is Dahoam“-Stars erzählen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news von prägenden Erinnerungen, richten liebevolle Worte an ihre langjährige Kollegin und verraten, wie es in Lansing nun weitergeht.

„Allen war wohl etwas schwer ums Herz“

„Dieser letzte Drehtag war äußerst intensiv für mich, denn ich durfte die letzten zwei Szenen mit ihr spielen“, verrät Michael Vogtmann (73), der seit 2020 die Rolle als Erbers Seriensohn Joseph Brunner spielt. Nicht nur er betont, wie emotional diese letzten Drehtage mit Erber waren. Immerhin endete eine fast 20-jährige Ära bei „Dahoam is Dahoam“. „Sie hatte noch echt herausfordernde Szenen zu drehen“, sagt Heidrun Gärtner (60), die in der Rolle als Annalena Brunner ebenfalls von Anfang an Teil der Serie ist. „Allen war wohl etwas schwer ums Herz, unser ‚Urgestein‘ zu verabschieden“, fügt sie hinzu.


Doch es war nicht nur traurig und das Ensemble hatte auch an Erbers letzten Tagen am Set viel Spaß, wie Bernhard Ulrich (58) erzählt: „Mit der ihr eigenen Selbstironie – ‚ich bin halt a oids Weib‘ – konnte sie das Ensemble wunderbar unterhalten.“ Besonders in Erinnerung geblieben ist dem Darsteller von Hubert Kirchleitner ein Drehtag mit Erber am Osterfelderkopf in Garmisch. „Wir mussten sie anflehen, langsamer den Berg hinaufzustürmen, da die Kamera sie einfach nicht erwischt hat“, erinnert sich Ulrich und fügt hinzu: „So fit war sie damals, im zarten Alter von Mitte 80!“

Als „Dahoam is Dahoam“ 2007 startete, war Erber bereits 73 Jahre alt. Von ihrer Erfahrung als Schauspielerin profitierten auch ihre Kollegen am Set. Michael A. Grimm (55), der von 2007 bis 2009 in der Rolle des Max Brunners zu sehen war und seither immer wieder Gastauftritte hat, erinnert sich an viele Begebenheiten, die neben dem Dreh passierten: „Wie sie zum Beispiel mit mir den Text eines Dialoges in hochprofessioneller Weise umgestaltet und verbessert hat, nur wenige Minuten vor dem Dreh“, so der Schauspieler, der für Erbers Abschied erneut in seine Rolle zurückkehrte. „Da hat mich ihr Fachwissen, ihr Gespür für Dramaturgie und ihre so tiefe Figurenarbeit sehr beeindruckt.“ Erber sei eine „Seele von Mensch, gute Schauspielerin und feine Kollegin“.




Neben Grimm sind auch weitere bereits ausgestiegene Schauspieler für einige Folgen um Ostern nach Lansing zurückgekehrt. Darunter etwa Tommy Schwimmer (37), der von 2007 bis 2021 als Florian „Flori“ Brunner Erbers Urenkel spielte. „Theres und Flori hatten immer eine besondere, spitzbübische Verbindung“, erinnert sich der Schauspieler. „Es war nie wie Urenkel-Uroma, sondern eher wie zwei, die unter einer Decke stecken und gerne zusammen Schabernack treiben.“


„Lansing trauert um die Urgroßmutter dieser Serie“

Während es für die Darsteller lediglich die Verabschiedung einer lieben Kollegin in den Ruhestand ist, so ist es für die Figuren in der Serie ein Trauerfall. „Lansing trauert um die Urgroßmutter dieser Serie natürlich mit Pauken und Trompeten“, verrät Martin Wenzl (41). In den kommenden Folgen in der Woche nach Ostern dreht sich alles um diese Trauer und die Beerdigung. „Mit Abstand der größte Aufwand, der je betrieben wurde, um das Ausscheiden einer Figur zu erzählen“, sagt der Darsteller von Ludwig Brunner, der für diesen Anlass ebenso für ein paar Folgen wieder zum Ensemble gestoßen ist.

„Ich denke Lansing wird trauern, vermissen, sich nach ihr sehnen, sich an den Erinnerungen erfreuen, von ihr zehren und, wie immer, weitermachen mit dem Leben. Die Kollegen ebenso“, meint Grimm. Erber und ihre Serienfigur hinterließen eine Lücke, so der Schauspieler weiter. Sein Kollege und Seriensohn Schwimmer findet auch: „Die Serie wird ohne sie nicht mehr die gleiche sein.“ Er fügt hinzu: „Aber sie hat sich ihren Ruhestand nun wirklich mehr als verdient.“ Weiter verrät der 37-Jährige, dass Theres in der Serie noch etwas Schönes für alle vorbereitet habe: „Typisch Theres eben. Sie hat an alles gedacht.“

Fans konnten Ursula Erber in ihrer letzten Episode bereits in der ARD-Mediathek sehen. Am 7. April um 19:30 Uhr wird die Folge „Ganz staad“ im BR Fernsehen ausgestrahlt.

SpotOnNews

Source: stern.de