„Sondervermögen“ treiben Staatsdefizit uff 127 Milliarden Euro

Deutschlands Staatsfinanzen rutschen tiefer ins Minus: Der öffentliche Gesamthaushalt schloss 2025 mit einem Defizit von 127 Milliarden Euro ab – so hoch wie seit dem Energiekrisenjahr 2022 nicht mehr.

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Der öffentliche Gesamthaushalt in Deutschland hat 2025 mit dem höchsten Finanzierungsdefizit seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Energiekrisen-Jahr 2022 abgeschlossen. Der Fehlbetrag lag bei 127,3 Milliarden Euro und damit um 22,9 Milliarden Euro höher als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Im Gegensatz zu damals wiesen 2025 jedoch alle staatlichen Ebenen – Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen – ein Defizit auf. Insgesamt standen Einnahmen von rund 2,081 Billionen Euro Ausgaben von etwa 2,208 Billionen Euro gegenüber.

Hauptverantwortlich für den Anstieg war der Bund, dessen Defizit sich um 34,5 Milliarden auf 85,4 Milliarden Euro vergrößerte. Dahinter steht auch die politische Entscheidung, zur Finanzierung stärker auf Schulden zurückzugreifen.

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Dies schlug sich ‌in den komplett kreditfinanzierten Sondervermögen für die Bundeswehr sowie für Infrastruktur und Klimaschutz nieder. Die Gemeinden verzeichneten mit 31,9 Milliarden Euro ein Rekorddefizit. Die Schere zwischen einem Einnahmenzuwachs von 4,1 Prozent und einem Ausgabenplus von 5,6 Prozent ging hier weiter auseinander als 2024.

Ihren Fehlbetrag verringern konnten hingegen die Länder und die Sozialversicherung. Das Defizit der Länder sank um 9,5 Milliarden auf 8,7 Milliarden Euro. Gut drei Viertel davon entfielen auf die ‌Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen, während fünf Flächenländer wie Bayern und Hessen Überschüsse erzielten.

Höhere Beitragseinnahmen bei der Sozialversicherung

Die Sozialversicherung schloss mit einem Minus von 1,3 Milliarden Euro ab, was eine Verbesserung um 9,2 Milliarden Euro bedeutet. Hier wirkten sich um neun Prozent höhere Beitragseinnahmen aus, unter anderem durch höhere Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung.

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Die gestiegenen Ausgaben des Bundes dienten unter anderem dem Stabilisieren der Sozialkassen durch höhere Zuschüsse und Darlehen. Zudem ‌gewährte der Bund der Deutschen Bahn ‌5,3 Milliarden Euro zur Erhöhung des Eigenkapitals und stellte ihr ein Darlehen über drei Milliarden Euro zur Verfügung.

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Ein wesentlicher Ausgabentreiber waren die militärischen Beschaffungen, ‌die um 23,4 Prozent auf 39 Milliarden Euro stiegen. Dämpfend auf die Ausgaben ‌wirkte ‌sich eine neue Buchungspraxis für Bundeswertpapiere aus, wodurch die Zinsausgaben gegenüber 2024 zurückgingen.

Reuters/coh

Source: welt.de