„Bin nicht die Zukunft, aber …“: Kubicki giftet gegen Strack-Zimmermann

„Bin nicht die Zukunft, aber …“Kubicki giftet gegen Strack-Zimmermann

06.04.2026, 16:44 Uhr

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Lindner habe Kubicki überzeugt, doch für den Parteivorsitz zu kandidieren. (Foto: IMAGO/Sven Simon)

Die FDP braucht eine neue Spitze. Partei-Urgestein Kubicki stellt sich zur Wahl, wird dafür aber von Parteikollegin Strack-Zimmermann angefahren. Er wehrt sich dagegen. Mehrere Personen hätten ihm Mut zugesprochen, sagt Kubicki.

Wolfgang Kubicki hat seine Bewerbung als FDP-Parteivorsitzender gegen Kritik aus den eigenen Reihen verteidigt. „Lieber ein altes Schlachtross als ein lahmes Steckenpferd“, sagte Kubicki dem „Tagesspiegel“ mit Blick auf Äußerungen der FDP-Europaabgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

Die Verteidigungsexpertin schrieb am gestrigen Sonntag auf X: „Die FDP muss von einer neuen Generation in die Zukunft geführt werden, nicht nur von alten Schlachtrössern.“ Kubicki und sie selbst müssten ihre Bekanntheit „in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen“, fuhr Strack-Zimmermann fort. Dies solle aber gemeinsam mit der „neuen Generation“ geschehen, und nicht „indem wir ihr an der Spitze im Weg stehen“.

Kubicki wolle die FDP wiederbeleben, kündigte er an. „Ich bin 56 Jahre Mitglied der FDP und ich könnte es nicht ertragen, mitansehen zu müssen, wie die Partei zugrunde geht. Ich will alles dafür tun, um das zu verhindern“, sagte der 74-Jährige. Dass er mit seinem Alter keinen Neuanfang verkörpere, sei ihm bewusst. „Ich bin nicht die Zukunft der FDP, aber ich will, dass meine Partei überhaupt noch eine Zukunft hat“, so Kubicki zum „Tagesspiegel“.

Zu seiner Kandidatur sei er von verschiedenen Leuten gedrängt worden, erklärte der frühere Bundestagsvizepräsident. „Den letzten Kick gab mir Christian Lindner am Donnerstag.“ Der frühere FDP-Vorsitzende habe ihm gesagt, die Partei sei am Ende, sollte Kubicki sie nicht übernehmen. „Ich habe ihm dann gesagt, er sei ein lustiges Kerlchen. Er verdient jetzt gutes Geld in der freien Wirtschaft und schiebt den Kinderwagen durch den Park“, sagte Kubicki. Trotzdem habe Lindner recht: „Jemand muss jetzt den Karren aus dem Dreck ziehen.“

Fünf-Prozent-Ziel steht

Sein Ziel sei es, die Partei wieder über die Fünfprozenthürde zu hieven. Dafür gibt sich der FDP-Vize selbst ein Jahr. „Im Mai 2027 haben wir wieder Vorstandswahlen. Wenn wir bis dahin keinen Erfolg haben, dann war es das endgültig für mich.“

Eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der AfD schließt Kubicki aus. „Solange ich in der FDP etwas zu sagen habe, wird es keine Koalition mit der AfD geben. Und auch jede andere Art der Zusammenarbeit schließe ich aus.“ Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern könnte die AfD stärkste Kraft werden. Die Liberalen würden dort aber keinen AfD-Ministerpräsidenten wählen, so Kubicki. Derzeit allerdings sehen Umfragen die Partei auch weder in Magdeburg noch in Schwerin erneut im Landtag.

„Ich will die AfD wieder kleinmachen, aber nicht durch Ausgrenzung, sondern indem wir zeigen, dass die nicht viel auf der Pfanne haben.“ Der 74-Jährige betonte zugleich, er wolle seine Positionen nicht davon abhängig machen, ob die AfD sie unterstütze.

Kubicki forderte, die FDP müsse sich zu dringenden Themen wie aktuell zur Energiepolitik wieder lauter zu Wort melden. „Die Öl- und Gas-Preise explodieren, dabei haben wir ausreichend heimische Vorkommen“, sagte Kubicki. Die Grünen würden jedoch eine Förderung verhindern. „Wir riskieren lieber unseren eigenen Wohlstand und importieren aus anderen Ländern Öl und Gas zu Mondpreisen“, kritisierte der frühere Bundestagsvizepräsident.

An Argentiniens Präsident Javier Milei will sich Kubicki als FDP-Chef nicht orientieren. „Mehr Milei oder mehr Trump wagen, finde ich albern. Wir haben eigene Positionen und müssen die nicht ableiten“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Lindner schrieb 2024 in einem Gastbeitrag im „Handelsblatt“, Deutschland würde eine „Prise Milei und Musk durchaus guttun“.

Quelle: ntv.de, mpa

Source: n-tv.de