Atomenergiebehörde warnt vor „sehr realer Bedrohung“

Die Internationale Atomenergiebehörde sieht durch die anhaltenden Angriffe im Umfeld von Atomkraftanlagen eine ernsthafte Bedrohung. Eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus schließt der Iran derweil aus. Mehr im Liveticker.

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Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren weitgehend die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:

16:09 Uhr – Angriff auf Israel von drei Seiten

Israel ist gleichzeitig aus dem Iran, dem Libanon und dem Jemen angegriffen worden. Im Großraum Tel Aviv heulten bei Raketenangriffen aus dem Iran erneut die Warnsirenen, Menschen hielten sich in Schutzräumen auf. Die Küstenstadt Eilat im Süden des Landes wurde nach Medienberichten von Drohnen angegriffen, die aus dem Jemen geschickt worden waren. Dabei sei niemand verletzt worden. Zudem habe es auch im Norden des Landes Angriffe durch die libanesische Hisbollah-Miliz gegeben.

15:45 Uhr – IAEA bestätigt Angriffe nahe iranischer Atomanlage Buschehr

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hat mehrere von iranischen Staatsmedien vermeldete Angriffe im Umfeld des Atomkraftwerks Buschehr bestätigt. Einen Einschlag habe es nur 75 Meter vom Gelände der Atomanlage entfernt gegeben, teilte die UN-Organisation mit. Eine IAEA-Analyse habe ergeben, dass die Anlage jedoch bis Sonntag nicht beschädigt gewesen sei. Generaldirektor Rafael Grossi forderte ein Ende der Angriffe. Diese stellten eine „sehr reale Gefahr für die nukleare Sicherheit“ dar, mahnte er.

Luftangriffe auf ein in Betrieb befindliches Akw „könnten einen schweren radiologischen Unfall mit schädlichen Folgen für Mensch und Umwelt im Iran und darüber hinaus“ verursachen, erklärte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag im Onlinedienst X. Diese „sehr reale Bedrohung“ müsse aufhören.

15:30 Uhr – Iran meldet Angriffe auf Industrie im Landeszentrum

Der Iran hat nach israelischen Luftangriffen auf die Gasindustrie am Persischen Golf weitere Bombardierungen im Landeszentrum gemeldet. Ziel sei ein petrochemischer Komplex in der Stadt Marwdascht rund 45 Kilometer nordöstlich der Metropole Schiras gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Ein Feuer sei ausgebrochen, aber bereits unter Kontrolle, hieß es. Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz Angriffe auf Anlagen in der Küstenstadt Asalujeh bestätigt.

15:08 Uhr – Mindestens 15 Tote bei israelischen Angriffen in Libanon

Israel setzt seine Angriffe auf mutmaßliche Stellungen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon mit voller Härte fort. Dabei wurden in verschiedenen Regionen des Landes nach libanesischen Angaben mindestens 15 Menschen getötet. Unter anderem nahm Israel am Montag die Hauptstadt Beirut ins Visier, auch Ziele im Süden und Osten des Landes wurden angegriffen.

14:31 Uhr – Iran greift US-Kriegsschiff an

Die iranischen Revolutionsgarden greifen nach Angaben staatlicher Medien das amphibische US-Angriffsschiff LHA-7 an und zwingen es zum Rückzug in den südlichen Indischen Ozean. Zudem attackieren die Garden ein Containerschiff mit der Kennung „SDN7“, das nach ihren Angaben zu Israel gehört. Der genaue Ort dieses zweiten Angriffs wird nicht genannt.

14:12 Uhr – Erneuter Angriff auf Tel Aviv

Bei einem weiteren Raketenangriff des Irans auf den Großraum Tel Aviv ist es nach Angaben von Sanitätern zu mehreren Einschlägen gekommen. Der israelische TV-Sender N12 berichtete von insgesamt 30 Einschlagsorten. Mindestens zwei Menschen seien verletzt worden. Der Sender zeigte Bilder von zerstörten Hausfassaden.

13:54 Uhr – Israel will Produktion seines Raketenabwehrsystems Arrow hochfahren

Israel will angesichts des seit mehr als einem Monat andauernden Iran-Kriegs die Produktion seines Raketenabwehrsystems Arrow hochfahren. Das israelische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Arrow-Produktion beschleunigt werde. Eine entsprechende Vereinbarung mit der israelischen Luft- und Raumfahrtindustrie werde „in Kürze unterzeichnet“. Dadurch werde es möglich, „das Produktionstempo sowie die Anzahl der Abfangraketen des Arrow-Systems im Rahmen der Vorbereitung auf die Entwicklung des Konflikts deutlich zu steigern“.

13:19 Uhr – Iranische Staatsmedien melden Angriffe auf Gasanlagen

Iranische Staatsmedien haben Angriffe auf Einrichtungen am Gasfeld „South Pars“ gemeldet. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars und die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan machten die USA und Israel für die Angriffe bei Asaluje in der Provinz Buschehr verantwortlich. Reaktionen aus Israel oder den USA lagen zunächst nicht vor.

13:08 Uhr – Irans Revolutionsgarden schließen vollständige Öffnung der Straße von Hormus aus

Irans Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben neue Regelungen für die de facto geschlossene Straße von Hormus vorbereitet – und schließen eine vollständige Öffnung der Meerenge aus. Die Lage in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus werde „niemals wieder zu ihrem früheren Zustand zurückkehren, insbesondere für die USA und Israel“, erklärten die Seestreitkräfte der Revolutionsgarden im Onlinedienst X. Derzeit würden die „Vorbereitungen für den Plan zur neuen Ordnung im Persischen Golf“ abgeschlossen.

13:04 Uhr – Netzwerk: Mehrere zehntausend Menschen demonstrieren für Frieden in Deutschland

Bei den traditionellen Ostermärschen haben sich in diesem Jahr nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative bundesweit mehrere zehntausend Menschen beteiligt. In mehr als 100 Städten seien Menschen für Frieden und Abrüstung auf die Straße gegangen, hieß es. Am Ostermontag waren unter anderem Demonstrationen in Frankfurt am Main, Hamburg und Nürnberg geplant. Der dreitägige Ostermarsch Rhein-Ruhr, der in Duisburg gestartet war, führte zum Abschluss nach Dortmund.

13:01 Uhr – Weiter Beschuss im Libanon

Der gegenseitige Beschuss zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon geht weiter. Das israelische Militär teilte mit, derzeit Ziele der Schiitenmiliz in Libanons Hauptstadt Beirut zu attackieren. Anwohner berichteten von mindestens drei lauten Explosionen. Über denen als Dahija bekannten Vororten Beiruts sei schwarzer Rauch aufgestiegen. Augenzeugen berichteten, dass mindestens zwei Gebäude zerstört wurden. Zunächst gab es keine Angaben zu möglichen Opfern. Das israelische Militär hatte zuvor die Bewohner der Gegend erneut zur Flucht aufgerufen.

12:32 Uhr – 15 Tote in Teheran

Nach einem Luftangriff auf ein Wohngebäude in einer Stadt südwestlich von Teheran ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben der iranischen Behörden auf mindestens 15 gestiegen. Der Angriff habe sich in der Nähe von Eslamschahr ereignet, meldeten die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars und das Nachrichtenportal Nour News.

12:30 – Anzahl der Toten von Haifa steigt auf vier

Beim direkten Einschlag einer iranischen Rakete in ein Wohnhaus in der israelischen Stadt Haifa sind vier Menschen getötet worden. Sie waren bei dem Angriff unter Trümmern verschüttet worden – und konnten nach Angaben der Rettungskräfte nach stundenlanger Suche nur noch tot geborgen werden. Laut einem Armeevertreter wurde das Haus direkt von einer iranischen Rakete getroffen. Zunächst hatten die Behörden von zwei Toten gesprochen.

11:55 Uhr – Iran lehnt US-Forderungen ab und übermittelt eigene Vorschläge

Der Iran hat eigenen Angaben zufolge eine Antwort auf die US-Forderungen für ein Kriegsende übermittelt. Teheran habe seine „Forderungen und Ansprüche“ ausgearbeitet und diese den Vermittlern mitgeteilt, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

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Die Forderungen der USA bezeichnete Baghai demnach als „überzogen und inakzeptabel“. Verhandlungen seien mit Ultimaten und Drohungen unvereinbar. Der Sprecher bezog sich auf einen 15-Punkte-Plan der USA für ein Kriegsende. Bereits zuvor hatte der Iran darauf geantwortet. Unter anderem Pakistan vermittelt zwischen Teheran und Washington.

11:31 Uhr – Sechs Verletzte bei iranischem Luftangriff auf Wohngebiet in Kuwait

Bei einem iranischen Luftangriff auf ein Wohngebiet in Kuwait sind nach Behördenangaben sechs Menschen verletzt worden. Nach einem iranischen Angriff seien Geschosse und Trümmer „in ein Wohngebiet im Norden des Landes“ gestürzt, erklärte das Gesundheitsministerium des Golfstaats. Die Verletzungen wiesen „unterschiedliche Schweregrade“ auf.

11:10 Uhr – Iran wirft UN-Atomenergiebehörde Tatenlosigkeit vor

Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammad Eslami, wirft der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Tatenlosigkeit vor. Das ermutige zu Aggressionen gegen Atomanlagen wie das Kraftwerk Buschehr, schreibt ​Eslami in einem Brief an den IAEA-Direktor. Das einzige funktionierende Atomkraftwerk des Landes sei bislang viermal angegriffen worden. Das sei ein klarer Bruch des Völkerrechts, bloße Besorgnisbekundungen der UN-Behörde reichten nicht aus.

09:57 Uhr – Irans Revolutionsgarden melden Tod ihres Geheimdienstchefs bei US-israelischem Angriff

Irans Revolutionsgarden haben den Tod ihres Geheimdienstchefs bei einem US-israelischen Angriff gemeldet. Der „einflussreiche und gebildete Chef des Geheimdienstes des Korps der Islamischen Revolutionsgarden, Madschid Chademi“, sei „im Morgengrauen“ bei einem US-israelischen Angriff getötet worden, teilten die Revolutionsgarden im Onlinedienst Telegram mit. Die Revolutionsgarden sprachen unter Verwendung von Teherans Sprachgebrauch für Israel und die USA von einem „verbrecherischen Terroranschlag des amerikanisch-zionistischen Feindes“.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz teilte mit, er sei vom Generalstabschef darüber informiert worden, dass die israelische Armee Chademi „ausgeschaltet“ habe. Dieser sei unmittelbar verantwortlich für tödliche Raketenangriffe auf israelische Zivilisten. „Die Revolutionsgarden schießen auf Zivilisten, und wir eliminieren die Köpfe der Terroristen“, sagte Katz nach Angaben seines Büros.

09:06 Uhr – Insider: Iran und USA erhalten Plan für Kriegsende mit sofortiger Waffenruhe

Der Iran und die USA haben einem Insider zufolge einen von Pakistan ausgearbeiteten Plan zur ​Beendigung der Kriegshandlungen erhalten. Dieser könnte bereits am Montag in Kraft treten und die Straße von Hormus wieder öffnen, sagt eine mit den Vorschlägen vertraute Person. Pakistan habe den Rahmenplan ausgearbeitet und diesen ⁠über Nacht mit dem Iran und den USA ausgetauscht. Der Plan sehe einen zweistufigen Ansatz vor, der eine sofortige Waffenruhe und anschließend ein umfassendes Abkommen vorsehe. „Alle Punkte müssen noch heute vereinbart werden“, sagt der Insider. Die vorläufige Vereinbarung solle in Form einer Absichtserklärung erfolgen, die elektronisch via Pakistan, den einzigen Kommunikationskanal in den Gesprächen, finalisiert werde.

08:54 Uhr – Medien: Iran greift Großraum Tel Aviv mit Streumunition an

Bei einem neuen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv am Morgen hat der Iran nach israelischen Medienberichten erneut Streumunition eingesetzt. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete von rund 20 Einschlagsorten im Umkreis von Tel Aviv. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mehrere Menschen verletzt, darunter eine Frau schwer. In der Stadt Tel Aviv sei eine Schule getroffen worden. Auch ein Armeesprecher sagte, es handele sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Streumunition.

08:42 Uhr – Zwei Tote nach direktem Einschlag von iranischer Rakete in Wohnhaus in Haifa

Nach dem direkten Einschlag einer iranischen Rakete in ein Wohnhaus in der israelischen Stadt Haifa sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Zwei der vier unter den Trümmern Verschütteten seien tot geborgen worden, teilte die israelische Feuerwehr am Montag mit. Laut einem Armeevertreter wurde das Haus direkt von einer iranischen Rakete getroffen.

Der Stabschef des israelischen Heimatschutzkommandos, Elad Edri, hatte zuvor von vier Vermissten gesprochen. „Wir haben ein riesiges Zerstörungsgebiet“, sagte er in einer Videobotschaft.

08:13 Uhr – VAE: Abkommen für Iran muss freie Fahrt durch Straße von Hormus garantieren

Ein Friedensabkommen im Krieg zwischen den USA und ​dem Iran muss nach Ansicht der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus garantieren. Die wichtigste Ölroute der Welt dürfe von keinem Land ⁠als Geisel genommen werden, sagt Anwar Gargasch, diplomatischer Berater des VAE-Präsidenten.

05:20 Uhr – Medien: USA, Iran und Vermittler verhandeln über 45-tägige Waffenruhe

Die USA, der Iran und regionale Vermittler verhandeln derzeit einem ​Medienbericht zufolge über die Bedingungen für eine mögliche 45-tägige Waffenruhe. Diese könnte ⁠zu einem dauerhaften Ende des Krieges führen, berichtete das Nachrichtenportal Axios am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf vier US-amerikanische, israelische und regionale Insider, die mit den entsprechenden Gesprächen vertraut sind. Diskutiert werde ein Abkommen ⁠in ​zwei Phasen.

Zunächst ‌solle die 45-tägige Waffenruhe in Kraft treten, um über ein endgültiges Ende der Kämpfe zu verhandeln. In der zweiten Phase solle dann ein entsprechendes Abkommen geschlossen werden, heißt es in dem Bericht. Die Waffenruhe könne bei Bedarf verlängert werden. Die Nachrichtenagentur ‌Reuters konnte den Bericht zunächst nicht unabhängig ⁠überprüfen. ​Das Weiße Haus und das US-Außenministerium reagierten nicht sofort auf Anfragen nach ⁠einer Stellungnahme.

dpa/AFP/AP/jmr/sebe/säd/lay/doli/ceb/nw/krott

Source: welt.de