Irankrieg: Details dieser Rettung des im Iran vermissten US-Soldaten werden prestigevoll
Ob die Rettungsmission des US-Soldaten, der nach dem Abschuss seines Kampfjets über dem Iran vermisst worden war, erfolgreich sein würde, war Medienberichten zufolge bis zuletzt ungewiss. Zwei Tage lang versteckte sich der Waffenoffizier demnach im bergigen Gelände. Mit dem Absturz habe zwischen dem iranischen Militär und den US-Streitkräften ein Wettrennen um die Bergung des verletzten Soldaten begonnen. Auch mit Hilfe eines Täuschungsmanövers des US-Auslandsgeheimdienstes CIA habe der Offizier am Ende gerettet werden können. Doch kurz vor Schluss drohte die Mission den Berichten zufolge doch noch zu scheitern.
Am Freitag wurde der F-15 Kampfjet über einer bergigen Region im Südwesten des Iran abgeschossen. Die beiden Insassen retteten sich per Schleudersitz. Der Pilot habe in „ständiger Kommunikation“ mit seiner Einheit gestanden, wie die New York Times (NYT) berichtet und sei rund sechs Stunden nach dem Abschuss gefunden und in Sicherheit gebracht worden. Doch von dem zweiten Mann an Bord, einem Waffenoffizier, habe trotz intensiver Suche durch Aufklärungsflugzeuge und Drohnen zunächst jede Spur gefehlt.
US-Soldat versteckte sich in Felsvorsprung auf 2.000 Metern Höhe
Der Soldat sei auf eine mehr als 2.000 Meter hohe Bergkette gestiegen und habe sich dort in einem Felsvorsprung versteckt. Immer wieder habe er versucht, mit Hilfe eines Ortungsgeräts auf sich aufmerksam zu machen. Etwa 14 Stunden soll es gedauert haben, bis das US-Militär das Signal orten konnte. Nach Angaben der NYT seien US-Soldaten darauf trainiert, nur spärlichen Gebrauch des Ortungsgeräts zu machen, weil die Signale auch von der gegnerischen Seite aufgefangen werden könnten.
Auch auf iranischer Seite hatte unterdessen die Suche nach dem vermissten Waffenoffizier begonnen. Der Bevölkerung war im iranischen Staatsfernsehen eine Belohnung versprochen worden, falls jemand den Mann den Behörden lebend übergibt. Ein gefangener US-Soldat wäre für den Iran ein wichtiges Druckmittel in Verhandlungen mit den USA über den Fortgang des Krieges gewesen.
Erster Rettungsversuch wurde abgebrochen
Auf US‑Seite seien viele Flugzeuge von ihren eigentlichen Missionen abgezogen worden, um bei der Suche zu helfen, berichtet das Wall Street Journal. Dadurch hätten viele Ziele nicht angegriffen werden können, und der Iran habe seinerseits mehr Waffen abgefeuert als in den Tagen zuvor.
Der erste Versuch, den Soldaten zu retten, habe nach Informationen des WSJ abgebrochen werden müssen, als die zwei eingesetzten Hubschrauber vom Boden aus beschossen worden seien. Das war nicht das einzige Hindernis bei der Rettungsmission.
CIA soll an der Rettung beteiligt gewesen sein
Iranische Einheiten, unter anderem auch Kämpfer der Revolutionsgarde, hätten den US-Soldaten mit Hubschraubern und Drohnen gesucht. Mitunter sollen sich iranische Suchtrupps dem Soldaten bis auf wenige Kilometer genähert haben, berichtet das WSJ. Vier US-B1-Bomber sollen fast 100 Bomben mit jeweils einem Gewicht von rund 900 Kilogramm abgeworfen haben, um die Verfolger von dem Versteck des Soldaten fernzuhalten. Auch bewaffnete Q9-Reaper-Drohnen seien auf US-Seite im Einsatz gewesen.
Der US-Auslandsgeheimdienst CIA habe nach Angaben verschiedener US-Medien ein Ablenkungsmanöver gestartet, um die iranischen Verfolger auf eine falsche Spur zu führen. Im Iran habe man nach Berichten der NYT die Information verbreitet, der abgeschossene Waffenoffizier sei gefunden worden und werde mit einem Fahrzeugkonvoi außer Landes gebracht. Das sollte den Rettern Zeit erkaufen. Die Täuschungsaktion habe im Iran für Verwirrung gesorgt, wie die NYT unter Berufung auf einen Regierungsvertreter berichtet.
Flugzeuge blieben im sandigen Boden stecken
Unterdessen brachten sich den Berichten zufolge rund 100 Soldaten der verschiedener US-Spezialkräfte für die Rettungsaktion in Stellung, um dann im Schutz der Dunkelheit mit Flugzeugen und Hubschraubern in den iranischen Luftraum einzudringen. Die Helikopter der Spezialeinheiten sollen den Soldaten aus seinem Versteck gerettet haben, während US- und israelische Kampfflugzeuge die Gegend bombardierten, um mögliche Angreifer fernzuhalten.
Der Gerettete sei zu einer improvisierten Landebahn gebracht worden, wo zwei C-130 Transportflugzeuge warteten, um ihn und die Spezialkräfte in Sicherheit zu bringen. Doch die schweren Maschinen sollen bei der Landung im weichen, sandigen Boden steckengeblieben sein und seien auch nach stundenlangen Versuchen nicht freizubekommen gewesen, berichten mehrere Medien übereinstimmend.
Donald Trump spricht von „Osterwunder“
Schlussendlich hätten kleinere Ersatzflugzeuge den verwundeten Soldaten und die Spezialkräfte aus dem Einsatzgebiet gebracht. Die zwei zurückgelassenen C-130 Transportmaschinen im Wert von je 100 Millionen US-Dollar und zwei Hubschrauber seien vor dem Abflug der US-Einsatzkräfte vernichtet worden.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Rettungsaktion am Sonntagmorgen im US-Fernsehen als „Osterwunder“. Auch Finanzminister Scott Bessent brachte die Rettung in Zusammenhang mit der Auferstehung Jesu Christi zu Ostern. Es sei passend, dass an „diesem heiligsten aller christlichen Feiertage ein tapferer amerikanischer Krieger“ in einer der „großartigsten Rettungsmissionen der Militärgeschichte“ aus feindlichem Gebiet in Sicherheit gebracht wurde, schrieb Bessent auf X. Verteidigungsminister Pete Hegseth teilte auf der Plattform ein Post von Trump zu der Rettung und kommentierte sie mit den Worten „Gott ist gut“.