Türkei verhandelt Passage: Teheran behauptet: Öl-Exporte von Charg nach sich ziehen angezogen

Türkei verhandelt PassageTeheran behauptet: Öl-Exporte von Charg haben angezogen

04.04.2026, 16:45 Uhr

Photo-taken-Aug-31-2016-shows-pipelines-transferring-crude-oil-from-storages-on-the-hills-to-tankers-in-the-eastern-dock-of-Kharg-Island-Iran
Pipelines auf der Insel Charg auf einem Archivbild aus dem Jahr 2016. (Foto: picture alliance / Kyodo)

Die Insel Charg in der Straße von Hormus ist ein Dreh- und Angelpunkt der iranischen Öl-Infrastruktur. Laut einem iranischen Abgeordneten steigen die Ölexporte zuletzt sogar. Unterdessen dürfen zwei türkische Tanker die Straße von Hormus passieren.

Die iranischen Ölexporte von der Ölinsel Charg haben nach offiziellen Angaben trotz des Iran-Kriegs zugenommen. „Nach meinen Besuchen und Treffen auf der Insel Charg muss ich sagen, dass die Ölexporte in den vergangenen Tagen nicht nur nicht zurückgegangen sind, sondern sogar gestiegen sind“, sagte der Vorsitzende des Energieausschusses des iranischen Parlaments, Moussa Ahmadi, laut Berichten der Nachrichtenagentur Isna am Samstag. Dabei wurde nicht klar, von welchem Niveau die Exporte gestiegen sein sollen.

Charg liegt vor der Westküste des Iran und ist ein bedeutender Terminal für Ölexporte aus dem Land. US-Präsident Donald Trump hatte mit der „Vernichtung“ der Insel gedroht, sollte keine Einigung mit der iranischen Führung zustande kommen und die Straße von Hormus nicht „sofort“ wieder öffnen. Mitte März hatten die USA eigenen Angaben zufolge militärische Ziele auf der Insel angegriffen. Die dortige Ölinfrastruktur verschonten sie jedoch.

Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, die es Vermittlern zufolge geben soll, lassen weiter auf Durchbrüche warten. Iranische Regierungsvertreter warnten jüngst, dass die USA möglicherweise einen Bodenangriff planen, der insbesondere auf eine der iranischen Inseln abzielen könnte. Die Warnung erfolgte vor dem Hintergrund der Ankunft des amphibischen Angriffsschiffs „USS Tripoli“ der US-Marine in der Region vor rund einer Woche – mit etwa 3500 Marineinfanteristen und Matrosen an Bord.

Zwei Tanker dürfen durch

Die Straße von Hormus ist für den globalen Gas- und Öltransport sehr wichtig. Seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar kam die Schifffahrt durch die Meerenge weitgehend zum Erliegen. Die Energiepreise sind in der Folge weltweit stark gestiegen.

Zwei von insgesamt 15 Schiffen unter türkischer Flagge, die in der Nähe der Straße von Hormus auf die Durchfahrt warteten, haben diese indessen passieren dürfen. Das sagte der türkische Verkehrsminister Abdülkadir Uraloğlu dem Sender CNN Türk. Eines der beiden Schiffe habe bereits am 13. März die Meerenge passiert, berichtet der Sender TRT unter Berufung auf das Ministerium.

Für neun weitere Schiffe liefen Gespräche mit den zuständigen Behörden, um die Passage durch die strategisch wichtige Meerenge zu ermöglichen, sagte Uraloğlu. Die Verantwortlichen für vier weitere Schiffe hätten entschieden, dass diese vorerst vor Ort bleiben, darunter seien zwei schwimmende Kraftwerke.

Die Türkei verhält sich im Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran neutral und hat sich um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht. Das Land verstärkte zuletzt die Flugabwehr: Vier iranische Raketen drangen während des Krieges in den türkischen Luftraum ein. Sie konnten zerstört werden. Die iranische Führung dementierte bisher stets, die Türkei beschossen zu haben.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa/AFP

Source: n-tv.de