Drohungen und Pyrotechnik – Polizei nimmt Mann in ICE Festtag

Eine Polizistin steht am Siegburger Bahnhof vor dem ICE, in dem sich der Vorfall ereignet hat

Stand: 03.04.2026 • 15:39 Uhr

Im ICE 19 nach Frankfurt hat es gestern Abend einen schweren Zwischenfall gegeben. Der Zug stoppte in Siegburg, die Bundespolizei rückte an und nahm einen 20-Jährigen fest. Von Anschlagsplänen ist die Rede.

Reisende hatten während der ICE-Fahrt den Notruf gewählt, nachdem ein vermummter Mann gegen 21 Uhr zwei pyrotechnische Gegenstände in dem Zug entzündet hatte. Die Bundespolizei bestätigte dem WDR die Festnahme des Mannes am Bahnhof Siegburg. Den Angaben zufolge handelte es sich um einen 20-jährigen Deutschen aus Aachen. Bei seiner Durchsuchung seien eine Maske, zwei Messer und zwei frei verkäufliche Rauchkörper gefunden worden.

Die Bundespolizei war am Bahnhof Siegburg im Großeinsatz.

Den Beamten gegenüber soll der Mann laut WDR-Informationen geäußert haben, dass er vorgehabt hatte, einen Anschlag zu begehen. Nach dem Zünden der Pyrotechnik schlossen Passagiere ihn auf einer Zugtoilette ein. Zunächst hatte es geheißen, er habe sich dort verschanzt. Der Mann befindet sich nun in polizeilichem Gewahrsam. Der Staatsschutz der Polizei Bonn hat die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf übernommen.

Eine politische Motivation könne derzeit nicht ausgeschlossen werden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitagmittag mit. Der „Bild“ zufolge soll es sich um einen polizeibekannten Rechtsextremen handeln. Auch eine psychische Erkrankung könne eine Rolle gespielt haben, hat der WDR aus Sicherheitskreisen erfahren.

Mindestens zwölf Reisende nach ICE-Vorfall bei Siegburg verletzt

Die ICE wurde nach dem Vorfall in Siegburg gestoppt.

Nach dem Vorfall waren die rund 180 Passagiere und das Bahnpersonal aus dem Zug gebracht worden. Mindestens zwölf Reisende seien laut Polizei leicht verletzt worden. Eine Person habe vermutlich ein Knalltrauma erlitten und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Nach kurzer Behandlung habe sie die Klinik wieder verlassen können.

In einer nahegelegenen Turnhalle versorgte die Siegburger Feuerwehr die gestrandeten Reisenden. Notfallseelsorger standen zur Betreuung bereit.

Bahnstrecke bei Siegburg stundenlang gesperrt

Der ICE stand mehrere Stunden auf Gleis sechs am Bahnhof Siegburg, Beamte der Bundespolizei durchsuchten den Zug. Gefährliche Gegenstände seien dabei nicht gefunden worden, so die Polizei.

Wegen des Polizeieinsatzes war die Schnellfahrstrecke Frankfurt – Köln zeitweise gesperrt. Züge im Fernverkehr wurden umgeleitet. Gegen ein Uhr nachts war der Einsatz beendet.

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP
  • Zuginfo.NRW
  • Pressemitteilung der Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis
  • Pressemitteilung der Polizei Bonn und Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf
  • „Bild“-Zeitung

Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 03.04.2026, 08:00 Uhr

Source: tagesschau.de