Iran-Liveblog: ++ Straße von Hormus: Italien zu Händen humanitären Korridor ++

Antonio Tajani


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Stand: 02.04.2026 • 18:51 Uhr

Italien hat einen humanitären Korridor durch die Straße von Hormus gefordert. Nach der Trump-Rede und neuen angedrohten US-Angriffen fordert China ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

US-Präsident Donald Trump veröffentlichte in den sozialen Medien ein Video, das seiner Aussage nach die größte Brücke in Iran bei einem Luftangriff zeigt. Er erklärte, es sei an der Zeit, dass Iran ein Abkommen schließe, „bevor es zu spät ist“. Eine Autobahnbrücke, die die iranische Hauptstadt Teheran mit der westlich gelegenen Stadt Karaj verbindet, wurde am Donnerstag von Luftangriffen getroffen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Ersten Schätzungen zufolge sollen mehrere Menschen verletzt worden sein und auch andere Gebiete von Karaj getroffen worden sein.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der Konfliktparteien können nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

18 europäische Staaten haben Israel und die Hisbollah-Miliz im Libanon aufgerufen, die Kämpfe zu beenden. „Der israelische Militäreinsatz im Libanon und die Angriffe der Hisbollah müssen eingestellt werden“, forderten die Außenminister von 18 Ländern, darunter Italien, Spanien und Polen, in einer gemeinsamen Erklärung. „Wir fordern Israel auf, die Souveränität und territoriale Integrität des Libanon vollends zu respektieren und rufen beide Parteien – die Hisbollah und Israel – auf, die Kämpfe einzustellen.“ Die Erklärung wurde auch von Österreich, Belgien, Kroatien, Zypern, Estland, Finnland, Island, Irland, Lettland, Luxemburg, Moldawien, Norwegen, San Marino, Slowenien und Schweden unterschrieben. Deutschland gehört nicht zu den Unterzeichnern.

Iran hat Israel erneut mit Raketen angegriffen. Irans staatlicher Rundfunk berichtete von einer weiteren Angriffswelle auf die Küstenstadt Tel Aviv. In der Metropole sowie in Jerusalem gab es erneut Raketenalarm, Menschen eilten in Schutzräume. Nach ersten Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurde aber niemand verletzt. Bei einem Raketenangriff der mit Iran verbündeten libanesischen Hisbollah-Miliz wurde nach Medienberichten in der Stadt Naharija im Norden Israels ein Kindergarten getroffen. Dabei gab es aber den Angaben zufolge keine Verletzten.

Italien hat sich nach einem virtuellen Treffen von 40 Staaten zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus für einen „humanitären Korridor“ für Düngemittel und andere humanitäre Güter ausgesprochen, um eine Ernährungskrise zu vermeiden.

Außenminister Antonio Tajani verkündete in einer Erklärung dass der Korridor vor allem „für Düngemittel dienen und alles, was erforderlich ist, um eine neue Nahrungsmittelkrise – insbesondere in den afrikanischen Ländern – zu verhindern“, der an dem von Großbritannien koordinierten Treffen teilnahm. Den Angaben zufolge unterstützen auch Tajanis niederländischer Amtskollege und der stellvertretende Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate den Vorschlag.

UN-Generalsekretär António Guterres hat vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalationsdrohungen zwischen den USA und Iran vor einer gefährlichen Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten gewarnt. „Wir stehen am Rande eines größeren Krieges, der den Nahen Osten erfassen und weltweit dramatische Auswirkungen haben würde“, sagte Guterres vor Journalisten in New York. „Die Spirale aus Tod und Zerstörung muss enden.“

Guterres verwies unter anderem auf die Folgen der Einschränkungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. „Wenn die Straße von Hormus abgewürgt wird, können die Ärmsten und Verwundbarsten der Welt nicht mehr atmen.“

Nahe dem Flughafen der zweitgrößten iranischen Stadt Maschhad im Nordosten Irans ist laut einem Medienbericht ein Brand ausgebrochen. Ein Treibstofftank sei von einem Geschoss getroffen worden, meldete die Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf die Behörden der Provinz Chorasan Rasawi. Es habe keine Opfer gegeben. Die Feuerwehr sei vor Ort.

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam ist israelischen Plänen für eine Ausweitung der Pufferzone im Süden des Libanons entgegengetreten. Äußerungen von Regierungs- und Militärvertretern deuteten darauf hin, dass Israel die „Besatzung libanesischen Territoriums“ erheblich ausdehnen wolle, sagte Salam am Donnerstag. Er sprach von gefährlichem Gerede über Pufferzonen und Sicherheitsgürtel. Zudem verwies er darauf, dass der wieder aufgeflammte Konflikt zwischen Israel und der Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon mehr als eine Million Menschen zu Flüchtlingen gemacht habe.

In Iran ist eine bekannte Menschenrechtsanwältin mitten im Krieg inhaftiert worden. Nasrin Sotudeh sei am Mittwoch festgenommen worden, berichtete ihre Tochter Mehraveh Khandan auf Instagram. „Vor wenigen Minuten haben wir erfahren, dass Mama letzte Nacht festgenommen wurde, während sie allein zu Hause war“, schrieb sie. Ihr Notebook und Handy seien beschlagnahmt worden.

Die 62 Jahre alte Sotudeh gilt als eine der einflussreichsten Anwältinnen im Iran. Im Jahr 2020 erhielt sie den Alternativen Nobelpreis. Sotudeh wurde in den vergangenen Jahren mehrfach inhaftiert und verbrachte lange Jahre hinter Gittern. Zuletzt war sie im Herbst 2023 kurzzeitig inhaftiert.

Mehrere UN-Sachverständige haben Israel die gezielte Tötung libanesischer Journalisten vorgeworfen. Dies stelle einen weiteren eklatanten Angriff israelischer Streitkräfte auf die Pressefreiheit dar, erklärten die Sonderberichterstatterin für den Schutz der Meinungsfreiheit, Irene Khan, und zwei weitere Experten. Israel steht bereits wegen einer ähnlichen Praxis im besetzten Westjordanland und im Gazastreifen in der Kritik.

Am vergangenen Samstag hatte das israelische Militär zwei Reporter und einen Kameramann der Hisbollah-nahen Sender Al Manar und Al Mayadeen mit einem Luftschlag getötet, als sie in ihrem Auto zu Recherchen unterwegs waren. Israel sprach von „Terroristen“.

Der russische Präsident Wladimir Putin und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman haben nach russischen Angaben in einem Telefonat den Nahost-Krieg und ihre Zusammenarbeit in der Ölförderländer-Gruppe Opec+ erörtert. Beide Seiten äußerten sich dem Kreml zufolge besorgt über die militärische Eskalation und forderten ein Ende der Feindseligkeiten.

Man habe auch die Bedeutung gemeinsamer Bemühungen unter Mitwirkung von Russland und Saudi-Arabien im Rahmen der Opec+ betont, um den globalen Ölmarkt zu stabilisieren. Russland unterliegt wegen des Kriegs gegen die Ukraine internationalen Sanktionen unter anderem in Bezug auf seine Ölexporte.

Der Irak hat mit dem Transport von Rohöl per Lastwagen durch Syrien begonnen. Syrien werde die sichere Passage des Öls sicherstellen, erklärte das irakische Ölministerium am Mittwochabend. Die Exporte würden schrittweise erhöht, fügte das Ministerium hinzu, ohne weitere Angaben zu machen. Aus Kreisen des irakischen Ölsektors hieß es laut Nachrichtenagentur AFP, es seien bislang 178 von 299 geplanten Lastwagen in der syrischen Hafenstadt Banias angekommen.

Den Großteil seines Öls exportierte das Land bisher über den Wasserweg durch die Straße von Hormus, doch diese blockiert Iran als Reaktion auf US-israelischen Angriffe.

Österreich hat seit Beginn des Iran-Kriegs alle Überflüge von US-Militärflugzeugen in die Konfliktregion im Nahen und Mittleren Osten abgelehnt. Der Grund sei Österreichs Status als neutraler Staat, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Jedes US-Ansuchen über die Nutzung des Luftraumes werde einzeln geprüft, sagte er.

Die ebenfalls neutrale Schweiz hatte zwei US-Aufklärungsflugzeugen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg den Überflug untersagt, wie die Regierung in Bern Mitte März mitteilte. Wartungs- und Transportflüge im Kontext des Kriegs wurden jedoch genehmigt. Spanien hat seinen Luftraum für alle Flugzeuge gesperrt, die mit dem Konflikt in Verbindung stehen. Die Regierung des Nato-Staats argumentiert, dass der Krieg der USA und Israels gegen den Iran völkerrechtswidrig sei.

In der Krisensitzung zur von Iran weitestgehend blockierten Straße von Hormus hat die britische Außenministerin Yvette Cooper eine „Rücksichtslosigkeit“ Teherans angeprangert. „Wir haben erlebt, wie der Iran eine internationale Schifffahrtsroute gekapert hat, um die Weltwirtschaft als Geisel zu nehmen“, sagte Cooper der Nachrichtenagentur PA zufolge zu Beginn des Online-Treffens von Vertretern aus mehr als 40 Ländern. Es bestehe eine „dringende Notwendigkeit“, die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus wiederherzustellen.

„Wir konzentrieren uns auf die diplomatischen und internationalen Planungsmaßnahmen, einschließlich der gemeinsamen Mobilisierung unseres gesamten Spektrums an diplomatischen und wirtschaftlichen Instrumenten und Druckmitteln“, sagte Cooper zum Auftakt der Sitzung.

Die britische Außenministerin Yvette Cooper initiierte die Videokonferenz zur Straße von Hormus.

Auf Einladung der britischen Außenministerin Yvette Cooper kommen heute Vertreter von rund 40 Ländern zu Beratungen über die Öffnung der weitgehend blockierten Straße von Hormus zusammen. Premierminister Keir Starmer sagte, die Teilnehmer des virtuellen Treffens wollten diplomatische und politische Maßnahmen prüfen, um die Freiheit der Schifffahrt in der Meerenge wiederherzustellen. Die USA nehmen nicht an den Beratungen teil.

Auch Deutschland ist bei der einberufenen Krisensitzung dabei und wird von Staatssekretär Géza Andreas von Geyr vertreten.

Das Institut Pasteur in Teheran ist bei einem Beschuss der iranischen Hauptstadt nach Behördenangaben schwer beschädigt worden. „Der Angriff gegen das Institut Pasteur des Iran, ein hundertjähriger Pfeiler der Weltgesundheit und Mitglied des internationalen Pasteur-Netzwerks, ist eine direkte Attacke gegen die internationale Gesundheitsversorgung“, teilte der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur, im Online-Netzwerk X mit. Er veröffentlichte Bilder des stark beschädigten Gebäudes, von dem einige Teilen in Trümmern lagen.

Iran strebt nach den Worten seines Vertreters bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) keine Urananreicherung in einem für den Bau einer Atombombe erforderlichen Ausmaß an. Die Vorwürfe, denen zufolge Teheran Uran auf den für den Bau einer Atomwaffe nötigen Grad anreichern wolle, seien eine „Lüge“, sagte der iranische IAEA-Botschafter Resa Nadschafi im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Er bestritt zudem, dass die Islamische Republik nach den US-israelischen Angriffen auf ihre Atomanlagen im Juni 2025 die Urananreicherung „wieder aufgenommen“ habe. „Wir haben die Anreicherung nicht wieder aufgenommen, und es war eine Lüge, eine sehr große Lüge, wie die anderen Lügen auch“, sagte Nadschafi.

Die deutsche Pharmaindustrie warnt vor den Folgen eines andauernden Iran‑Kriegs für die Arzneiversorgung. Wegen der drohenden Knappheit von Helium und anderen chemischen Ausgangsstoffen gerieten zentrale Analyse‑ und Produktionsprozesse unter Druck, die quer durch die Herstellung von Tabletten, Infusionen und modernen Biologika benötigt würden, teilte der Verband Pharma Deutschland mit: „Helium ist ein kritischer Querschnittsrohstoff – Deutschland ist nahezu vollständig auf Importe angewiesen, die zu einem großen Teil durch die Straße von Hormus laufen.“

Israels Armee hat bei Angriffen am Boden, aus der Luft und vom Meer aus etliche Mitglieder der libanesischen Hisbollah getötet. In den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 40 Mitglieder der vom Iran unterstützen Miliz im Nachbarland getötet worden, teilte das israelische Militär in einer Erklärung mit. Aus Kreisen der Hisbollah hieß es ebenfalls, Dutzende Kämpfer seien bei Nahkämpfen mit israelischen Soldaten im Südlibanon ums Leben gekommen.

Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanons sind Berichten zufolge sieben Menschen getötet worden. In der Stadt Sebdin in der Provinz Nabatije sei ein vierstöckiges Wohngebäude getroffen worden, meldete die Nachrichtenagentur NNA. Dabei seien ein Mitglied des Verwaltungsrats, dessen Bruder und ihre Mutter ums Leben gekommen. Bei einem Angriff in der Stadt Ramadije im Bezirk Tyrus seien vier Menschen getötet und drei weitere verletzt worden, so das libanesische Gesundheitsministerium.

Vor dem Hintergrund des Krieges im Nahen Osten ist der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle am Morgen in der Bucht von Souda auf Kreta eingelaufen. Nach Informationen griechischer Medien soll das Kriegsschiff bis zum 7. April vor Ort bleiben. Die Besatzung kann sich demnach angesichts des Osterfestes vom Einsatz im östlichen Mittelmeer rund um Zypern erholen.

Die Stationierung erfolgt in einer Phase erhöhter militärischer Präsenz europäischer Kriegsschiffe im östlichen Mittelmeer, ausgelöst durch einen Drohnenangriff iranischer Bauart auf den britischen Stützpunkt auf Zypern Anfang März. Die Anwesenheit des Flugzeugträgers gilt als deutliches Zeichen der Solidarität Frankreichs mit der kleinen EU-Inselrepublik. Frankreich hat zudem bereits Luftabwehrsysteme auf Zypern stationiert.

Iran hat den Philippinen nach Angaben aus Manila eine sichere Passage ihrer Schiffe und Ölimporte durch die Straße von Hormus zugesichert. Ihr iranischer Kollege Abbas Araghtschi habe ihr in einem Telefonat versprochen, philippinische Seeleute, Schiffe und Treibstoffimporte könnten die Meerenge sicher und zügig durchfahren, erklärte Außenministerin Theresa Lazaro. „Diese positive Entwicklung ist für die Philippinen von entscheidender Bedeutung, weil sie (…) auch dazu beiträgt, die Energiesicherheit des Landes zu sichern“, sagte sie.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hält einen Militäreinsatz zur Öffnung der Straße von Hormus für unrealistisch. „Einige verteidigen die Idee, die Straße von Hormus durch eine Militäroperation gewaltsam zu befreien“, sagte Macron laut Nachrichtenagentur Reuters während einer Reise nach Südkorea vor Journalisten.

Dies sei eine Haltung, die die USA gelegentlich verträten. Frankreich hingegen lehne ein solches Vorgehen ab, da es unrealistisch sei, erklärte Macron weiter. „Es würde ewig dauern und alle, die die Meerenge passieren, den Risiken durch die Revolutionsgarde, aber auch durch ballistische Raketen aussetzen.“

Der irische Ministerpräsident Micheál Martin hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump kritisiert, Iran „in die Steinzeit“ zu bomben. Eine solche Wortwahl sei inakzeptabel, denn die iranische Bevölkerung, die keine Rolle im Krieg spiele, habe ein Recht auf Sicherheit, sagte Martin dem Radiosender Newstalk. „Wir alle wissen, dass das iranische Regime sehr repressiv war. Aber dieser Krieg bringt Tod und Zerstörung über Menschen in Iran, die nichts mit dem Regime zu tun hatten“, sagte er.

Trump hatte in einer Rede in der Nacht weitere Angriffe auf Iran mit den Worten angekündigt: „Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit schicken, wo sie hingehören.“ Martin sagte, es sei falsch, Zivilisten zu bedrohen und mahnte: „Jeder, der in einen Krieg verwickelt ist, muss dem Schutz der Zivilbevölkerung und unschuldiger Zivilisten Vorrang einräumen.“ Allerdings sei unklar, ob Trumps Drohungen auf Menschen oder lediglich auf die Infrastruktur abzielten.

Großbritannien plant für heute ein virtuelles Treffen mit rund 35 Ländern, um über die Straße von Hormus zu sprechen. Konkret solle es darum gehen, eine Koalition zu schmieden, um sich an einer Öffnung und Absicherung der Meerenge zu beteiligen. An dem Treffen werden unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada und die Vereinigten Arabischen Emirate teilnehmen. Die USA wiederum werden nicht dabei sein.

In Iran ist nach amtlichen Angaben ein Mann hingerichtet worden, dem vorgeworfen wurde, an einem Angriff auf eine geheime Militäreinrichtung beteiligt gewesen zu sein. Er sei für schuldig befunden worden, in die Sperranlage in Teheran eingedrungen zu sein, meldet die Justiz-Nachrichtenagentur Mizan. Er habe die Einrichtung beschädigt, einen Brand gelegt und versucht, Waffen und Munition zu entwenden. Der Mann habe die Taten während eines Verhörs zugegeben. Sein Einspruch sei zurückgewiesen und das Urteil vom Obersten Gerichtshof bestätigt worden. Ein Justizvertreter hatte im März erklärt, Fälle im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten vom Januar seien abgeschlossen und die Urteile würden nun vollstreckt.

Nordrhein-Westfalen verlängert den Abschiebestopp nach Iran um weitere drei Monate bis Mitte Juli. Die Sicherheitslage im Land habe sich durch den Krieg deutlich verschärft, begründete Fluchtministerin Verena Schäffer (Grüne) den Schritt. „Für Straftäter und Gefährder gilt der Abschiebestopp nicht“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa.

Bereits im Januar hatte NRW angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen und des brutalen Vorgehens gegen die Zivilbevölkerung in Iran Abschiebungen dorthin ausgesetzt. Ein Abschiebestopp gilt deswegen auch in mehreren anderen Bundesländern. Der Bund sei gefordert, eine bundesweit einheitliche Regelung zum Schutz von Menschen aus Iran zu schaffen, betonte Schäffer. Als Land könne NRW die Aussetzung nur begrenzt um weitere drei Monate verlängern.

Iranische Staatsmedien verbreiten eine Nachricht von Armeechef Amir Hatami, in der er die militärische Einsatzführung auffordert, Bewegungen des Feindes genau zu überwachen. Die Truppen müssten bereit sein, jede Art von Angriff abzuwehren, wird der Kommandeur zitiert. „Es dürfen keine feindlichen Truppen überleben, falls der Gegner versuchen sollte, eine Bodenoffensive zu starten.“

Die staatlichen Medien veröffentlichen dazu ein Video ohne Ton, das Hatami in einem Raum mit drei weiteren Armeekommandeuren zeigt. Per Video sind in dem Raum zudem etwa ein Dutzend weitere Personen hinzugeschaltet. Es lässt sich nicht unabhängig überprüfen, wann die Aufnahme entstanden ist.

Der Wiederaufbau des iranischen Stahlwerks Chusestan wird nach einem Luftangriff in der vergangenen Woche bis zu einem Jahr dauern. Frühestens könne die Anlage in sechs Monaten den Betrieb wieder aufnehmen, erklärt ein Vertreter der Werksführung laut einem Nachrichtenorgan der iranischen Justiz. Alle Module und Stahlöfen seien beschädigt worden. Der Wiederaufbau solle mit heimischen Mitteln erfolgen. Das Werk war nach iranischen Angaben im Zuge der israelischen und US-amerikanischen Luftangriffe getroffen worden.

Iran lehnt eine Kapitulation im fast fünf Wochen andauernden Krieg mit den USA und Israel ab. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, solange dieser Krieg andauere, werde sein Land den Widerstand fortsetzen. Iran werde den „bösartigen Kreislauf aus Krieg, Verhandlungen, Waffenstillstand und dann der Wiederholung desselben Musters nicht hinnehmen“. Baghai bezeichnete den anhaltenden Konflikt als „katastrophal nicht nur für Iran, sondern für die gesamte Region und darüber hinaus“.

China hat nach den neuen Angriffsankündigungen von US-Präsident Donald Trump gegen Iran ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen gefordert. „Militärische Mittel können das Problem nicht grundlegend lösen und die Eskalation von Konflikten widerspricht den Interessen beider Seiten“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking. Sie rief die Konfliktparteien auf, „ihre Militäreinsätze sofort einzustellen“.

Die Ministeriumssprecherin machte die USA und Israel für die Blockade der Straße von Hormus verantwortlich. „Die Grundursache für die Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus sind die illegalen Militäreinsätze der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran“, sagte sie. Nur eine Waffenruhe könne die Sicherheit der internationalen Schifffahrt wieder herstellen.

China und Pakistan haben vor wenigen Tagen einen Fünf-Punkte-Plan angekündigt. Dieser umfasst die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen, den schnellstmöglichen Beginn von Friedensgesprächen, die Gewährleistung der Sicherheit ziviler Ziele und die Garantie der Sicherheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus.

Das iranische Militär verfügt nach eigenen Angaben über geheime Waffen- und Munitionslager. Militärsprecher Ebrahim Zolfaghari sagte, die bisher von den USA und Israel angegriffenen Ziele seien unbedeutend, weil die strategische Militärproduktion an anderen Orten stattfinde. Von diesen wüssten die Angreifer nichts und könnten sie niemals erreichen.

Der Militärsprecher reagierte mit seinen Äußerungen auf eine Rede von US-Präsident Donald Trump. Der hatte erklärt, das US-Militär habe in Iran einen überwältigenden Sieg errungen. Der Einsatz könne bald beendet werden.

Die jüngsten Aussagen von US-Präsident Trump kommen bei den Anlegern an der Frankfurter Börse nicht gut an. Der DAX notierte zur Eröffnung am letzten Handelstag vor Ostern rund 1,5 Prozent tiefer bei 22.935,23 Punkten. Es war erwartet worden, dass der deutsche Aktienindex mit Verlusten in den Handel startet.

Die US-Botschaft in Bagdad hat vor Angriffen pro-iranischer Gruppen im Irak in den kommenden Tagen gewarnt. „Mit Iran verbündete irakische Terrormilizen könnten in den nächsten 24 bis 48 Stunden im Zentrum Bagdads Attacken verüben“, erklärte die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt im Onlinedienst X. Sie rief US-Bürger auf, das Land sofort zu verlassen.

Auf die Rede von US-Präsident Trump haben die Börsen Ostasiens mit deutlichen Kursverlusten reagiert. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sank bis kurz vor Handelsschluss am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) um knapp 2,5 Prozent, der südkoreanische Kospi lag sogar 4,9 Prozent im Minus. Der Hongkonger Leitindex Hang Seng sank zum selben Zeitpunkt um 1,5 Prozent. Für den CSI 300, der die wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen abbildet, ging es bis zum frühen Nachmittag um 1,3 Prozent nach unten. Der australische S&P ASX 200 beendete den Handelstag mit einem Minus von knapp 1,1 Prozent.

Das iranische Militär hat nach den neuen Angriffsankündigungen von US-Präsident Trump eine „vernichtende“ Reaktion angedroht. „Rechnet mit unseren noch vernichtenderen, umfassenderen und zerstörerischeren Maßnahmen“, erklärte das zentrale Einsatzkommando des iranischen Militärs, Chatam al-Anbija an die USA und Israel gerichtet. „Im Vertrauen auf den allmächtigen Gott wird dieser Krieg so lange andauern, bis ihr gedemütigt, entehrt, von dauerhaftem und sicherem Bedauern erfüllt seid und euch ergebt.“ Trump hatte zuvor ein baldiges Erreichen der US-Ziele in Iran in Aussicht gestellt – und zugleich weitere Angriffe angekündigt.

Die US-Demokraten haben die Rede von US-Präsident Donald Trump zum Krieg gegen Iran scharf kritisiert. Sie sei „zusammenhangslos“ gewesen und habe kaum Antworten auf „die grundlegendsten Fragen der amerikanischen Bevölkerung“ geliefert. Senator Chris Murphy aus Connecticut sagte, dass „nach dieser Rede niemand in Amerika weiß, ob wir eskalieren oder deeskalieren“. Senator Mark Warner aus Virginia erklärte, Trump schulde den Amerikanern mehr Antworten zu einem Konflikt, der die Benzinpreise in die Höhe getrieben habe – „zusammen mit steigenden Preisen für Diesel, Dünger, Aluminium und anderen wichtigen Gütern“.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte wird voraussichtlich nächste Woche für Gespräche mit US-Präsident Donald Trump nach Washington reisen. Das bestätigte ein Vertreter des Weißen Hauses der Nachrichtenagentur AP. Trump und Rutte pflegen ein gutes Verhältnis, doch der Präsident zeigte sich zuletzt zunehmend verärgert über die Bündnispartner, insbesondere über Großbritannien und Frankreich. Die Dynamik sorgt für Besorgnis über die Zukunft der Allianz, deren Wert Trump schon lange infrage stellt.

Die von Iran unterstützte Hisbollah im Libanon hat nach eigenen Angaben erneut Raketen und Drohnen auf den Norden Israels abgefeuert. Sie habe israelische Soldaten im Grenzgebiet mit Raketen angegriffen, teilte die Miliz mit. Zudem habe sie eine israelische Ortschaft mit Drohnen attackiert, hieß es in einer separaten Hisbollah-Erklärung. Nach Angaben des israelischen Heimatfrontkommandos wurde im Norden Israels Luftalarm ausgelöst.

Die israelische Armee hat in der Nacht drei Angriffswellen mit Raketen aus Iran gemeldet. Die dritte Angriffswelle erfolgte demnach kurz nachdem US-Präsident Trump in Washington eine Ansprache an die Nation zum Iran-Krieg gehalten hatte. Israelische Medien berichteten von mehreren leicht verletzten Menschen.

Nach dem ersten Angriff teilte die israelische Polizei mit, Einsatzkräfte seien zu „mehreren“ Einschlagsorten im Zentrum Israels gerufen worden. Israelische Medien bezifferten die Zahl der Einschläge auf neun. Vier Menschen seien dabei leicht verletzt worden, berichteten Medien unter Berufung auf Sanitäter.

Das US-Militär hat in dem Krieg nach eigenen Angaben bereits mehr als 12.300 Ziele in Iran angegriffen. Darunter befänden sich auch 155 iranische Schiffe, die beschädigt oder zerstört worden seien, teilte das zuständige US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X mit.

Die USA haben nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump ihre Hauptziele im Iran-Krieg nahezu erreicht. Die iranische Marine und Luftwaffe seien zerstört und die Raketen des Landes so gut wie aufgebraucht oder unbrauchbar, sagte Trump im Weißen Haus in einer Rede an die Nation.

Die USA seien auf dem Weg, alle militärischen Ziele „sehr bald“ zu erreichen. Er werde nie erlauben, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelange. Das Land werde innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen hart getroffen werden, kündigte er an.

Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat eine Annexion des Südlibanons durch sein Land ausgeschlossen. „Wir werden so weit vorrücken und so lange bleiben, bis der Beschuss Israels aufhört und unsere Einwohner sicher sind. Eine dauerhafte Besatzung ist nicht geplant. Punkt“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Er widersprach damit auch dem israelischen Finanzminister Bezalel Smotrich, der gefordert hatte, der Litani-Fluss im Süden des Libanon müsse Israels neue Grenze zum nördlichen Nachbarland darstellen. Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz will Israel das Gebiet bis zum Litani-Fluss nur bis auf weiteres kontrollieren.

Die iranische Regierung hat Staatsmedien zufolge die Forderungen der US-Regierung für ein Ende des Krieges verurteilt. Die „maximalistischen und irrationalen“ Forderungen Washingtons seien über Vermittler, „darunter Pakistan“, an Teheran übermittelt worden, es fänden jedoch „keine direkten Verhandlungen“ statt, zitierte die iranische staatliche Nachrichtenagentur Isna den Sprecher des Außenministeriums, Esmail Bakaei. Bakaei erklärte außerdem nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens, Teheran sei „auf jede Art von Angriff vorbereitet, einschließlich eines Bodenangriffs“.

Die New York Times berichtet, mehrere US-Geheimdienste seien in den vergangenen Tagen zu der Einschätzung gelangt, dass die iranische Regierung derzeit nicht bereit sei, substanzielle Verhandlungen zur Beendigung des Krieges aufzunehmen. Die Zeitung beruft sich dabei auf US-Beamte.

Source: tagesschau.de