Adler Group übergibt Holsten-Areal – Wohnungsbau kann beginnen
Das von Spekulanten seit zehn Jahren mehrfach weiterverkaufte Areal der früheren Holsten-Brauerei in Hamburg-Altona kann jetzt tatsächlich bebaut werden. Die Adler Group als bisherige Eigentümerin habe das Quartier an das Käuferkonsortium aus den Unternehmen Quantum und Hanse Merkur sowie dem kommunalen Wohnungsunternehmen Saga und der Hamburger Sparkasse übergeben, teilte das Unternehmen mit. „Bis auf die Zahlung für kleinere Teilflächen, deren Closing noch aussteht, konnte der Kaufpreis vollständig vereinnahmt werden“, erklärte die Adler Group.
Zum Kaufpreis selbst sagte das Unternehmen nichts. Das Konsortium möchte nun rund eine Milliarde Euro in das Areal investieren und dort rund 2000 Wohnungen bauen. Dabei sollen auch Teile der historischen Bausubstanz erhalten und in das neue Viertel integriert werden. Etwa 50 Prozent der neu geplanten Wohneinheiten sollen entweder Sozialwohnungen werden oder für Studierenden- und Auszubildendenwohnungen zur Verfügung stehen, hieß es.
Das Holsten-Areal gilt als Paradebeispiel für Grundstücksspekulationen: Das rund 8,6 Hektar große Gelände, auf dem die ehemalige Holsten-Brauerei stand, war 2016 von Carlsberg an die Düsseldorfer Gerchgroup verkauft worden. Die Biere der Brauerei, vor allem Holsten und Astra, braut Carlsberg seit Ende 2019 im Hamburger Stadtteil Hausbruch in einer modernen Anlage. Zurück blieben die Gebäude der alten Brauerei, von denen die ältesten aus den 1910er Jahren stammen.
Anschließend wurde das Gelände mehrfach weiterverkauft, ohne dass auf dem Areal jemals gebaut wurde. Dadurch vervielfachte sich der Preis des Grundstücks. Letzter Eigentümer war die Adler Group. Seinen rechtlichen Sitz hat das Unternehmen in Luxemburg, operativ tätig ist die Gruppe jedoch von Berlin aus. Lag der Wert des Geländes 2016 noch bei rund 65 Millionen Euro, stand es bei der Adler Group mit mehr als 360 Millionen Euro in der Bilanz – ein Preis, der als vollkommen überzogen galt. Vor dem bislang letzten Verkauf war von 130 bis 180 Millionen Euro die Rede.
Source: welt.de