Gewerkschaftsbund fordert wegen hoher Spritpreise mehr Homeoffice

Angesichts hoher Benzinpreise drängt der Deutsche Gewerkschaftsbund auf mehr Homeoffice, um Pendler zu entlasten. Gewerkschaften und Verbände fordern zudem ein „Mobilitätsgeld“.

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Mit Blick auf die hohen Spritpreise hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Unternehmen aufgerufen, bei Homeoffice-Regelungen flexibel zu sein. „Jeder gesparte Tropfen Sprit hilft: Auch die Arbeitgeber müssen ihren Teil dazu beitragen“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). „Sie sollten Beschäftigten die Wahl geben, ob sie im Büro oder im Homeoffice arbeiten. Das kann Pendelstrecken einsparen und die Geldbeutel schonen.“

Körzell erklärte zugleich, dass nicht alle Arbeitnehmer von zu Hause arbeiten könnten. „Wenn die Krise anhält, muss über weitere Entlastungen für Beschäftigte gesprochen werden“, sagte der Gewerkschafter und brachte ein Mobilitätsgeld oder eine Energiepreispauschale ins Spiel. „Eine Übergewinnsteuer muss verhindern, dass Konzerne in der Krise Kasse machen“, fügte er hinzu.

BUND fordert „Mobilitätsgeld“

Auch der Umweltverband BUND fordert Entlastungen angesichts der hohen Spritpreise – und spricht sich für ein „Mobilitätsgeld“ aus. Dieses solle die bestehende Regelung zur Pendlerpauschale ablösen. Der BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg sagte: „Auch wenn die Kosten für Diesel und Benzin in nächster Zeit wieder sinken sollten, werden sie doch perspektivisch grundsätzlich eher steigen. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Impulse für eine sozial- und umweltverträgliche Mobilität zu setzen.“ Die Umwandlung der aktuellen Regelung der Entfernungspauschale in ein einkommensunabhängiges Mobilitätsgeld wäre ein guter Schritt.

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Von der Pendlerpauschale in ihrer jetzigen Form profitierten in erster Linie Personen mit hohem Einkommen und weiten Pendelwegen, die sie mit dem Auto zurücklegten. Menschen mit niedrigem Einkommen, die den Eingangsteuersatz zahlten, würden durch die Regelung meist überhaupt nicht entlastet. Mit der Einführung eines Mobilitätsgeldes würde diese Ungerechtigkeit behoben. Es könnte ein fester Betrag pro Pendel-Kilometer mit der Steuer verrechnet oder direkt ausgezahlt werden, unabhängig sowohl vom Einkommen als auch von den benutzten Verkehrsmitteln.

„Mobilität darf keine Frage des Geldbeutels sein“

Der Sozialverband VdK unterstützt die Forderung nach einem Mobilitätsgeld, das alle entlastet – unabhängig vom Einkommen und davon, wie Menschen unterwegs sind. „Mobilität darf keine Frage des Geldbeutels sein“, erklärte der VdK.

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Der Gewerkschaftsbund hatte zudem vorgeschlagen, künftig jedem Pendler sofort und unabhängig von der Höhe des Einkommens einheitlich ein Mobilitätsgeld von 17 Cent je Kilometer auszuzahlen beziehungsweise beim monatlichen Lohnsteuerabzug zu verrechnen.

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Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsame Luftangriffe auf den Iran begonnen. Der Iran greift seitdem mit Raketen und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion an. Der Iran hat zudem die Straße von Hormus weitestgehend blockiert. Durch die strategisch wichtige Meerenge verläuft rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports.

AFP/dpa/jho

Source: welt.de