Teheran verurteilt „irrationale“ Forderungen dieser USA – Trump sieht Ziele im Iran nahezu erreicht

Teheran verurteilt die „irrationalen“ Forderungen der USA, Friedensgespräche finden offenbar nicht statt. Trump stellt ein baldiges Ende des Kriegs in Aussicht, kündigt zugleich „extrem harte“ Angriffe auf Iran an. Mehr im Liveticker.

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Sprecher des iranischen Außenministeriums, nimmt an einer Pressekonferenz teil. (zu dpa: «Iran: Derzeit keine Gespräche mit US-Regierung») Foto: Shadati)/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:

03:45 Uhr – Trump zu Energieengpässen: Kauft US-amerikanisches Öl

Von den aktuellen Öl-Engpässen betroffene Länder sollten nach Meinung von Trump ihr Öl nun aus den USA beziehen. „Kauft Öl von den Vereinigten Staaten. Wir haben reichlich. Wir haben so viel“, sagte Trump in Washington mit Blick auf Länder, die momentan von dem gestörten Öl-Transport durch die Straße von Hormus betroffen sind. Zudem mahnte er die Länder an, die Sicherung der Meerenge vor dem Iran zu übernehmen. Die USA sieht Trump nicht in der Hauptverantwortung, man werde aber helfen.

Der US-Präsident hatte im Iran-Krieg Länder, die Öl über den Transport durch die Straße von Hormus beziehen, aufgefordert, bei der Sicherung zu helfen.

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03:22 Uhr – Trump sieht USA kurz vor Ziel im Iran-Konflikt

Die USA sind nach Angaben von Trump ⁠ihren strategischen Zielen gegenüber dem Iran sehr nahe gekommen. „Wir werden die Aufgabe beenden und wir werden sie sehr schnell beenden“, sagt der US-Präsident bei seiner angekündigten Ansprache. Man sei fast am Ziel. „Der Iran ist im Grunde genommen zerstört, die harte Arbeit ist ⁠getan.“ ​Der Iran dürfe niemals ‌Atomwaffen bekommen, betont er. „Wir werden sie extrem hart treffen in den nächsten zwei bis drei Wochen.

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02:57 Uhr – US-Militär: Bereits mehr als 12.300 Ziele im Iran angegriffen

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 12.300 Ziele im Iran angegriffen. Darunter befänden sich auch 155 iranische Schiffe, die beschädigt oder zerstört worden seien, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X mit.

00:36 Uhr – Wirtschaftsministerin Reiche sieht trotz Iran-Krieg keine Versorgungsengpässe

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht trotz des Krieges und dessen Auswirkungen auf die Lieferketten keine Gefahr für Engpässe bei der Energieversorgung in Deutschland. „Diese Botschaft an die Bürgerinnen ⁠und Bürger ist ​mir ‌wichtig: Die Versorgung mit Sprit und Gas ist gesichert“, sagt die CDU-Politikerin dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Die Energielieferketten seien diversifiziert. Weniger als acht Prozent des europäischen LNG-Imports kämen aus dem Persischen Golf, beim Öl seien es ‌nur rund fünf Prozent. ⁠

00:26 Uhr – Staatsmedien: Iranische Regierung verurteilt „irrationale“ Forderungen der USA

Die iranische Regierung hat Staatsmedien zufolge die Forderungen der US-Regierung für ein Ende des Krieges verurteilt. Die „maximalistischen und irrationalen“ Forderungen Washingtons seien über Vermittler, „darunter Pakistan“, an Teheran übermittelt worden, es fänden jedoch „keine direkten Verhandlungen“ statt, zitierte die iranische staatliche Nachrichtenagentur Isna den Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei.

Bakaei erklärte außerdem nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens, Teheran sei „auf jede Art von Angriff vorbereitet, einschließlich eines Bodenangriffs“.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump in seinem Onlinedienst Truth Social erklärt, der Iran habe die USA um eine Waffenruhe gebeten. Daraufhin dementierte das iranische Außenministerium jegliche Bitte einer Waffenruhe an Trump. Entsprechende Äußerungen des US-Präsidenten seien „falsch“ und entbehrten „jeder Grundlage“, erklärte Bakaei laut dem iranischen Staatsfernsehen.

Mittwoch, 1. April

23:41 Uhr – Nato-Chef Rutte trifft Trump kommende Woche in Washington

Das Weiße Haus gab bekannt, Nato-Chef Mark Rutte werde Donald Trump in der kommenden Woche treffen. Die Nato teilte mit, Rutte werde zu einem seit langem geplanten Besuch nach Washington kommen.

21:35 Uhr – Irans Präsident schickt Botschaft an Amerikaner

In einem offenen Brief an die amerikanische Nation kritisiert Irans Präsident Massud Peseschkian den Krieg der USA gegen sein Land als eine absurde und für die USA kostspielige Operation. „Die Welt befindet sich heute an einem Punkt, an dem die Fortsetzung eines Konfrontationskurses kostspieliger und ergebnisloser ist denn je,“, schrieb der Präsident in seiner Botschaft. Der Iran habe in seiner Geschichte viele Aggressoren gesehen. Von denen blieb in den Geschichtsbüchern laut Peseschkian aber nur ein „Name der Schande“. Die Entscheidung zwischen Krieg und Frieden würde die Zukunft ganzer Generationen prägen.

19:36 Uhr – Frankreich: Keine Hinweise auf Verminung der Straße von Hormus

Die französische Marine hat nach Angaben des Admirals Nicolas Vaujour keine Hinweise darauf, dass die Straße von Hormus vermint worden ist. Auf einer Sicherheitskonferenz in Paris fordert er zudem, China müsse ​sich stärker für eine Wiederöffnung der Meerenge einsetzen und seine Ungeduld über die anhaltende Sperrung deutlich machen. China und der Iran gelten als befreundete Staaten.

19:30 Uhr – USA sichern iranischen Spitzenpolitikern Schutz vor Angriffen zu

Im Zuge der diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Iran-Krieges haben die USA laut Quellen der Nachrichtenagentur AP versichert, der iranische Außenminister Abbas Araghtschi und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf würden nicht angegriffen. Das sagten zwei regionale Vertreter und eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Die Person erklärte, Pakistan habe Washington um Intervention gebeten, um Israel dazu zu bewegen, die beiden iranischen Politiker von seiner Todesliste zu streichen. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten und das Militär reagierten zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.

18:13 Uhr – Ranghoher Hisbollah-Kommandeur getötet

Das israelische Militär hat bei einem Luftangriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut der Hisbollah zufolge den ranghöchsten Kommandeur der pro-iranischen Miliz seit Kriegsbeginn getötet. Nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen und der Miliz wurde der Hisbollah-Militärkommandeur für den Irak, Jussef Haschem, Beiruter Viertel Dschna getötet. Demnach nahm Haschem zum Zeitpunkt des Luftangriffs an einem Treffen mit anderen Hisbollah-Anführern in einem Zelt teil.

Aus der Hisbollah nahestehenden Kreisen hieß es, Haschem sei „der ranghöchste Funktionär, der seit Kriegsbeginn ins Visier genommen wurde“. Bei dem Angriff sei auch das Hisbollah-Mitglied Mohammad Bakir al-Nabouls getötet worden, erklärte die Miliz. Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bei dem Angriff insgesamt sieben Menschen getötet.

17:41 Uhr – Offenbar größter Raketenangriff auf Israel seit Kriegsbeginn

Der Iran hat Israel kurz vor Beginn des Pessach-Festes massiv mit Raketen angegriffen. Allein in Tel Aviv gab es nach Angaben von Augenzeugen sechsmal Raketenalarm innerhalb einer Stunde.

Die „Times of Israel“ berichtete unter Berufung auf die Armee, dass es sich um den größten iranischen Raketenangriff auf Israel seit Beginn des Krieges gehandelt habe. Etwa zehn ballistische Raketen seien auf Zentralisrael abgefeuert worden. Die meisten habe die Luftabwehr abgefangen. Einige Raketen habe man in freies Gelände einschlagen lassen.

Juden weltweit feiern das einwöchige Pessach-Fest. Pessach erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei. Auch zum persischen Neujahrsfest am 20. März gab es in diesem Jahr nach iranischen Berichten amerikanisch-israelische Luftangriffe.

16:36 Uhr – Iran nennt Trumps Äußerung zu Bitte um Waffenruhe falsch

Der Iran weist die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zurück, die Islamische Republik habe die USA um eine Waffenruhe gebeten. Die Äußerung ​sei falsch und unbegründet, berichtet das staatliche iranische Fernsehen unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums.

14:50 Uhr – Trump: „Irans neuer Regime-Präsident hat die USA um eine Waffenruhe gebeten“

Die USA haben nach Angaben von US-Präsident Trump aus Teheran die Bitte um eine Waffenruhe im Iran erhalten. „Irans neuer Regime-Präsident, deutlich weniger radikalisiert und weit klüger als seine Vorgänger, hat die Vereinigten Staaten von Amerika gerade um eine WAFFENRUHE gebeten!“, schrieb Trump bei Truth Social. „Wir werden das in Erwägung ziehen, sobald die Straße von Hormus offen, frei und sicher ist. Bis dahin bomben wir Iran in Grund und Boden oder, wie man so sagt, zurück in die Steinzeit.“ Weitere Details sind bislang nicht bekannt. Welchen iranischen Vertreter Trump genau meinte, ist unklar. Modschtaba Chamenei ist Irans neuer Oberster Führer, Präsident ist weiterhin Massud Peseschkian.

13:36 Uhr – Israelisches Militär tötet wichtigen Hisbollah-Kommandeur im Libanon

Das israelische Militär hat bei einem Luftangriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut nach übereinstimmenden Angaben einen hochrangigen Hisbollah-Kommandeur getötet. Nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen und der proiranischen Terrormiliz wurde der Hisbollah-Militärkommandeur für den Irak, Jussef Haschem, im Beiruter Viertel Dschna getötet.

12:06 Uhr – London kündigt internationales Treffen zur Sicherung der Straße von Hormus an

Die britische Regierung hat ein internationales Treffen zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus angekündigt. Großbritannien habe 35 Länder hinter seiner Initiative „zur maritimen Sicherheit“ in der Golfregion vereint, sagte der britische Regierungschef Keir Starmer. Außenministerin Yvette Cooper werde im Laufe dieser Woche erstmals Vertreter dieser Länder zu Beratungen empfangen.

11:41 Uhr – Trump spricht von Nato-Austritt: „Papiertiger“

US-Präsident Donald Trump erwägt nach eigenen ​Worten ernsthaft einen Austritt der USA ⁠aus der Nato. Grund sei die mangelnde Unterstützung der Verbündeten für den US-Militäreinsatz gegen den Iran, zitierte die britische Zeitung „Daily Telegraph“ ​den US-Präsidenten. ‌Auf die Frage, ob er die Mitgliedschaft überdenke, sagte Trump dem Blatt: „Oh ja, ich würde sagen, das geht über eine reine Überlegung hinaus.“

09:39 Uhr – Bericht: Emirate wollen Blockade der Straße von Hormus notfalls gewaltsam beenden

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ bereit, die USA und andere Verbündete zu unterstützen, die Blockade der Straße von Hormus gewaltsam zu beenden. Das Land könnte damit als erster Staat am Persischen Golf selbst aktiv in den Konflikt eingreifen.

Dem Bericht zufolge drängen die Emirate im UN-Sicherheitsrat auf eine Resolution, die ein solches Vorgehen legitimieren würde. Zugleich werben emiratische Diplomaten demnach bei den USA sowie bei europäischen und asiatischen Militärmächten für eine Koalition, die die wichtige Schifffahrtsroute notfalls mit Gewalt freihalten soll. Das Außenministerium der Emirate verwies in einer Stellungnahme auf einen „breiten globalen Konsens“, dass die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus gewahrt werden müsse. Zugleich verwies das Ministerium auf eine UN-Resolution, die Irans Angriffe auf emiratische Städte verurteilt. Die Emirate haben laut dem Bericht bereits ihre Fähigkeiten überprüft, um bei einer Sicherung der Meerenge zu helfen, etwa bei der Räumung von Minen und mit weiteren Unterstützungsleistungen.

09:38 Uhr – Hoffnung auf Frieden beschert Dax Kurssprung

Die Erwartung eines baldigen Endes des Nahost-Kriegs sorgt für Euphorie ​am Frankfurter Börsenparkett. Der Dax notierte zur Eröffnung fast drei ⁠Prozent höher bei 23.326,89 Punkten.

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dpa/AFP/rtr/ll/sebe/jmr/saha/ceb/krö/nw/säd/lay

Source: welt.de