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Wadephul in Butscha: Bilder, die viele „nie vergessen“ werden

Vier Jahre nach der Entdeckung der russischen Massaker an der Zivilbevölkerung des Kiewer Vororts Butscha hat die Europäische Union am Dienstagmorgen ein informelles Außenministertreffen in der ukrainischen Hauptstadt begonnen. Butscha hatte nach dem Großangriff auf die Ukraine vom 24. Februar 2022 mehrere Wochen unter russischer Besatzung gestanden. Nach der Befreiung durch die ukrainischen Streitkräfte am 31. März wurden nach offiziellen Angaben 458 Leichen gefunden, davon 419 mit Spuren von Folter oder gewaltsamer Tötung. 

Der Besuch begann am Dienstag mit einer Fahrt zur Sankt-Andreas-Kirche in Butscha. Der deutsche Außenminister Johannes Wadephul (CDU) sagte bei der Ankunft, viele würden die Bilder „nie vergessen“, die nach der Entdeckung der Morde durch die Welt gingen. „Erschossene Zivilisten in den Straßen. Ermordet in ihren Vorgärten. Verbrannt. In Keller oder die Kanalisation geworfen. Verscharrt in Massengräbern. Unzählige Berichte über Vergewaltigungen und Folter. Ein schrecklicher Blick in die tiefsten Abgründe menschlicher Grausamkeit und ein Schlaglicht auf das, was Menschen in den besetzten Gebieten der Ukraine seit nunmehr zwölf Jahren erleiden müssen.“ 

Butscha stehe als Symbol für unzählige weitere russische Kriegsverbrechen. „Die Massaker von Isjum, die Bombardierung des Bahnhofs von Kramatorsk, die Belagerung von Mariupol“ – wohin auch immer Wladimir Putins Russland gehe, dahin kämen „Mord und Barbarei“. 

Butscha stehe aber auch für „die Kraft der ukrainischen Armee zur Rückeroberung großer Landesteile“, sowie „für die Widerstandsfähigkeit und den Mut der Ukrainerinnen und Ukrainer“. Das Treffen der EU-Außenminister sende deswegen ein klares Signal: „Die Ukrainerinnen und Ukrainer sind Teil unserer europäischen Familie. Wir begleiten sie entschlossen auf dem Weg in die Europäische Union“. 

Source: faz.net