Gedenken in dieser Ukraine: Die Mahnung von Butscha

An die Kriegsverbrechen von Butscha sollte nicht nur am Jahrestag der Befreiung der kleinen Stadt in der Nähe von Kiew erinnert werden. Sondern immer dann, wenn der Ukraine von irgendwem – seien es nun ein amerikanischer Präsident oder angebliche Friedensfreunde in Europa – nahegelegt wird, ihre Truppen um des Friedens willen aus Gebieten abzuziehen, die Russland beansprucht.

Der Terror gegen Zivilisten hatte System

Der Terror gegen die Zivilbevölkerung in Orten wie Butscha im Norden der Ukraine, aus denen sich die russischen Truppen im Frühjahr 2022 nach wenigen Wochen wieder zurückziehen mussten, hatte System. Auch in den Gebieten im Osten und Süden, aus denen die Besatzer im Herbst 2022 vertrieben wurden, haben diese Gräueltaten an der Zivilbevölkerung begangen.

Über die Verhältnisse in den von Russland gehaltenen Gebieten dringen nur bruchstückhafte Informationen nach außen. Aber auch sie ergeben ein deutliches Bild. Das Besatzungsregime zielt darauf ab, den Menschen dort ihre ukrainische Identität mit Gewalt auszutreiben. Die Aussichten, den Aggressor militärisch aus den besetzten Gebieten zu verdrängen, sind gering.

Aber die Erinnerung an Butscha illustriert einen der vielen Gründe dafür, dass es keinen Frieden bringen und menschliches Leid nicht verringern würde, wenn die Ukraine Forderungen des Kremls nachgäbe.

Source: faz.net