Susen Tiedtke fand ihren leblosen Sohn – „Er war schon steif und blau“

Ex-Weitspringerin Susen Tiedtke hat mit emotionalen Worten vom Tod ihres Sohnes berichtet. Er wurde nur 17 Jahre alt. Die Olympia-Fünfte fand ihn vor gut einem Jahr tot in seinem Bett. Über ihren Umgang mit dem Verlust.

Susen Tiedtke gewann als Weitspringerin Silber und Bronze bei Hallen-Weltmeisterschaften, wurde 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney Fünfte. Vor etwa einem Jahr erschütterte dann ein schwerer Schicksalsschlag das Leben der ehemaligen Spitzen-Athletin. Ihr Sohn Max starb im Alter von nur 17 Jahren – an einer nicht entdeckten Entzündung am Herzen, wie sie RTL erzählt.

Ein Freund ihres Sohnes habe sich am 4. März 2025 bei Tiedtke erkundigt, warum Max nicht ans Telefon gehe. Sie fand ihn daraufhin in seinem Zimmer auf dem Bett liegend, wie sie erzählt. Tiedtke im RTL-Interview: „Und dann bin ich zu ihm ran, und dann war er schon steif und blau.“ Weiter sagt die 57-Jährige: „Das reißt plötzlich das gesamte Leben aus einem heraus. Das ist ja das eigene Fleisch und Blut, und dann ist er tot.“

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Danach fiel die ehemalige Olympia-Teilnehmerin in ein tiefes Loch. „Für mich war das Schwierigste, wieder eine Lebensmotivation zu finden. Warum soll ich noch leben, wenn mein Sohn tot ist?“ Der Verlust ihres Kindes lähmte sie, wie sie unter Tränen berichtet. „Ich lag praktisch über einen Monat nur irgendwie so halb im Koma auf dem Sofa und wusste nicht, wo vorne und hinten ist.“

Tiedtkes Umgang mit dem Verlust

Ein Gedanke half ihr in dieser schweren Zeit, sagt Tiedtke: „Es gibt einem so ein bisschen Trost, wenn man weiß, er ist nicht komplett weg.“ Sie erklärt: „Denn wenn man das nicht glaubt, ist es ganz schwierig, so etwas zu verkraften, den Tod eines Sohnes.“ Max war das jüngere Kind von Tiedtke und Ex-Tennisspieler Hendrik Dreekmann, mit dem sie von 2005 bis 2008 verheiratet war. Ihre gemeinsame Tochter ist 20 Jahre alt.

Tiedtke ist gelernte Heilpraktikerin, will nach vorne schauen. „Ich habe jetzt ein Jahr lang nicht gearbeitet und von meinem Ersparten gelebt. Man muss jetzt wieder seinen neuen Weg finden“, sagt die 57-Jährige. Mit ihrem offenen Umgang möchte sie auch anderen Menschen Mut machen. „Ich habe meinen neuen Weg gefunden und hoffe, wenn jemand das hört, der Ähnliches durchmacht, dass er sich vielleicht ein bisschen unterstützt und nicht so alleine fühlt.“

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Rückblickend auf ihre Leichtathletik-Karriere sagt Tiedtke: „Durch den Sport habe ich so viel erfahren und so viel lernen können. Das hat mich fürs Leben geprägt. Wenn man ein Ziel hat, dann gibt man alles dafür.“

Source: welt.de