Nachwuchswerbung zusammen mit Tesla: Die „geheime Fabrik“ öffnet die Türen

Tesla Gigafactory Grünheide, Berlin-Brandenburg.

Stand: 31.03.2026 • 14:27 Uhr

Tesla lädt potenzielle Azubis und Studierende in seine sonst abgeschirmte Fabrik ein. Nach Schlagzeilen um die Betriebsratswahl will sich der Konzern beim „Open Day“ von seiner besten Seite zeigen.

Von Jacqueline Piwon und Jördis Götz, RBB

Schon in der Eingangshalle der Tesla-Fabrik in Grünheide wird klar: Hier läuft einiges anders. Den kostenlosen Kaffee für die Mitarbeiterinnen und auch für die Besucher gibt ein Roboter aus. Der Tag der offenen Tür heißt „Open Day“, und die Azubis tragen T-Shirts mit der Aufschrift „Future Talent“.

Der Tag beginnt mit einem Vortrag samt Werbevideos für alle, die gekommen sind. Zwei 19-jährige Auszubildende halten vor den Interessierten ein flammendes Plädoyer für Tesla als Arbeitgeber. Sie sprechen von „benefits“ (Vorteilen), die das Unternehmen biete: „Riesige Kantine, wir haben eine Bar, wir haben ein Gym, wir haben einen Barbershop.“ Und auch die Ausbildung zur Industriekauffrau sei hier nicht langweilig.

Rund 50 junge Menschen sind zum „Open Day“ gekommen. Der US-Konzern sucht Azubis für 18 verschiedene Ausbildungsberufe und fünf duale Studiengänge, darunter Mechatroniker, Logistikerinnen, Chemielaboranten und Informatikerinnen.

Aktuell sind bei Tesla in Brandenburg nach Angaben des Unternehmens rund 10.000 Menschen beschäftigt, darunter 190 Azubis und 100 Studenten. Aber der Konzern nehme nicht jeden, sagt Ausbildungsleiterin Tatiana Attaman: „Nicht nur die besten Noten sind für uns wichtig, sondern eher die Persönlichkeit“. Die Schülerinnen und Schüler müssten proaktiv sein, neugierig und Interesse an Technik zeigen.

Tesla will sich als junges Unternehmen mit innovativen Ideen verstanden wissen. „Wir brauchen den jungen Spirit in der Company“, sagt die Ausbildungsleiterin. Man müsse sich heutzutage einiges einfallen lassen, um Azubis anzuwerben. „Leicht ist es nicht.“ Es brauche mehr haptische Trainings und Workshops, „sodass die jungen Leute wirklich die Möglichkeit bekommen, es live zu erleben“.

In die eigentliche Fertigungshalle geht es aber auch am „Open Day“ nicht. Die Sicherheitsvorkehrungen sind streng, jeder Bereich hat eine eigene Zugangsbeschränkung. Fotos sind nicht erlaubt.

Trotzdem gibt es einiges zu erleben: Insgesamt sieben verschiedene Bereiche können die Jugendlichen hautnah entdecken. Bei der Werksfeuerwehr dürfen sie in voller Montur ein Feuer löschen, auch hier werden Ausbildungsplätze vergeben. Ein Löschroboter kommt ebenfalls zum Einsatz, den die Bewerber mit einem großen Joystick selbst steuern dürfen.

1.000 Roboter, die gewartet werden müssen

Der Abiturient Albert Löser freut sich über die „Möglichkeit, sich das mal anzugucken“. Seine Familie fahre „seit mehreren Jahren“ Tesla, deshalb wollte er sich das Unternehmen einmal näher ansehen. Eine Ausbildung oder ein duales Studium könne er sich vorstellen, noch sei aber „alles offen“ bei ihm.

Auch die Schülerin Mutia Meryem Zabun kann sich Tesla als Arbeitgeber vorstellen: „Mein Bruder arbeitet hier, und deshalb habe ich auch Interesse, hier eine Ausbildung zu machen.“

Eine junge Frau steuert einen Löschroboter fern.

Vor allem die moderne Technik kommt bei den Jugendlichen gut an. Überall dürfen sie Roboter steuern und selbst ausprobieren. Insgesamt sind in dem Unternehmen mehr als 1.000 Roboter im Einsatz, sagt Robotics-Trainer Jens Päcker: „Die müssen gewartet werden und Programme müssen angepasst werden. Das müssen Mitarbeiter lernen.“

Für Tesla habe die Ausbildung „wirklich Priorität“, so Ausbildungsleiterin Tatiana Attaman. Trotzdem achte man vor allem auf Qualität, nicht Quantität. Wer nicht zu Tesla passe, kriege hier auch keinen Ausbildungsplatz.

Source: tagesschau.de