Wirtschaft: Deutsche Inflationsrate steigt im März hinaus 2,7 Prozent
Die durch den Irankrieg stark gestiegenen Ölpreise haben in Deutschland die Verbraucherpreise in die Höhe getrieben. Im März stieg die Inflationsrate auf 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Januar 2024, als 2,9 Prozent gemessen worden waren.Im Februar hatte die Inflationsrate noch bei 1,9 Prozent gelegen.
Daten der Bundesländer zufolge zogen vor allem die Preise für Kraftstoffe und Heizöl stark an. Besonders stark stiegen den Angaben nach die Preise im Energiebereich insgesamt – verglichen mit dem März des vergangenen Jahres um 7,2 Prozent. Dies bedeutet zugleich den ersten Anstieg der Energiepreise seit Dezember 2023. Bei
Dienstleistungen, zu denen etwa Restaurantbesuche und Reisen zählen,
stiegen die Preise um 3,2 Prozent. Lebensmittel waren 0,9 Prozent teurer
als ein Jahr zuvor.
Anstieg laut Institut „erst der Anfang“
Vor dem Irankrieg hatten Ökonomen damit gerechnet, dass
die Teuerung in Deutschland dieses Jahr im Mittel knapp über der Marke von zwei
Prozent liegen werde. Mittlerweile haben sich die Prognosen verändert. Die Bundesbank warnte kürzlich, die Inflationsrate
dürfte „in nächster Zeit deutlich in Richtung 3 Prozent ansteigen“.
Eine langanhaltende Sperrung der Straße von Hormus könne die
Energieversorgung belasten und die Inflationsrate über einen längeren Zeitraum deutlich erhöhen.
„Dieser Anstieg der Inflationsrate ist erst der Anfang“,
sagte Friedrich Heinemann vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) der Nachrichtenagentur Reuters. „Der
Sprung bei den Energiepreisen wird sich in den kommenden Monaten
in viele Kalkulationen hineinfressen und zu Preiserhöhungen
führen“, sagte er und fügte an, er rechne mit einem Anstieg der Rate auf drei Prozent und mehr.
Spritpreis bei mehr als zwei Euro
Der
Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die Öl- und Gaspreise
stark nach oben getrieben. Grund ist die weitgehende Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Über den Wasserweg wird rund ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs transportiert wird. Die Folgen treffen Autofahrer an den Tankstellen auch hierzulande, an denen zurzeit Preise von mehr als zwei Euro je Liter Benzin oder Diesel gefordert werden. Auch Gas und Strom haben sich für Neukunden deutlich
verteuert.
Aus Sicht von Ökonomen besteht die
Gefahr, dass sich der Energiepreisschock bald auf weitere Bereiche der Wirtschaft erstreckt. So könnten steigende Produktions- und Transportkosten die
Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen steigen
lassen. Auch am Bau werden Kostensteigerungen erwartet, gestiegene
Düngemittelpreise belasten Landwirtinnen und Landwirte.
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