Trump würde sich „am liebsten dasjenige Öl im Iran nehmen“ – und schimpft oben „dumme Leute“
Kommt es zur Bodenoffensive des US-Militärs im Iran? In einem Interview mit der „Financial Times“ heizt US-Präsident Trump die Spekulationen an. Er betont: „Wir haben viele Optionen.“ Mehr im Liveticker.
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
06:56 Uhr – Trump würde sich „am liebsten das Öl im Iran nehmen“ – und schimpft über „dumme Leute“
Seit Tagen gibt es Berichte über eine mögliche Bodenoffensive des US-Militärs im Iran. US-Präsident Trump heizt die Spekulationen in einem Interview mit der „Financial Times“ an. Hier die wichtigsten Aussagen:
„Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen“, sagte der Republikaner. Er fügte hinzu: „Aber einige dumme Leute in den USA sagen: ‚Warum tust du das?‘ Aber das sind dumme Leute.“ Für einen solchen Schritt müsste das US-Militär wohl die iranische Insel Charg im Persischen Golf einnehmen, über die etwa 90 Prozent der Erdölausfuhren des Landes abgewickelt werden. Das Pentagon habe die Entsendung von rund 10.000 Soldaten angeordnet, die für die Eroberung und Sicherung von Land ausgebildet sind, berichtete die Zeitung. Ein Angriff auf den Exportknotenpunkt Charg wäre jedoch riskant. „Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen“, wurde Trump von der „FT“ zitiert. „Es würde auch bedeuten, dass wir eine Weile dort (auf Charg) bleiben müssten.“
Auf die Frage, ob in den kommenden Tagen ein Waffenruheabkommen erzielt werden könne, das die für den globalen Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus wieder öffnen würde, lehnte Trump es dem Bericht zufolge ab, konkrete Details zu nennen. „Wir haben noch etwa 3000 Ziele übrig – wir haben 13.000 Ziele bombardiert – und noch ein paar Tausend Ziele vor uns“, wurde er zitiert. „Ein Abkommen könnte ziemlich schnell zustande kommen.“
05:33 Uhr – Israels Armee setzt Angriffe in Teheran fort
Die israelische Luftwaffe setzt ihre Angriffe im Iran fort. Es werde „militärische Infrastruktur“ in der iranischen Hauptstadt Teheran attackiert, teilte die Armee am frühen Morgen ohne nähere Angaben mit. Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, das US-Militär habe „viele seit langem verfolgte Ziele“ im Iran angegriffen und zerstört.
05:24 Uhr – Trump spricht von „großem Tag im Iran“
US-Präsident Donald Trump äußert sich auf seiner Plattform Truth Social kryptisch zu Angriffen auf den Iran. Der 79-Jährige schrieb von einem „großen Tag im Iran“. Viele lang ersehnte Ziele seien „ausgeschaltet und zerstört“ worden, „von unserem GROSSARTIGEN MILITÄR, dem besten und tödlichsten der Welt. Gott segne euch alle!“
04:57 Uhr – Trump legt weitreichende Zustimmung Teherans zu 15-Punkte-Plan nahe
US-Präsident Donald Trump hat eine weitreichende Zustimmung Teherans zu einem 15-Punkte-Plan der USA für ein Kriegsende nahegelegt. Auf die Frage, ob der Iran auf seinen Vorschlag reagiert habe, antwortete Trump an Bord des Regierungsfliegers Air Force One: „Sie haben uns die meisten Punkte gegeben. Warum auch nicht?“ Der Republikaner ging nicht näher auf die angeblichen Zugeständnisse der Islamischen Republik ein.
03:53 Uhr – Trump: Iran gestattet 20 Schiffen Fahrt durch Straße von Hormus
Der Iran hat nach Angaben von US-Präsident Trump zugestimmt, 20 mit Öl beladenen Schiffen die Fahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. Starten werde dies am Montagmorgen und für einige Tage andauern, erklärte der Republikaner in der Nacht zum Montag an Bord der Regierungsmaschine Air Force One. Es handle sich um ein „Zeichen des Respekts“ von Teheran.
„Ich kann nur sagen, dass wir in dieser Verhandlung sehr gut vorankommen, aber man weiß nie, was mit dem Iran passiert. Wir verhandeln mit ihnen, und am Ende müssen wir sie doch wieder in die Luft jagen“, sagte Trump.
02:57 Uhr – Kuwaits Elektrizitätsministerium: Ein Toter bei iranischem Angriff auf Energieanlage
Bei einem iranischen Angriff auf eine Energie- und Wasserentsalzungsanlage in Kuwait ist nach Angaben des Elektrizitätsministeriums des Landes ein Mensch getötet worden. Der Angriff habe „den Tod eines indischen Arbeiters und erhebliche Sachschäden zur Folge gehabt“, erklärte das Ministerium am Montag im Onlinedienst X. Ein Betriebsgebäude der Anlage sei „im Rahmen der iranischen Aggression gegen den Staat Kuwait“ attackiert worden.
Das saudiarabische Verteidigungsministerium teilte derweil mit, die Streitkräfte des Golfstaats hätten fünf Marschflugkörper abgefangen, die sich im Anflug auf den Osten des Landes befunden hätten. In einer knappen Stellungnahme im Onlinedienst X gab das Ministerium nicht bekannt, woher die Raketen stammten.
01:32 Uhr – Geschoss explodiert: UN-Blauhelmsoldat im Libanon getötet
Bei der Explosion eines Geschosses in einer Stellung der UN-Friedenstruppen im Libanon ist ein Blauhelmsoldat getötet worden. Ein weiterer wurde bei dem Vorfall im Süden des Landes schwer verletzt, wie die UN-Beobachtermission Unifil mitteilte. „Niemand, der dem Frieden dient, sollte sein Leben verlieren“, mahnte die Mission der Vereinten Nationen.
Es war demnach zunächst unklar, woher das Geschoss kam. „Wir kennen die Herkunft des Projektils nicht und haben eine Untersuchung eingeleitet, um alle Umstände zu klären“, teilte die Mission mit. Angriffe auf Unifil-Truppen stellten einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar, erklärte die Mission weiter.
Die UN-Truppen sind im Südlibanon stationiert, um die Feindseligkeiten entlang der Demarkationslinie zu Israel zu überwachen. In dem Gebiet kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen israelischen Truppen und Kämpfern der pro-iranischen Hisbollah-Miliz.
01:19 Uhr – IAEA: Schwerwasserreaktor im Iran getroffen
Irans Forschungsreaktor Chondab ist nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) durch Beschuss stark beschädigt worden. Der früher Arak genannte Schwerwasserreaktor sei nicht mehr betriebsfähig, erklärte die Behörde mit Sitz in Wien auf der Plattform X. Sie berief sich dabei unter anderem auf Satellitenbilder und eigene Kenntnisse der Einrichtung. Die Anlage enthalte kein deklariertes Nuklearmaterial. Der Iran habe den Beschuss des Reaktors am 27. März gemeldet, hieß es.
Sonntag, 29. März 2026
23:49 Uhr – Bericht: USA lassen russischen Öltanker nach Kuba passieren
Die USA lockern einem Zeitungsbericht zufolge ihre faktische Ölblockade gegen Kuba und lassen einen russischen Tanker die Karibikinsel ansteuern. Die „New York Times“ berief sich in ihrem Bericht am Sonntag auf einen US-Regierungsvertreter. Warum die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Lieferung zulasse, sei unklar.
LSEG-Daten zur Schiffsverfolgung zufolge ist der mit US-Sanktionen belegte Tanker „Anatoly Kolodkin“ auf dem Weg nach Kuba. Das Schiff war im russischen Hafen Primorsk ausgelaufen. Während die LSEG-Daten die Ladung auf etwa 650.000 Barrel Rohöl beziffern, sprach die Zeitung von 730.000 Barrel.
Die Regierung in Washington hatte Öllieferungen nach Kuba faktisch blockiert, um den Druck auf die Führung in Havanna zu erhöhen. Zugleich haben die USA ihre Sanktionen gegen Russland vorübergehend aufgehoben. Damit soll die weltweite Ölversorgung verbessert werden, die durch Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran eingeschränkt wurde.
22:39 Uhr – Stromausfälle in Teheran
In Teilen Teherans ist nach erneuten israelischen Angriffen der Strom ausgefallen. Auch in der umliegenden Region und der benachbarten Provinz Albors gebe es nach Angriffen auf Energieanlagen Stromausfälle, erklärte das iranische Energieministerium.
20:38 Uhr – Trumps Ex-Berater Bolton: Iran auch Europas Problem
Der frühere Nationale Sicherheitsberater von Donald Trump, John Bolton, rät Europa zu einer stärkeren Rolle im Konflikt mit dem Iran. „Iran liegt näher an Europa als an den USA“, sagte Bolton in einem Interview der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag). Zudem reichten Irans Raketen offenbar weiter als erwartet und könnten beinahe ganz Europa erreichen. Auch wirtschaftlich sei der Kontinent wegen der gestiegenen Ölpreise betroffen. Außerdem sei Europa immer wieder Ziel iranisch gesteuerter Terrorangriffe.
Der frühere Diplomat fügte hinzu: „Wenn die Europäer sagen, Iran ist nicht unser Krieg, dann erlaubt das Trump zu sagen, nun, die Ukraine ist nicht Amerikas Krieg.“ Das helfe nur Russlands Staatschef Wladimir Putin.
20:04 Uhr – Chef von US-Ölverband dringt auf schnelle Öffnung von Hormus-Straße
Der Chef des wichtigsten Lobbyverbands der US-Öl- und Gasindustrie dringt auf rasche Schritte zur Öffnung der Straße von Hormus. Das sei die einzige Lösung mit Blick auf die steigenden Verbraucherpreise und Energiekosten, sagte Mike Sommers, Präsident und CEO des American Petroleum Institute (API), dem US-Sender Fox News.
Sommers sprach sich für gezielte Maßnahmen gegen die iranische Führung aus, um das Ziel zu erreichen. Ansonsten werde sich das Problem mit der Zeit verschlimmern. Je länger der Handelsweg blockiert bleibe, desto höher stiegen die Preise, warnte Sommers. Sorge bereite ihm auch das Eingreifen der jemenitischen Huthi-Miliz in den Konflikt.
19:28 Uhr – Pakistan kündigt Gespräche zwischen den USA und dem Iran an
Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar hat baldige Gespräche zwischen dem Iran und den USA über den Krieg im Nahen Osten angekündigt. Pakistan werde Gastgeber der Gespräche sein, erklärte Außenminister Ishaq Dar.
Er empfing seine Amtskollegen aus Saudi-Arabien, Ägypten und der Türkei in Islamabad, um über den sich zuspitzenden Konflikt und die Aussichten auf Frieden zu beraten. „Wir haben uns weiterhin aktiv an allen Bemühungen und Initiativen beteiligt, um diesen Konflikt zu beenden“, sagte er. „Wir stehen auch weiterhin in engem Kontakt mit der US-Führung, um die Situation zu deeskalieren und eine Lösung für den Konflikt zu finden.“
18:59 Uhr – Golfstaaten wieder unter Beschuss
Die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere regionale Nachbarn am Golf stehen weiter unter Beschuss durch den Iran. Die Flugabwehr habe heute 16 Raketen und 42 Drohnen abgefangen, meldete das emiratische Verteidigungsministerium. Seit Beginn des Kriegs vor vier Wochen habe das Land iranische Angriffe mit mehr als 410 Raketen, 1.900 Drohnen und 15 Marschflugkörpern abgewehrt. Bisher wurden elf Menschen getötet, darunter zwei Soldaten, und rund 180 weitere verletzt.
17:40 Uhr – Netanjahu will Pufferzone im Libanon ausweiten
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat das Militär nach eigenen Angaben angewiesen, die Pufferzone im Südlibanon weiter auszuweiten. Ziel sei es, die Sicherheitslage an der nördlichen Grenze Israels zu stärken, sagt Netanjahu in einer Videoübertragung aus dem Hauptquartier des zuständigen Nordkommandos.
Die israelische Armee rückte mit Bodentruppen weiter vor. Die Truppen seien im Süden acht Kilometer weit von der Grenze ins Landesinnere vorgedrungen, sagte der libanesische Verteidigungsminister Michel Menassa in einer Kabinettssitzung.
16:55 Uhr – Iranische Medien verbreiten Botschaft des neuen Machthabers Chamenei
Irans staatliche Medien verbreiten eine Botschaft des neune Machthabers Ajatollah Modschtaba Chamenei. Er hat sich demnach bei dem irakischen Volk und der dortigen religiösen Führung für die Unterstützung des Iran „angesichts der Aggression“ bedankt. In den Berichten wird nicht erläutert, auf welchem Weg die Botschaft übermittelt wurde.
Chamenei war zum Nachfolger seines Vaters ernannt worden, nachdem dieser zu Beginn des Kriegs vor einem Monat getötet worden war. Er soll allerdings selbst verletzt worden sein. In der Öffentlichkeit ist er seit seiner Ernennung nicht in Erscheinung getreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand schürt.
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Source: welt.de