„Niemand, jener dem Frieden dient, sollte sein Leben verlieren“ – Explosion tötet UN-Soldat im Libanon
Bei einer Explosion in einer UN-Position im Südlibanon ist ein Blauhelmsoldat ums Leben gekommen, ein weiterer wurde schwer verletzt. Die Herkunft des Geschosses ist unklar. Unterdessen kündigt Pakistan Gespräche zwischen den USA und dem Iran an. Mehr im Liveticker.
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
01:32 Uhr – Geschoss explodiert: UN-Blauhelmsoldat im Libanon getötet
Bei der Explosion eines Geschosses in einer Stellung der UN-Friedenstruppen im Libanon ist ein Blauhelmsoldat getötet worden. Ein weiterer wurde bei dem Vorfall im Süden des Landes schwer verletzt, wie die UN-Beobachtermission Unifil mitteilte. „Niemand, der dem Frieden dient, sollte sein Leben verlieren“, mahnte die Mission der Vereinten Nationen.
Es war demnach zunächst unklar, woher das Geschoss kam. „Wir kennen die Herkunft des Projektils nicht und haben eine Untersuchung eingeleitet, um alle Umstände zu klären“, teilte die Mission mit. Angriffe auf Unifil-Truppen stellten einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar, erklärte die Mission weiter.
Die UN-Truppen sind im Südlibanon stationiert, um die Feindseligkeiten entlang der Demarkationslinie zu Israel zu überwachen. In dem Gebiet kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen israelischen Truppen und Kämpfern der pro-iranischen Hisbollah-Miliz.
01:19 Uhr – IAEA: Schwerwasserreaktor im Iran getroffen
Irans Forschungsreaktor Chondab ist nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) durch Beschuss stark beschädigt worden. Der früher Arak genannte Schwerwasserreaktor sei nicht mehr betriebsfähig, erklärte die Behörde mit Sitz in Wien auf der Plattform X. Sie berief sich dabei unter anderem auf Satellitenbilder und eigene Kenntnisse der Einrichtung. Die Anlage enthalte kein deklariertes Nuklearmaterial. Der Iran habe den Beschuss des Reaktors am 27. März gemeldet, hieß es.
Sonntag, 29. März 2026
23:49 Uhr – Bericht: USA lassen russischen Öltanker nach Kuba passieren
Die USA lockern einem Zeitungsbericht zufolge ihre faktische Ölblockade gegen Kuba und lassen einen russischen Tanker die Karibikinsel ansteuern. Die „New York Times“ berief sich in ihrem Bericht am Sonntag auf einen US-Regierungsvertreter. Warum die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Lieferung zulasse, sei unklar.
LSEG-Daten zur Schiffsverfolgung zufolge ist der mit US-Sanktionen belegte Tanker „Anatoly Kolodkin“ auf dem Weg nach Kuba. Das Schiff war im russischen Hafen Primorsk ausgelaufen. Während die LSEG-Daten die Ladung auf etwa 650.000 Barrel Rohöl beziffern, sprach die Zeitung von 730.000 Barrel.
Die Regierung in Washington hatte Öllieferungen nach Kuba faktisch blockiert, um den Druck auf die Führung in Havanna zu erhöhen. Zugleich haben die USA ihre Sanktionen gegen Russland vorübergehend aufgehoben. Damit soll die weltweite Ölversorgung verbessert werden, die durch Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran eingeschränkt wurde.
22:39 Uhr – Stromausfälle in Teheran
In Teilen Teherans ist nach erneuten israelischen Angriffen der Strom ausgefallen. Auch in der umliegenden Region und der benachbarten Provinz Albors gebe es nach Angriffen auf Energieanlagen Stromausfälle, erklärte das iranische Energieministerium.
20:38 Uhr – Trumps Ex-Berater Bolton: Iran auch Europas Problem
Der frühere Nationale Sicherheitsberater von Donald Trump, John Bolton, rät Europa zu einer stärkeren Rolle im Konflikt mit dem Iran. „Iran liegt näher an Europa als an den USA“, sagte Bolton in einem Interview der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag). Zudem reichten Irans Raketen offenbar weiter als erwartet und könnten beinahe ganz Europa erreichen. Auch wirtschaftlich sei der Kontinent wegen der gestiegenen Ölpreise betroffen. Außerdem sei Europa immer wieder Ziel iranisch gesteuerter Terrorangriffe.
Der frühere Diplomat fügte hinzu: „Wenn die Europäer sagen, Iran ist nicht unser Krieg, dann erlaubt das Trump zu sagen, nun, die Ukraine ist nicht Amerikas Krieg.“ Das helfe nur Russlands Staatschef Wladimir Putin.
20:04 Uhr – Chef von US-Ölverband dringt auf schnelle Öffnung von Hormus-Straße
Der Chef des wichtigsten Lobbyverbands der US-Öl- und Gasindustrie dringt auf rasche Schritte zur Öffnung der Straße von Hormus. Das sei die einzige Lösung mit Blick auf die steigenden Verbraucherpreise und Energiekosten, sagte Mike Sommers, Präsident und CEO des American Petroleum Institute (API), dem US-Sender Fox News.
Sommers sprach sich für gezielte Maßnahmen gegen die iranische Führung aus, um das Ziel zu erreichen. Ansonsten werde sich das Problem mit der Zeit verschlimmern. Je länger der Handelsweg blockiert bleibe, desto höher stiegen die Preise, warnte Sommers. Sorge bereite ihm auch das Eingreifen der jemenitischen Huthi-Miliz in den Konflikt.
19:28 Uhr – Pakistan kündigt Gespräche zwischen den USA und dem Iran an
Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar hat baldige Gespräche zwischen dem Iran und den USA über den Krieg im Nahen Osten angekündigt. Pakistan werde Gastgeber der Gespräche sein, erklärte Außenminister Ishaq Dar.
Er empfing seine Amtskollegen aus Saudi-Arabien, Ägypten und der Türkei in Islamabad, um über den sich zuspitzenden Konflikt und die Aussichten auf Frieden zu beraten. „Wir haben uns weiterhin aktiv an allen Bemühungen und Initiativen beteiligt, um diesen Konflikt zu beenden“, sagte er. „Wir stehen auch weiterhin in engem Kontakt mit der US-Führung, um die Situation zu deeskalieren und eine Lösung für den Konflikt zu finden.“
18:59 Uhr – Golfstaaten wieder unter Beschuss
Die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere regionale Nachbarn am Golf stehen weiter unter Beschuss durch den Iran. Die Flugabwehr habe heute 16 Raketen und 42 Drohnen abgefangen, meldete das emiratische Verteidigungsministerium. Seit Beginn des Kriegs vor vier Wochen habe das Land iranische Angriffe mit mehr als 410 Raketen, 1.900 Drohnen und 15 Marschflugkörpern abgewehrt. Bisher wurden elf Menschen getötet, darunter zwei Soldaten, und rund 180 weitere verletzt.
17:40 Uhr – Netanjahu will Pufferzone im Libanon ausweiten
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat das Militär nach eigenen Angaben angewiesen, die Pufferzone im Südlibanon weiter auszuweiten. Ziel sei es, die Sicherheitslage an der nördlichen Grenze Israels zu stärken, sagt Netanjahu in einer Videoübertragung aus dem Hauptquartier des zuständigen Nordkommandos.
Die israelische Armee rückte mit Bodentruppen weiter vor. Die Truppen seien im Süden acht Kilometer weit von der Grenze ins Landesinnere vorgedrungen, sagte der libanesische Verteidigungsminister Michel Menassa in einer Kabinettssitzung.
16:55 Uhr – Iranische Medien verbreiten Botschaft des neuen Machthabers Chamenei
Irans staatliche Medien verbreiten eine Botschaft des neune Machthabers Ajatollah Modschtaba Chamenei. Er hat sich demnach bei dem irakischen Volk und der dortigen religiösen Führung für die Unterstützung des Iran „angesichts der Aggression“ bedankt. In den Berichten wird nicht erläutert, auf welchem Weg die Botschaft übermittelt wurde.
Chamenei war zum Nachfolger seines Vaters ernannt worden, nachdem dieser zu Beginn des Kriegs vor einem Monat getötet worden war. Er soll allerdings selbst verletzt worden sein. In der Öffentlichkeit ist er seit seiner Ernennung nicht in Erscheinung getreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand schürt.
14:25 Uhr – „Unsere Raketen sind in Stellung“, warnt Teheran die USA
Der Iran warnt die USA nachdrücklich vor einer Bodeninvasion. „Die iranischen Streitkräfte warten auf die Ankunft amerikanischer Bodentruppen, um sie in Brand zu setzen und ihre regionalen Partner für immer zu bestrafen“, sagte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf am Sonntag. Qalibaf fügte hinzu: „Wir feuern weiter. Unsere Raketen sind in Stellung. Unsere Entschlossenheit und unser Glaube sind gewachsen.“
Die Äußerungen fielen, während sich regionale Mächte in Pakistan zu Gesprächen über die Beendigung der Kämpfe im Nahen Osten trafen. Zuvor hatte die „Washington Post“ berichtet, dass das US-Verteidigungsministerium wochenlange Einsätze von Bodentruppen im Iran vorbereite.
13:57 Uhr – Bei Luftangriff Israels getötete Journalisten im Libanon bestattet
Trauernde haben sich im Libanon für die Bestattung von drei bei einem israelischen Luftangriff getöteten Journalisten versammelt. Teilnehmer der Beisetzung am Sonntag im südlich von Beirut gelegenen Chueifat riefen „Tod für Israel“ und Tod für Amerika“, als die Leichen in die Erde gelassen wurden.
Ali Schuaib, ein Korrespondent des Hisbollah-Senders Al-Manar, Fatima Fatuni, eine Reporterin des proiranischen Senders Al-Majadin, und ihr Bruder Mohammed, der sie als Kameramann begleitete, waren am Samstag bei einem Angriff auf ihr Auto getötet worden, während sie über die Gefechte zwischen Israel und der Schiitenmiliz Hisbollah im Süden des Libanons berichteten.
Das israelische Militär teilte mit, der Angriff habe Schuaib gegolten, der für die Hisbollah gearbeitet habe. Beweise dafür legte das Militär nicht vor. Libanesische Behördenvertreter sprachen von einem Kriegsverbrechen.
13:40 Uhr – Irans Parlamentspräsident wirft den USA Täuschungsmanöver vor
Mohammed Baker Kalibaf wirft den USA Täuschungsmanöver bei ihrem Vorstoß für eine diplomatische Beendigung des Kriegs in Nahost vor. Die USA würden unter dem Deckmantel von Verhandlungsangeboten insgeheim einen Bodenangriff vorbereiten, sagte der iranische Parlamentspräsident in einer Botschaft an die Nation. Der Iran sei aber bereit zu reagieren. Seine Streitkräfte warteten auf die Ankunft von US-Bodentruppen, um diese und ihre regionalen Partner zur Rechenschaft zu ziehen.
Zuvor hatte die „Washington Post“ berichtet, dass das US-Verteidigungsministerium wochenlange Einsätze von Bodentruppen im Iran vorbereite, bei denen Spezialeinheiten und auch reguläre Infanterietruppen zum Einsatz kommen könnten. Es sei jedoch unklar, ob Präsident Donald Trump den Plänen zustimmen werde.
13:33 Uhr – Iranische Medien: AKW Buschehr von Geschoss getroffen
Das iranische Atomkraftwerk Buschehr ist örtlichen Medien zufolge von einem Geschoss getroffen worden. Es habe weder Verletzte noch finanziellen oder technischen Schaden gegeben, heißt es weiter.
13:10 Uhr – Bundestags-Experten sehen Iran-Krieg als Völkerrechtsverstoß
Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags sehen den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als völkerrechtswidrig an und weisen auf mögliche Konsequenzen für Deutschland hin. Die Angriffe der beiden Länder stellten „nach herrschender Ansicht“ einen Verstoß gegen das in der Charta der Vereinten Nationen verankerte Gewaltverbot dar, da sie weder vom Recht der Selbstverteidigung gedeckt noch vom UN-Sicherheitsrat autorisiert worden seien, heißt es in einem Gutachten der Bundestags-Experten. Dieses wurde von Abgeordneten der Linksfraktion in Auftrag gegeben und liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuvor hatte die „Berliner Zeitung“ darüber berichtet.
12:59 Uhr – Saudi-Arabien wehrt Drohnen ab
Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben mehrere Drohnenangriffe abgewehrt. Das Verteidigungsministerium teilte mit, am Sonntagmorgen seien zehn Drohnen abgefangen und zerstört worden.
12:30 Uhr – Syrische Regierungstruppen wehren Drohnenangriff von US-Militärbasis aus dem Irak ab
Die syrischen Regierungstruppen haben nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff auf eine US-Militärbasis aus dem Irak abgewehrt. Vier Drohnen aus dem Irak hätten den US-Stützpunkt angegriffen, teilte der stellvertretende Verteidigungsminister Sipan Himo heute mit. „Wir betrachten den Irak als verantwortlich und rufen dazu auf, eine Wiederholung von Angriffen zu verhindern, die unsere Stabilität gefährden.“
12:10 Uhr – Iranischer Parlamentspräsident warnt vor Einsatz von Bodentruppen
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnt die USA vor einem Einsatz von Bodentruppen in der Islamischen Republik. Iranischen Staatsmedien zufolge drohte er damit, die US-Soldaten „in Brand“ zu setzen und die Angriffe auf Verbündete der Vereinigten Staaten auszuweiten. Die iranischen Streitkräfte „warten auf die Ankunft amerikanischer Soldaten, um sie in Brand zu setzen und ihre regionalen Partner für immer zu bestrafen“, sagte er. „Unser Beschuss hält an. Unsere Raketen sind in Stellung. Unsere Entschlossenheit und unser Glaube sind gewachsen.“
10:07 Uhr – Büro von katarischem Nachrichtensender beschädigt
Bei einem israelischen Raketenangriff auf die iranische Hauptstadt Teheran ist ein Büro des katarischen Nachrichtensenders Al Arabi beschädigt worden. Der Sender schrieb am Sonntag im Kurzbotschaftendienst X, eine israelische Rakete habe das Gebäude getroffen, in dem sich die Redaktionsräume befinden. Dabei sei „erheblicher Schaden“ entstanden, die Live-Berichterstattung sei deswegen unterbrochen worden. Aufnahmen aus dem Inneren des Gebäudes zeigten zerbrochene Scheiben, Glas und Trümmerteile. Aufnahmen von außen zeigten Trümmerteile auf den Straßen und beschädigte Gebäude.
dpa/AFP/rtr/ll/sebe/jmr/krott/saha/ceb/krö
Source: welt.de