Vier Wochen Iran-Krieg: Wechsel zwischen Diplomatie und Drohkulissen

Feuerwehrleute räumen in Teheran mit einem Bagger die Trümmer eines Wohnhauses.

Stand: 28.03.2026 • 13:22 Uhr

Vor vier Wochen begann der US-israelische Krieg gegen Iran – und laut US-Präsident Trump sollte es sich nur um einen kurzen Einsatz handeln. Doch ein Ende ist noch immer nicht absehbar.

Am 1. März verkündet US-Präsident Donald Trump den Start der Angriffe auf Iran, genannt „Operation Epic Fury“. Wie immer in seiner mit Superlativen gespickten Sprache: Niemand habe je so einen Einsatz gesehen; die USA hätten Hunderte Ziele in Iran zerstört, darunter auch Schlüsselstandorte der Revolutionsgarde und der Luftabwehr.

Der iranische Führer Ali Ayatollah Chamenei sei tot und die gesamte militärische Führung praktisch ausgeschaltet. Das Regime stehe kurz vor einem Zusammenbruch. Die iranische Bevölkerung fordert Trump auf, sich ihr Land „zurückzuholen“. Als Ziel der Angriffe nennt er die „totale Vernichtung“ der iranischen Militärstrukturen und die Verhinderung einer atomaren Aufrüstung des Landes.

Befürchtungen, dieser Krieg könnte für die USA ein weiterer Dauerkonflikt werden – ähnlich denen in Afghanistan und Irak – widerspricht Trump in den nächsten Tagen vehement. Dies sei ein kurzer Einsatz, der eigentlich schon vor 47 Jahren hätte stattfinden müssen. Und: Die USA hätten schon nach einer Woche Krieg mehr erreicht, als jeder für möglich gehalten hätte. Vier bis sechs Wochen könnten die Kämpfe dauern.

Nicht der Krieg der NATO

Direkt nach den ersten Angriffen sperren die Iraner die Straße von Hormus für – wie sie es nennen – „unfreundliche Nationen“ komplett. Die Schifffahrt kommt praktisch zum Erliegen. Der globale Energie-Knotenpunkt ist dicht. Der Ölpreis steigt in den ersten drei Kriegswochen um 40 Prozent. Trump bittet schließlich die NATO um Hilfe.

Doch die NATO-Staaten winken ab – sie sehen den Konflikt nicht als ihren Krieg an. Trump ist sauer und beschwert sich: Die USA würden Billionen von Dollar für die NATO ausgeben. Wenn sie den USA nicht helfen würden, sollte man über diese Ausgaben nachdenken.

Allerdings wurde bislang überhaupt nur ein einziger Bündnisfall der NATO ausgerufen – als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA. Die Partnerstaaten unterstützen die USA damals in vielfacher Form.

Trumps Ultimatum

Seit der dritten Kriegswoche gibt es in der US-Regierung ernste Überlegungen, weitere tausende Soldaten in die Region zu entsenden, inklusive möglicher Bodentruppen. Zu Beginn von Kriegswoche vier stellt Trump den Iranern schließlich ein Ultimatum: Sollten sie die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden öffnen, würden die USA iranische Kraftwerke angreifen, und zwar das größte zuerst.

Gut 30 Stunden später kündigt Trump an, die geplanten Angriffe auf die Energieanlagen auszusetzen, um mögliche Verhandlungen nicht zu gefährden. Die iranische Seite zeige nämlich plötzlich echte Gesprächsbereitschaft. Sie wollten ein Abkommen schließen – aber hätten Angst, dafür von „den eigenen Leuten“ umgebracht zu werden. Und natürlich seien die USA erfolgreich. Sie würden haushoch gewinnen.

Wechsel zwischen Diplomatie und militärischer Drohkulisse

Der Iran bestreitet nach wie vor, dass überhaupt Gespräche stattfinden. Allerdings werden wohl Nachrichten über andere Länder ausgetauscht. Die Rede ist dabei unter anderem von Pakistan. Ein 15-Punkte-Friedensplan der USA steht im Raum. Den lehnt Iran ab und stellt Gegenforderungen.

Trump wiederum verlängert das Ultimatum um ein weiteres Mal. Aktuell soll es am 6. April enden. Gleichzeitig bauen die USA ihre militärische Drohkulisse aus. Sie haben massiv Truppen in die Region verlegt, darunter auch eine Spezialtruppe mit Fallschirmjägern.

Von kompromissloser Härte, Ankündigung eines Regimewechsels über militärische Aufrüstung bis zu möglichen Verhandlungen: Trumps Kurs im Iran‑Krieg hat sich innerhalb dieses Monats immer wieder gewendet. Gerade scheint vieles möglich – von einem Abkommen bis zum Einsatz von Bodentruppen. Wie lange der Krieg noch dauert, ist indes völlig offen.

Source: tagesschau.de