Kritik am vorigen Vorstand: Schnieder: Zustand welcher Bahn so gut wie schon „demokratiegefährdend“
Kritik am vorigen VorstandSchnieder: Zustand der Bahn fast schon „demokratiegefährdend“
28.03.2026, 01:07 Uhr
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Die Bundesregierung bekommt die Probleme der Bahn seit Jahren nicht in den Griff. Der Verkehrsminister setzt auf Investitionen in die Infrastruktur – diese könnten aber nur langfristig wirken. Ein Scheitern des Staates hätte laut Schnieder nicht nur Konsequenzen für Bahnfahrer.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sieht im desaströsen Zustand der Deutschen Bahn auch eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland. „Das geht schon in eine demokratiegefährdende Richtung“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wir dürfen nicht einreißen lassen, dass die Menschen glauben, der Staat bekommt Probleme wie marode Brücken oder notorisch verspätete Züge nicht in den Griff.“
Im vergangenen Jahr hatten nach Bahn-Angaben lediglich 60 Prozent der Züge weniger als sechs Minuten Verspätung. Er wolle erreichen, dass 2029 im Fernverkehr 70 Prozent der Züge pünktlich seien, betonte Schnieder. „Das ist ambitioniert aus meiner Sicht.“ Das Ziel des vorigen Bahnvorstands – eine Pünktlichkeit von 75 bis 80 Prozent im Jahr 2027 – kritisierte der Minister als „Wolkenkuckucksheim“. Schnieder sagte: „Wir müssen das realistisch bewerten, sonst sind die Menschen noch viel enttäuschter, wenn das nicht annähernd erreicht wird.“ Es sei brandgefährlich, wenn immer mehr Menschen den Eindruck bekämen, „dass der Staat nicht funktioniert“.
Investitionen in die Infrastruktur bräuchten ihre Zeit, die Sanierungen der 42 Hochleistungskorridore liefen bis 2036. „Dann haben wir die wichtigsten Strecken auf Vordermann gebracht. Aber niemand sollte der Illusion erliegen, dass man dann Jahrzehnte nichts mehr machen muss“, sagte Schnieder. „Es ist wie bei der Straße. Man muss ständig ausbessern.“
Der Verkehrsminister dämpfte die Erwartungen an die von einer Task Force vorgeschlagenen Maßnahmen für mehr Zuverlässigkeit bei der Bahn – etwa „Joker-Gleise“ oder „Flex-Abfahrten“. „Die Maßnahmen werden in den kommenden Monaten umgesetzt und Anfang 2027 überprüft“, sagte er. „Die Pünktlichkeit wird sich nicht um fünf, sechs oder sieben Prozentpunkte steigern.“
Source: n-tv.de