20-Jähriger baut mit KI ein 150.000-Dollar-Kuchen-Startup – ohne programmieren zu können

Er kann nicht programmieren – und baut trotzdem ein Startup mit 150.000 Dollar Umsatz. Sein Produkt: Kuchen.

Cold Calls, Cake und Code: Das Team von Daymaker kombiniert Kuchen und Tech.

Cold Calls, Cake und Code: Das Team von Daymaker kombiniert Kuchen und Tech.
Daymaker, Collage: Gründerszene, Dominik Schmitt

William Lindholm ist 20 Jahre alt, kann nicht programmieren und hat trotzdem ein Software-Startup gebaut. Sein Tool: Vibe-Coding mit Lovable. Sein Produkt: Kuchen.

Im September 2025 startet er „Daymaker“ – eine Plattform, die Firmengeburtstage automatisiert. Vier Monate später steht das Startup laut eigenen Angaben bei 150.000 Dollar ARR. Der ARR ist der wiederkehrende Jahresumsatz eines Startups. Und Vibe Coding heißt: Du baust Software, ohne programmieren zu können. Statt Code zu schreiben, sagst du einem Tool wie Lovable einfach, was du willst – und die KI baut es für dich.

Wie kam er auf die Idee für das Kuchen-Business?

Auf einer Konferenz beobachtet Lindholm ein Muster: Unternehmen scheitern nicht an Strategie oder Budget – sondern daran, Geburtstage sauber zu organisieren. Kuchen bestellen, Allergien berücksichtigen, rechtzeitig liefern. Klingt simpel, ist es aber nicht.

Mit 19 Jahren machte Gründer William Lindholm aus Norwegen in Tech – und Kuchen.

Mit 19 Jahren machte Gründer William Lindholm aus Norwegen in Tech – und Kuchen.
Iván Kverme, Finansavisen.no

Aus dieser Beobachtung entstand das erste Konzept für „Daymaker“: Die Plattform sollte Firmenfeiern planbarer machen – mit einer Mischung aus klassischem Bäckereigeschäft, Lieferung in Kombination mit Software. Zusammen mit seinem Co-Gründer Simon Dieu (CCO – „Chief of Cakes“) setzte er im Sommer 2025 auf Cold Calls. So stellten sie ihr Geschäftsmodell mehr als 100 Executives vor, darunter auch KPMG.

CaaS – Cake as a Service

Und so funktionierte es: Unternehmen konnten entweder die Geburtstagsdaten direkt bei Daymaker hochladen oder ihr HR-System verbinden – inklusive Präferenzen wie Ernährungsweise oder Allergien. Einmalig wurden Angaben zu bevorzugter Kuchengröße, Glückwünschen und Lieferart gemacht. Anschließend automatisierte das Startup alles: Geburtstagserinnerungen, Bestellungen und die Lieferung des Kuchens zur Feier.

Mittlerweile besteht das Startup-Team von Daymaker aus drei Personen, aber keiner von ihnen hatte vorher technische Erfahrung. Lindholm selbst habe sich um Tech gekümmert: „Nachts habe ich programmiert, tagsüber Kuchen geliefert“, erzählt er.

Wir wollen kein Kuchenhersteller sein. Wir wollen ein Technologieunternehmen sein

William Lindholm

Für die Kuchen kooperierte das Startup zunächst mit einem Konditor in Oslo, der die Kuchen backte. Drei Monate lang ging das so – inklusive schlafloser Nächte. „Ich habe das komplette Backend gebaut – die Tabellen, alles, was dafür sorgt, dass die Kuchen fließen.“ Er stellt auch klar: „Wir wollen kein Kuchenhersteller sein. Wir wollen ein Technologieunternehmen sein.“

Dass das allein mit Vibe-Coding möglich war, habe selbst seinen Mentor überrascht, „einen echten Deep-Tech-Typen“, wie Lindholm sagt.

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Lindholms Erfolgsrezept

Sein Erfolgsrezept verrät er Gründerszene: „Lerne zu verkaufen, lerne zu entwickeln. Wenn du beides kannst, bist du nicht mehr aufzuhalten.“

Seine zwei wichtigsten Sales-Tipps: Sei freundlich und rede über Dinge, die dich mit dem Gesprächspartner verbinden. Sein Learning: „Menschen reden gerne über sich selbst.“

150.000 Dollar ARR und Pivot in wenigen Monaten

In nur vier Monaten erreichte Daymaker damit laut eigenen Angaben einen ARR von 150.000 Dollar. Das Startup konnte inzwischen auch Angel-Investoren überzeugen: Die erste Finanzierungsrunde brachte über 100.000 Dollar ein.

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Jetzt will das Startup den nächsten Schritt wagen, weg vom Geburtstagsgeschäft hin zu Kundenakquise. Damit will Daymaker international expandieren, wie Gründer William Lindholm gegenüber Gründerszene verrät. Dafür ist er derzeit im Silicon Valley. Dort betreibt er Kundenakquise mit Kuchen – zuletzt besuchte er dort die VCs Andreessen Horowitz, Sequoia Capital, Lightspeed, Better Tomorrow Ventures und Index Ventures, erzählt er.

Der Kuchen-Fokus bleibe also vorerst: Lindholm ist überzeugt, dass personalisiertes und physisches Marketing die Zukunft sei, wie mit Backwaren. Und genau das sei die Stärke von Daymarker. Damit will das Startup Kaltakquise-E-Mails und Co. ablösen. Lindholm nennt es: Coldcaking.

Source: businessinsider.de