Waffenruhe im Alleingang?: Pistorius: „Sind bereit, jeden Frieden abzusichern“
Waffenruhe im Alleingang?Pistorius: „Sind bereit, jeden Frieden abzusichern“
26.03.2026, 05:01 Uhr
Artikel anhören(04:15 min)

Der deutsche Verteidigungsminister warnt vor weiteren Folgen des Iran-Kriegs für die Weltwirtschaft. Deutschland könne gegebenenfalls helfen, eine Waffenruhe abzusichern. Ob die greifbar ist, dazu gibt es unterschiedliche Signale.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat einen Beitrag Deutschlands zur Absicherung einer Waffenruhe im Iran-Krieg in Aussicht gestellt. „Dieser Krieg ist eine Katastrophe für die Volkswirtschaften der Welt. Die Auswirkungen sind schon jetzt nach wenig mehr als zwei Wochen klar“, warnte der SPD-Politiker bei einem Treffen mit seinem australischen Kollegen Richard Marles in der Hauptstadt Canberra.
Nötig sei eine diplomatische Lösung „so schnell wie möglich“, sagte Pistorius. Er richtete diese Forderung vor allem an den Iran, aber auch die USA. „Wir sind vorher nicht konsultiert worden. Es ist nicht unser Krieg. Und darum wollen wir in diesen Krieg auch nicht reingezogen werden, um das glasklar zu machen“, sagte Pistorius.
Die Instabilität in der Nahost-Region hätte aber Auswirkungen auf die gesamte Welt. „Und deswegen sind wir bereit, jeden Frieden abzusichern“, sagte Pistorius. Und: „Wenn wir zu einer Waffenruhe kommen, werden wir jeden Einsatz für eine Absicherung des Friedens diskutieren, insbesondere um den freien Seeverkehr in der Straße von Hormus abzusichern.“
Weißes Haus droht, Iran dementiert
Die US-Regierung hat dem Iran derweil mit noch härteren Angriffen gedroht, sollte die Führung des Landes nicht nachgeben. „Wenn sie nicht begreifen, dass sie militärisch besiegt wurden und dies auch weiterhin sein werden, wird Präsident (Donald) Trump dafür sorgen, dass sie härter getroffen werden als je zuvor“, sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Zwar gebe es weiterhin „produktive“ Gespräche auf diplomatischer Ebene. Aber trotz der Verhandlungen sei Trump bereit, die Hölle im Iran losbrechen zu lassen.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi bestreitet offiziell, dass solche Gespräche stattfinden. „Jetzt über Verhandlungen zu sprechen, ist ein Eingeständnis der Niederlage“, sagte er im iranischen Staatsfernsehen. „Derzeit ist es unsere Politik, weiter Widerstand zu leisten“, sagte er. Der Iran wolle „den Krieg zu den eigenen Bedingungen beenden“. Diese müssten so gestaltet sein, dass „dies nie wieder passiert“, so Araghtschi.
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen im Nachbarland Pakistan, das neben Ägypten und der Türkei als Vermittler im Ringen um eine Lösung in dem Krieg auftritt, stehen die USA und der Iran aber hinsichtlich eines möglichen Kriegsendes in Kontakt. Ägypten bestätigte am Mittwoch zudem, dass es einen Entwurf der USA für einen Plan zur Beendigung des Krieges gebe und dieser der iranischen Seite übermittelt worden sei.
Israel rechnet nach Medienberichten damit, dass Trump bereits am Wochenende im Alleingang eine Waffenruhe mit dem Iran verkünden könnte. Der israelische TV-Sender N12 nannte als möglichen Zeitpunkt diesen Samstag, das Nachrichtenportal „ynet“ spätestens Mitte kommender Woche.
Äußerungen von Regierungssprecherin Leavitt könnten solche Spekulationen anfachen – auch wenn die US-Regierung seit Kriegsbeginn immer wieder die eigenen Erfolge betont. Man stehe „sehr kurz davor“, die Kernziele des Militäreinsatzes zu erreichen, und das früher als geplant, sagte Leavitt am Mittwoch. Ursprünglich sei die Regierung von vier bis sechs Wochen ausgegangen, die es brauche, die Mission im Iran zu erfüllen. Die USA und Israel hatten ihre Angriffe am 28. Februar begonnen. Die Führung in Teheran habe nun die Chance, mit Trump zu kooperieren, sagte Leavitt. Dazu gehöre, das Nuklearprogramm aufzugeben und die USA und ihre Verbündeten nicht weiter zu bedrohen.
Source: n-tv.de