Umfrage: So taxieren Menschen die Sicherheit in den Innenstädten

„Lebendige Innenstädte werden als sicher wahrgenommen“, meint HDE-Präsident Alexander von Preen.

Die Frage nach der Sicherheit in den Innenstädten sorgt seit Jahren für Diskussionen. Oft wird thematisiert, dass sich die Menschen dort zunehmend unsicher fühlen. Eine aktuelle Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zeigt jedoch ein differenzierteres Bild. Das sind die Ergebnisse.

Zwar gibt es tatsächlich einige Befragte, die von einem gesteigerten Unsicherheitsgefühl sprechen, das ist allerdings nicht die Mehrheit. Mit 78% fühlt sich der Großteil der Menschen in Deutschlands Innenstädten sicher. So jedenfalls lautet das Ergebnis der HDE-Erhebung. „Insbesondere Einzelhandelsgeschäfte werden als besonders sichere Orte wahrgenommen, 90% sehen das so“, führt der Verband näher aus.
Doch immerhin 22% fühlen sich demnach unsicher. Dafür nennt der HDE folgenden Grund: „Negative Wirkungen entstehen vor allem durch Leerstände, ein heruntergekommenes Erscheinungsbild der Städte oder Vandalismus.“ Für knapp drei Viertel der Befragten schwinde das Sicherheitsgefühl dadurch, 68% empfänden sogar „einen stark bis sehr stark negativen Einfluss“.

Lebendige Innenstädte hingegen würden als sicher wahrgenommen. „Dabei spielt der Einzelhandel nachweislich die tragende Rolle. Die Menschen sehen Geschäfte mit Mitarbeitern und bei Dunkelheit beleuchtete Schaufenster als entscheidenden Sicherheitsfaktor. Das zeigt: Ohne die Geschäfte des Einzelhandels gibt es kein erfolgreiches, belebtes und zukunftstaugliches Stadtzentrum“, sagt HDE-Präsident Alexander von Preen.

Ebenfalls zum Sicherheitsgefühl trügen die Gastronomie (89% der Nennungen) und Einkaufszentren (84%) bei. Gleichzeitig sei aber klar, dass es vor allem im öffentlichen Raum wie zum Beispiel in Parks, auf Grünflächen oder in Parkhäusern Defizite gebe. „Viele Stadtzentren haben noch einiges an Luft nach oben. Es darf kein Dauerzustand sein, dass sich ein Fünftel der Menschen in der Innenstadt insgesamt unsicher fühlt“, so von Preen weiter.

Über ein Viertel sieht Verschlechterung

Ebenfalls betrachtet hat der HDE die Veränderung des von den Innenstadt-Besuchern wahrgenommenen Sicherheitsgefühls. Für 27% der Befragten hat es sich in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert. Der Einzelhandel sieht hier die Verantwortlichen der Politik in der Pflicht: „Wir müssen diesen Abwärtstrend aufhalten. Die Politik muss auf allen Ebenen endlich klare Maßnahmen ergreifen und Leerstände schneller füllen oder gar nicht erst entstehen lasse“, sagt von Preen.

Zur Erhebung

Die Studie wurde im Auftrag des HDE von Essentiq durchgeführt und ist nach eigenen Angaben repräsentativ. Im Januar dieses Jahres wurden 2038 Personen zwischen 16 und 93 Jahren befragt.

Er schlägt unter anderem eine „Gründungsoffensive für den Einzelhandel“ vor. Hierbei sollen die Leerstände im Rahmen einer Zwischenvermietung durch die Kommunen als „Innovationsmotoren“ genutzt werden. Gründerinnen und Gründer könnten im Rahmen einer solchen Offensive unter anderem Mietzuschüsse und Förderungen bekommen – beispielsweise für die Geschäftseinrichtung, die Datenverarbeitung inklusive des Kassensystems und eines digitalen Warenwirtschaftssystems sowie für Marketingmaßnahmen, schlägt von Preen vor. Darüber hinaus sollten laufende Schulungen beispielsweise in Betriebsführung oder Marketing finanziert werden. „All das hilft, Leerstände effektiv abzubauen, den Branchenmix und somit die Attraktivität zu erhöhen.“